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Nebenwerte D.Logistics-Aktie will aus dem Abwärtstrend fahren

24.08.2004 ·  D.Logistics verzeichnet im SDax einen kleinen Kurssprung. Der Konzern hat mehr umgesetzt als erwartet und sich zuversichtlich geäußert, das Jahresziel zu erreichen. Die Aktie läuft derweil gegen den kurzfristigen Abwärtstrend an.

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Mit einem kleinen Kurssprung von 6,9 Prozent auf 1,54 Euro macht die Aktie von D.Logistics am Dienstag auf sich aufmerksam. Der Anlaß: Die Logistik-Beteiligungsgesellschaft hat im zweiten Quartal ihren Umsatz gesteigert, ds Erlösziel deutlich übertroffen und ihren Nettoverlust halbiert. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation lieferten alles Konzernsparten positive Ergebnisbeiträge ab. Zudem baute der Konzern gut 20 Prozent seiner Schulden ab, verbuchte aber unter dem Strich einen Mittelabfluß. Für das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, seine Prognosen zu erreichen.

Die Aktie setzt mit mithin aktuell ihre Aufwärtsbewegung fort, die sie seit dem 13. August zeigt. Seitdem hat sie sich um mehr als 26 Prozent verbessert. Das ist indes ein schwacher Trost für ihre Besitzer, denn binnen Jahresfrist ist der Kurs um annähernd 20 Prozent gesunken. Gleichwohl: Durch die jüngste Triebkraft angeschoben, läuft der Titel gegen den kurzfristigen Abwärtstrend an.

Umsatz höher als gedacht - Ergebnis noch negativ

Der Nettoverlust hat sich in den Monaten April bis Juni auf 0,3 Millionen Euro von 0,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verringert, wie dasUnternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz sei auf 83,76 Millionen Euro gestiegen, das war ein Plus von 9,5 Prozent zum Vorjahr und deutlich besser als vom Konzern erwartet. Das operative Ergebnis (Ebita) habe sich auf 2,53 Millionen Euro von 1,29 Millionen Euro erhöht und liege damit um 28 Prozent über den eigenen Planungen. Dabei sei das operative Ergebnis aber durch den Verkauf von Anteilen an der PLC GmbH, der einen Sondereffekt von 0,34 Millionen Euro eingebracht habe, positiv beeinflußt. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von minus zwei Cent auf minus einen Cent.

Der Cash-Flow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von D.Logistics war im zweiten Quartal - wegen aufgelaufener Forderungen in Höhe von sieben Millionen Euro - mit einem Minus von 3,3 Millionen Euro negativ nach einem Plus von noch 6,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr erwartet D.Logistics einen leichten Umsatzrückgang auf 305 Millionen Euro und einen Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebita) von rund 70 Prozent auf 8,7 Millionen Euro. Nachdem die Planungen im ersten Halbjahr übertroffen worden seien, sei der Vorstand positiv gestimmt, diese Ziele zu erreichen, hieß es.

Analyst: Zahlen auf den ersten Blick sehr gut, aber...

M.M. Warburg-Analyst Nils Machemehl bezeichnete die von D.Logistics vorgelegten Zahlen als auf den ersten Blick sehr gut. Der Konzern liege um 28 Prozent über Plan. Werde allerdings der Sondereffekt durch den PLC-Verkauf herausgerechnet, sei das Ergebnis nicht mehr so toll, doch immer noch besser als erwartet. Mit Stirnrunzeln sieht Machemehl das Ergebnis der gemessen am Umsatz wichtigsten Sparte Konsumgüter-Verpackung, bei der das operative Ergebnis von 1,02 Millionen Euro auf 0,68 Millionen Euro zurückgegangen sei. Dies liege mutmaßlich an einem wider Erwarten nicht erhaltenen Auftrag, sei aber auf jeden Fall noch erklärungsbedürftig.

Die deutliche Ergebnisverbesserung der Sparte Lagerlogistik, die vor Jahresfrist noch einen kleinen Verlust beigesteuert hatte und nun ein Plus von 1,1 Millionen Euro ablieferte, sei nicht verwunderlich. Dieses Segment sei auch bei DHL oder Thiel Logistik derzeit stark. Unter dem Strich rechnet Machemehl damit, daß D.Logistics ein positives Nettoergebnis in diesem Jahr schaffen wird. Er kalkuliert mit einem Gewinn je Aktie von vier Cent, was der Konsensprognose entspricht. Das Rückschlagspotential erachtet er auch aufgrund des deutlichen Kursrückgangs binnen Jahresfrist als gering; er sieht in dem Titel eine Halteposition.

Aktie hoch bewertet

Die Aktie ist, auch wenn der Konzern auf Jahresbasis die Ertragswende schafft, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 38,4 hoch bewertet. Der Kursverlauf sieht alles andere als berauschend aus. Doch charttechisch gesehen war die Aktie dennoch schon schlechter dran. Sie dürfte den Ausbruch aus dem seit Mai geltenden Abwärtstrend schaffen und damit ermutigende Signale setzen. Um die jüngste Triebkraft nicht verpuffen zu lassen, müßte sie aber die technische Hürde bei 1,70 Euro nehmen. Danach könnte sie den Widerstand bei 1,90 Euro anpeilen. Das Jahreshoch bei 2,60 Euro ist aber außer Sichtweite und dürfte mittelfristig kaum zu erreichen sein.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von D.Logistics.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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