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Spin-Off : Neue Paypal-Aktie ist kein Schnäppchen

Neue Aktie Bild: AP

Von diesem Montag an wird die frühere Ebay-Tochter Paypal allein an der Börse notiert. Die Erwartungen an den Zahlungsdienstleister sind hoch. Der Kurs ist es auch.

          Paypal und Ebay gehen getrennte Wege. Für jeden Ebay-Aktionär gab es eine Paypal-Aktie. Damit teilte sich der frühere Ebay-Konzern auf in eine neue Ebay und Paypal. Für die Aktionäre war das ein gutes Geschäft. Denn Ebays Kurs stieg seitdem von 61,78 auf 66,29 Dollar, wobei davon 38,39 auf Papypal entfallen, so dass die Ebay-Aktie im Laufe des Tages eher bei 27,90 Dollar notieren wird.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Kursverlauf der Paypal-Aktie ist noch ein wenig volatil. Mit 38,36 Dollar am 6. Juli gestartet fiel er zunächst bis auf 34 Dollar, kletterte dann auf mehr als 40 und liegt mittlerweile fast genau wieder da, wo er seinen Ausgang nahm.

          Damit ist Paypal mit rund 47 Milliarden Dollar bewertet, die neue Ebay mit rund 34 Milliarden. Die Tochter ist erwachsen geworden, ihrer Mutter über den Kopf gewachsen und geht nun aus dem Haus.

          In den zwölf Monaten bis zum 31. März 2015 hat Paypal 8,275 Milliarden Dollar umgesetzt und dabei 1,335 Milliarden Dollar verdient. Das ist schon einmal recht ansehnlich. Auf dieser Basis ist die Aktie allerdings auch schon mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 35 bewertet, was einiges an Umsatzwachstum voraussetzt.

          Glaubt man den durchschnittlichen Analystenschätzungen, so soll der Paypal-Umsatz von 9,2 Milliarden Dollar im laufenden auf mehr als 14 Milliarden Dollar im Jahr 2018 klettern. Dabei rechnen die Analysten aber mit einer ungefähr proportionalen Gewinnentwicklung und damit bis auf 23 sinkenden KGV im Jahr 2018. Das macht die Paypal-Aktie nicht eben zu einem Schnäppchen, zumal mit Dividenden nicht gerechnet wird.

          Paypal hat zwar eine starke Marktstellung, doch der Markt für Bezahlsysteme ist im Umbruch. Insofern muss diese Stellung auch verteidigt werden, wobei Paypal bestrebt ist, seine Marktposition auszubauen – etwa mit der zu Monatsbeginn erfolgten Übernahme des Zahlungsdienstleisters Xoom.

          Jedoch ist Paypal deutlich höher bewertet als andere Anbieter von Zahlungssystemen, deren KGVs für das Jahr 2015 maximal 25 und für 2016 maximal 20 erreichen. Dagegen liegt die Bewertung von Paypal bei 32 bzw. 27.

          Insofern scheint es nicht zwingend geboten zu sein, in den kommenden Tagen um jeden Preis Paypal-Aktien zu kaufen. Vor allem nicht um jeden Preis.

          Aktien von Zahlungsdienstleistern
          Land Umsatz 2014 KGV 15e KGV 16e Isin
          Paypal USA 6 Mrd. € 32,1 26,9 US70450Y1038
          Sabre USA 2,2 Mrd. € 24,5 19,4 US78573M1045
          Evertec Puerto Rico 272 Mio. € 11,7 11,0 PR30040P1032
          Densan Japan 189 Mio. € 21,7 18,5 JP3551410008
          Hipay Frankreich 90 Mio. € n.a. 147,0 FR0012821916
          Safecharge Großbritannien 58 Mio. € 24,2 19,6 VGG7776M1014
          RDM Kanada 17 Mio. € 15,2 14,1 CA7489341064
          Quelle: Bloomberg

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