20.12.2007 · Überraschend gute Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal verhalfen der Nike-Aktie nachbörslich zu Kursgewinnen. Angesichts des guten Trends könnte ein neuer Angriff auf das Allzeithoch bevorstehen.
Nike sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder mit guten Zahlen für Freude bei den Anlegern. Was Wunder also, wenn sich der Kurs trotz und dem Hang zu Gewinnmitnahmen lange Zeit gut hielt und sogar Anfang Dezember bei 67 Dollar wieder ein neues Allzeithoch erreichte.
Erst danach konnte sich die Notiz dem allgemeinen Drang nach unten nicht mehr länger entziehen und gab deutlich bis auf 63,05 Dollar nach. Indes hatte die Kursschwäche eigentlich schon Anfang November begonnen, als dieser vom Hoch bei 66,26 Dollar bis auf 62 Dollar gerutscht war.
Dementi lässt Aktie abrutschen
Gerüchte über ein gemeinsames Übernahmeansinnen von Nike und dem japanischen Sportschuhhersteller Asics für Adidas trieben den Kurs dann aber auf ein neues Hoch und das Dementi solcher Überlegungen fast schon zwangsläufig nach unten.
Der Donnerstag war dann nachbörslich aber wieder ein guter Tag, an dem die Notiz ihre am Dienstag begonnenen Erholung nachbörslich fortsetzen und um 2,4 Prozent auf 65,34 Dollar klettern konnte, nachdem sie den regulären Handel praktisch unverändert beschlossen hatte.
Ursache waren die vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal, wonach der weltgrößte Sportartikelhersteller den Gewinn überraschend deutlich um zehn Prozent auf 359,4 Millionen Dollar gesteigert hat. Auch der Umsatz legte im zweiten Geschäftsquartal bis Ende November unerwartet kräftig um 14 Prozent auf 4,34 Milliarden Dollar zu, womit Nike dem zuletzt eher schwachen Trend im Einzelhandel trotzen konnte.
Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,71 Dollar. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Ergebnis je Aktie von 0,66 Dollar und mit Erlösen von 4,21 Milliarden Dollar gerechnet.
Export treibt Umsatz
„Wir machen nun viel mutigere und aggressivere Schritte mit dem gesamten Produktangebot als noch in den vergangenen Jahren“, sagte Nike-Chef Mark Parker zu dem am Mittwochabend vorgelegten Zahlenwerk. Am stärksten legte der Umsatz in Lateinamerika mit 19 Prozent zu - dicht gefolgt von Europa mit 18 Prozent und der Asien-Pazifik-Region mit 17 Prozent.
Dabei kam Nike auch die Dollarschwäche zugute. Auf dem amerikanischen Markt kletterte der Umsatz immerhin noch um sieben Prozent, wobei das um zwölf Prozent gewachsene Geschäft mit Sportschuhen eine um drei Prozent schwächere
Entwicklung bei Bekleidung auffing.
„Das Wachstum beim Umsatz war großartig“, sagt Analystin Sara Hasan von McAdams Wright Ragen. Gerade diesbezüglich seien die Anleger angesichts eines zuletzt eher schwachen Einzelhandelsgeschäfts nervös gewesen. Der Rückgang im Bekleidungsgeschäft führt John Shanley, Analyst bei SusquehannaFinancial, vor allem auf Erfolge des kleineren Rivalen Under Armour zurück, der seinen Marktanteil offenbar ausbauen konnte.
Fußball statt Eishockey
Um die Sparte zu stärken, plant Nike die Übernahme des britischen Fußballartikel-Herstellers Umbro. Gleichzeitig sucht der amerikanische Konzern einen Käufer für den Eishockeyausrüster Nike Bauer. Weitere Übernahmen oder Verkäufe schloss Nike-Chef Parker vorerst aus.
Die Absatztrends der vergangenen Monate sollten sich in der nahen Zukunft fortsetzen. So liegen die Aufträge für den Zeitraum Dezember bis April insgesamt um 13 Prozent höher bei 6,5 Milliarden Dollar. Dabei verzeichnete der Sportartikelhersteller in den Vereinigten Staaten aber nur einen um ein Prozent höheren Wert, während der Auftragsbestand in Europa und Afrika um 19 Prozent zunahm. In der Region Asien-Pazifik stieg der Wert gar um 24 Prozent.
Umsatz und Sportartikelkonzerns nehmen seit nunmehr sieben Jahren beständig. Hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2000/2001 noch 1,09 Dollar je Aktie verdient, so waren es in dem im Mai 2007 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2,86 Dollar.
Hoffnung auf Kursgewinne
Bewertet ist die Aktie derzeit auf Basis der aktuellen Analystenprognosen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 18,9 für das laufende und 16,85 für das kommende Geschäftsjahr und darob nicht unbedingt günstig. Kann Nike den Trend indes in den kommenden Jahren weiter helfen und erweist sich Umbro als der erhoffte Zugewinn, so lässt sich mit der Bewertung leben.
Charttechnisch hat sich die Notiz vor der Unterstützungszone bei 62,50 Dollar gefangen und nachbörslich auch deutlich die Widerstandslinie bei 64 Dollar durchstoßen. Sie hat damit das Potential zunächst den Widerstand bei 66 Dollar und dann neue Hochs anzugreifen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |