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Nebenwerte Blitz und Donner über der Solaraktie Solon

16.09.2005 ·  Die atemberaubende Rally von Solarworld sollte nicht als allgemeingültig für Solaraktien gelten. In dieser Woche haben andere Branchenvertreter einige Federn gelassen. Besonders leidet Solon nach dem Scheitern des TecDax-Aufstiegs.

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„Solaraktien sind nicht zu bremsen“ - dieser Eindruck herrschte noch vor Monatsfrist vor. Schließlich legte das Kursbild von Titeln wie Solarworld, Solon und Conergy diesen Schluß auch nahe. Und Solarworld bestätigt diese Sicht der Dinge durch eine fortgesetzte Rally. Auch wenn die Aktie am Freitag leicht im Minus liegt, steht ein Zehntagesplus (!) von gut 15 Prozent zu Buche. Doch sollte dieser Wert nicht blindlings als stellvertretend für die Branche gesehen werden.

Denn ihm kommt nicht nur wegen der überragenden Performance von mehr als 600 Prozent seit September 2004 eine Sonderstellung zu; jüngst hat Solarworld von der Expansion in Amerika berichtet. Andere Solaraktien befinden sich auf dem Rückzug. Conergy, SAG Solarstrom, Solon und Sunways - sie alle haben zuletzt Federn lassen müssen.

Besonders gebeutelt worden ist Solon. Seit dem am 9. September markierten Allzeithoch von 34 Euro (Schlußkurs) hat der Titel bis zu 19,5 Prozent an Wert verloren. Am frühen Freitag nachmittag notiert er mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 28,30 Euro; das Tagestief liegt bei 27,40 Euro, was einem Minus von knapp 4,4 Prozent entspricht.

Dabei gibt es keine neuen Nachrichten aus dem Berliner Unternehmen, die sich mit dem dramatischen Kursverfall verbinden ließen. Umfragen unter Fondsmanagern führen zu Schulterzucken: „Wir haben nichts gehört, was das erklären würde“, sagte ein Vertreter dieser Branche zu FAZ.NET. Eine Solon-Sprecherin wußte sich den Abschwung auch nicht zu erklären. Möglicherweise hängt dieser mit der (noch) nicht erfüllten Hoffnung auf den Aufstieg in den TecDax zusammen.

Zuletzt Kaufempfehlungen ausgesprochen

Die jüngsten Nachrichten aus dem Berliner Unternehmen waren eher günstig. Solon hat sich mit einem langfristigen Vertrag mit dem Börsenkandidaten ErSol die Lieferung von Solarzellen gesichert, die Solon in Modulen verarbeitet. Zuvor hatte die Firma über Verkaufspreise berichtet, die Analystenschätzungen übertroffen haben. Infolgedessen stuften die Analysten von FirstBerlin die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ herauf und hoben das Kursziel von 31,10 Euro auf 34,50 Euro an. Auch Citigroup Smith Barney empfiehlt den Titel zum Kauf.

Nach diesem Empfehlungen war die Aktie auch gestiegen, bis zum neuen Allzeithoch. Beflügelt worden dürfte der Titel auch von der Spekulation auf den Aufstieg in den TecDax sein (). Das mögliche Kalkül von Spekulanten: Wenn der Aufstieg wahr wird, steigt die Aufmerksamkeit für Solon. Zudem müssen Anbieter von Fonds, die sich am TecDax orientieren, diese Aktie kaufen. Folge: Der Kurs steigt weiter. Diese Hoffnung hat sich allerdings nicht bewahrheitet. Am 5. September teilte die Deutsche Börse, daß zwar Tele Atlas aufsteigt - nicht aber Solon.

Der Titel reagierte indes nicht sogleich, sondern ist erst am 10. September spürbar auf Talfahrt gegangen. Eine mögliche Erklärung: Vielleicht verkaufen manche Anleger auch Solon-Aktien, um das Geld bei anstehenden Börsengängen von Solartiteln zu investieren.

Solon deutlich günstiger als Mitbewerber

Sicher ist auf jeden Fall eines: Solon ist nicht nur Wochenverlierer unter den größeren Solaraktien - sondern aufgrund des Kursverfalls auch die günstigste. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,2 ist deutlich niedriger als bei Conergy (30,7), SAG Solarstrom (29), Solarworld (38,4), die als Branchenvertreter indes einen Aufschlag verdient hat, und Sunways (41,4).

Insofern könnten Anleger nun zu dem Schluß kommen, daß die Solon-Aktie in mehr als hinreichendem Maße verhauen worden ist. Das Kursbild sieht jedoch nicht so günstig aus. Die Notiz hat beunruhigend leicht die technische Unterstützung bei 29 Euro gerissen. Doch hat immerhin hat bisher die Unterstützung bei 27,50 Euro gehalten. Von diesem Kursniveau aus hatte das Papier Ende Juli den jüngsten Höhenflug angetreten. Sollte die Marke weiter halten, könnte es bald wieder aufwärts gehen - sofern Anleger nach der Bundestagswahl nicht auf den Trichter kommen sollten, der Wahlausgang sei schlecht für Werte aus der Solarbranche. Allerdings hat die Union schon verlautbart, vorerst nicht an der Förderung von Solarenergie zu rütteln.

Vor diesem Hintergrund scheint es ratsam zu sein, den Sonntag und die Marktreaktion zu Wochenbeginn abzuwarten. Sollte die Marke 27,50 Euro nicht halten, wäre die Aktie erst bei 24,50 Euro wieder deutlicher unterstützt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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