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Investments an der Börse : Diese neun Aktien müssen Sie kennen

  • -Aktualisiert am

Chef am Bau: Xavier Huillard, der Vorstandsvorsitzende der Vinci Group. Bild: AFP

Nur wenige europäische Standardwerte sind noch in der Hausse. Dazu gehören Profiteure der Brexit-Diskussion und ein bekannter Börsenstar. Lohnt es sich noch, als Anleger jetzt einzusteigen?

          Sowohl der Stoxx 50 als auch der Euro Stoxx 50 bewegen sich aus technischer Sicht mit einem Kursrückgang von etwa 30 Prozent seit April 2015 in einer Baisse. Als Konsequenz befindet sich die Mehrzahl der insgesamt 76 Standardwerte aus diesen beiden Aktienindizes ebenfalls in der Baisse. Nur neun europäische Standardwerte haben ihre technischen Hausse-Bewegungen durchgehalten. Hierbei handelt es sich aus der Eurozone um den spanischen Versorger Iberdrola, den deutschen Software-Konzern SAP und den französischen Baukonzern Vinci. Hinzu kommen aus Großbritannien noch fünf Standardwerte, die zum Teil auch von dem zuletzt aufgrund der Brexit-Diskussion schwächeren britischen Pfund profitiert haben. Das sind die Tabak-Konzerne B.A.T und Imperial Brands, der britische Versorger National Grid und die Haushalts- und Reinigungsmittelproduzenten Reckitt Benckiser und Unilever Plc. Zusätzlich gehört noch der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé zu diesen Titeln.

          National Grid - ein technischen Marathonläufer

          Die britische National Grid ist als größter Titel des europäischen Versorgersektors auch im Stoxx 50 vertreten. Das Unternehmen betreibt die Stromübertragungsnetze in England, Wales, Schottland und im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Aufgrund dieser Geschäftsaktivitäten überrascht es nicht, dass die Aktie einen klassisch defensiven technischen Charakter aufweist. National Grid gehört darüber hinaus auch zu den technischen Marathonläufern, was für europäische Aktien steht, die sich in sehr langfristigen Aufwärtsbewegungen befinden. Seit dem Jahr 1996 und einem Kursniveau um 198 britische Pence ist die Aktie in einer sehr langfristigen Aufwärtsbewegung, die aus einem Wechselspiel von mehrjährigen technischen Haussen und technischen (Zwischen-)Baissen besteht. Die letzte technische Bilderbuch-Hausse führte die Aktie vom Tief um 474 britische Pence im Juni 2010 bis auf 965 britische Pence im November 2014.

          Vor dem Hintergrund der mittelfristig deutlich überkauften Struktur ergab sich danach eine technische Korrektur mit der charttechnischen Form einer Flagge. Hierbei kam es zu einem Kursrückgang bis auf 806 britische Pence (August 2015). Da diese technische Flagge trotz der zwischenzeitlichen technischen Eintrübung insgesamt einen trendbestätigenden Charakter (nach oben) aufwies, gelang es National Grid mit dem neuen Investment-Kaufsignal im September 2015, die technische Korrektur zu beenden und die langfristige Hausse wiederaufzunehmen.

          Da die technische Gesamtlage auf eine mittelfristige Kursetablierung deutlich oberhalb von 1000 britischen Pence hindeutet und National Grid auf Basis der halbjährlich gezahlten Dividenden aktuell eine erwartete Brutto-Dividendenrendite von circa 4,5 Prozent aufweist, bleibt die Aktie ein defensiver technischer (Zu-)Kauf. Der strategische Sicherungsstopp sollte bei 790 britischen Pence liegen.

          Nestlé bleibt ein technischer (Zu-)Kauf

          Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der im Jahr 1866 von einem aus Deutschland stammenden Apotheker gegründet wurde, ist regelmäßig mit Großakquisitionen aufgefallen. Dazu gehören etwa die Übernahmen des Nahrungsmittelkonzerns Maggi im Jahr 1947 oder 55 Jahre später der Kauf des amerikanischen Tierfutterproduzenten Ralston Purina, der heute Nestle Purina PetCare heißt. Nestlé, die nach Streubesitz größte Aktie in Europa, ist unverändert ein Musterbeispiel für einen technischen Marathonläufer. Der Titel befindet sich seit August 1990 (Start bei circa 5,60 Schweizer Franken) in einer sehr langfristigen Aufwärtsbewegung. Diese technische Neubewertung wird aber auch von Phasen der Seitwärtsbewegung und technischen Korrekturen unterbrochen, die durchaus einige Jahre in Anspruch nahmen. Seit März 2009 und Kursen um 35,40 Schweizer Franken befindet sich Nestlé wieder in einem Hausse-Trend, dessen Trendlinie aktuell bei ungefähr 65 Schweizer Franken liegt.

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