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Nahrungsmittelhersteller Aktie von Tate & Lyle markiert neues Hoch

25.11.2005 ·  Die Aktie von Tate & Lyle glänzt zum Wochenschluß als einsame Spitze im Londoner „Footsie“ und markiert ein Mehrjahreshoch. Der Anlaß: Der Zuckerhersteller wird ein höheres Ergebnis einfahren als geplant. Der Zuckermarkt-Reform sei dank.

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Aktien und Anleihen europäischer Zuckerhersteller segeln zum Wochenschluß im Aufwind. Das gilt für Südzucker und noch viel mehr für Tate & Lyle. Der Grund: Nach zähem Ringen haben sich die EU-Staaten auf eine Reform der 40 Jahre alten Zuckermarktordnung verständigt. Die Agrarminister einigten sich am Donnerstag in Brüssel nach mehr als zwei Tage andauernden Verhandlungen darauf, daß die von der EU garantierten Preise für Rübenbauern und die Zuckerindustrie bis 2010 um 36 Prozent sinken sollen. Vorgesehen war zunächst ein Minus von 39 Prozent.

Angesichts dessen wird der Gewinn von Tate & Lyle in den nächsten fünf Jahren mehr verdienen, als der britische Konzern und weltweit größte Produzent von Rohrzucker zuletzt prognostiziert hatte. Für 2007 und 2008 erwartet der Vorstand nun überhaupt keine nachteiligen Folgen für die Profite. Und in den Folgejahren fielen die Auswirkungen geringer aus als gedacht.

Angesichts dessen steigt die Aktie der Briten um 6,5 Prozent auf 560,87 Pence. Das bisherige Jahreshoch auf Inner-Tages-Basis stand bei 551,50 Pence. Auf dem Frankfurter Parkett geht es um 3,3 Prozent auf 7,87 Euro hoch. Dieser Kurssprung kommt einem technischen Kaufsignal gleich. Ungeachtet der Vermutung, daß Analysten nun ihre Ergebnisschätzungen nach oben schrauben dürften, ist Tate & Lyle auch bisher schon moderat bewertet, wenn auch teurer als Südzucker. Und die Dividendenrendite kann sich ebenfalls sehen lassen.

Tate & Lyle: Zukunft sicherer

Die Entscheidung der EU-Agrarminister „entfernt eine sehr schwere Last politischer Unsicherheit, die jahrelang auf der Zuckerindustrie gelegen hat“, so Torben Sans, Analyst bei Handelsbanken Capital in Kopenhagen, zu Bloomberg News. Tate & Lyle hatte vor der Zuckermarkt-Reform befürchtet, in den Geschäftsjahren 2006/07 und 2007/08 operativ 20 Millionen Pfund und 60 Millionen Pfund weniger zu verdienen. Davon ist nun keine Rede mehr. Für 2009 geht der Konzern nun von einer Belastung von 20 Millionen Pfund aus statt von den zuvor genannten 23 Millionen Pfund. Für das Folgejahr rechnet er mit einem um 55 Millionen Pfund statt um 85 Millionen Pfund verringerten operativen Ergebnis.

Der EU-Ministerbeschluß ist aus der Sicht des Tate & Lyle-Vorstands folgerichtig eine „bedeutsame Verbesserung aus der Sicht von Verarbeitern von Zuckerrohr“. Die Zukunft sei nun „sicherer“. Tate & Lyle verarbeitet Rohrzucker, während Südzucker auf Rüben zurückgreift. Die Briten beziehen ihren Rohstoff aus früheren Kolonien des Vereinigten Königreichs, so aus Mauritius.

Dividendenrendite von 3,8 Prozent erwartet

Die neue Rechtslage dürfte der Aktie grundsätzlich Auftrieb geben, schon weil eben Unsicherheit beseitigt ist. Die Bewertung erscheint bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von bisher 13,8 für das Geschäftsjahr 13,8 verkraftbar, wobei Südzucker mit einem Wert von 11,5 günstiger ist. Dafür haben die Briten bei der Dividendenrendite mit erwarteten 3,8 Prozent die Nase vorn; Konkurrent Südzucker dürfte auf 3,1 Prozent kommen und die dänische Danisco, die mit einem KGV von 15,50 bewertet ist, auf 1,65 Prozent.

Und das technische Kaufsignal nach einem Monatskursgewinn von satten 21 Prozent hat der britische Titel auf jeden Fall für sich. Nun ist das aus dem Jahr 1998 stammende Rekordhoch von 580,50 Pence die nächste Orientierungsmarke. Genauso wie Südzucker dürfte Tate & Lyle ein zuverlässiges Investment für Liebhaber konservativer Titel sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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