Die Aktien des Elektronikunternehmens Inticom sind an ihrem ersten Handelstag unter den Ausgabekurs von 18 Euro gefallen. Zu Börseneröffnung waren die Titel bis auf 18,45 Euro gestiegen, gegen Mittag notieren sie bei 17,98 Euro. Der Börsengang ist gemessen am Emissionsvolumen von knapp elf Millionen Euro und 595.000 Aktien der kleinste von insgesamt fünf Börsendebüts in diesem Jahr.
In der ersten Handelsstunde wurden einem Frankfurter Händler zufolge etwa 95.000 Inticom-Aktien gehandelt. „Das ist durchaus ein zufriedenstellender Umsatz und keine Enttäuschung", sagte der Händler. „Ich glaube aber nicht, daß die Umsätze über die nächsten Tage so hoch bleiben werden.“ Die Bookbuilding-Spanne hatte von 16,50 Euro bis 20 Euro gereicht.
Emission war überzeichnet - starke Nachfrage bei Privatanlegern
Die Emission des Telekommunikations-Zulieferers war nach Angaben der Konsortialbank Concord Effekten deutlich überzeichnet. Rund zwei Drittel der Aktien seien Privatanlegern zugeteilt worden, teilte Inticom am Montag mit. Die Titel sind im Prime Standard notiert.
Die Einnahmen aus dem Börsengang will das Passauer Unternehmen für weiteres Wachstum im Bereich der schnellen DSL-Internetzugänge investieren. Das Unternehmen stellt sogenannte DSL-Splitter her, die in den althergebrachten kupfernen Telefonleitungen Daten- und Sprachverkehr trennen. Hauptabnehmer ist die Deutsche Telekom, auf die etwa 40 Prozent des Umsatzes entfällt. Zu den Inticom-Wettbewerbern auf dem deutschen Markt gehört die im TecDax notierte Epcos. Für das Jahr 2005 hat Concord Effekten für Inticom einen Umsatz von 30,5 Millionen Euro nach 18,5 Millionen Euro im laufenden Jahr prognostiziert. Den Nachsteuergewinn erwartet die Bank mit 1,58 (0,2) Millionen Euro.
Uneinheitliche Tendenz bei den „Börsengängern“
Die vier Unternehmen, die in diesem Jahr vor Inticom an der Börse starteten, haben sich bislang verschieden erfolgreich geschlagen. Während die Anteilsscheine des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf und der Postbank deutlich an Wert gewonnen haben, büßte die Biotechnologiefirma Epigenomics bislang etwa ein Viertel an Wert ein. Die Titel des Fahrradherstellers Mifa verharren in etwa auf dem Niveau des Ausgabepreises.