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Nahrungsmittelbranche Nestlé - eine Aktie für den langfristigen Anleger

22.10.2009 ·  Mit einem Kursgewinn von knapp 20 Prozent seit Anfang März sieht die Aktie des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé kurzfristig im Vergleich anderen vergleichsweise „alt“ aus. Langfristig lässt sie jedoch viele hinter sich.

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Mit einem Kursgewinn von knapp 20 Prozent seit Anfang März sieht die Aktie des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestle kurzfristig im Vergleich mit dem SMI-Index vergleichsweise „alt“ aus.

Langfristig sieht das Bild deutlich anders aus: Auf Sicht von 20 Jahren erzielte die Aktie des Unternehmens einen Gesamtertrag aus Kursgewinnen und Bruttodividenden von 726 Prozent oder von 11,2 Prozent pro Jahr. Der SMI dagegen kommt gerade einmal auf einen Gesamtertrag von 273 Prozent oder von 6,8 Prozent.

Robuste operative Entwiklung schon seit Jahrzehnten

Das heißt, die Nestle-Aktie ist eine jener Papiere, die man als langfristig orientierter Anleger durchaus ins Auge fassen kann. Das Unternehmen steigert schon sei Jahren sowohl Umsatz als auch den Gewinn im Trend, erwirtschaftet eine solide Eigenkapitalrendite und bietet eine solide Ausschüttungspolitik an. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,6 und 14,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von etwas mehr als drei Prozent auf Basis für die im kommenden Jahr zu erwartende Auszahlung sind die Papiere zudem vernünftig bewertet.

An dieser Einschätzung ändert sich wenig, auch wenn Nestlé in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2,2 Prozent weniger umgesetzt hat als im Vorjahr. Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in Vevey wies am Donnerstag Einahmen von 79,55 Milliarden Franken aus und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten, die im Konsens mit 80,27 Milliarden Franken gerechnet hatten. Im Vorjahreszeitraum summierten sich die Einnahmen bis Ende September noch auf 81,35 Milliarden Franken. Belastend wirkten sich der im Vergleich stärkere Schweizer Franken und die schwächelnde Nachfrage in einigen Märkten aus.

Organisch dagegen wuchs Nestle im Neunmonatszeitraum um 3,6 Prozent nach 3,5 Prozent zum Halbjahr und 3,6 Prozent im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr kündigte der Konzern höheres organisches Wachstum an, nannte aber keine Details. Nestle bekräftigte die Prognose, wonach die operative Gewinnmarge vor Wechselkurseffekten steigen soll. Im August hatte der Konzern seine Prognose für das organische Wachstum 2009 von „an 5 Prozent zumindest heranreichend“ aufgegeben und erklärt, man wäre mit einem organischen Wachstum von vier Prozent zusammen mit dem Markt zufrieden.

... in einem „langweiligen“, aber hoch soliden Umfeld

Im laufenden Aktienrückkaufprogramm über insgesamt 25 Milliarden Franken kommt Nestle schneller voran als geplant. Für das Jahr 2009 erwartet der Konzern nunmehr ein Rückkaufvolumen von sieben Milliarden Franken und nicht wie bisher geplant vier Milliarden Franken. Damit werde das laufende Rückkaufprogramm schneller beendet. Ergebniszahlen nannte der Konzern bisher nicht.

Neslé ist primär im Nahrungsmittelbereich tätig. Dieser zeichnet sich langfristig auch aufgrund der gepflegten Marken durch eine vergleichsweise robuste Nachfrageentwicklung aus. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von knapp 110 Milliarden Franken. 28 Prozent kamen aus dem Geschäft mit Milchprodukten, 36 Prozent mit Getränken, etwas mehr als 16 Prozent wurden mit Fertiggerichten erlöst, jeweils etwas mehr als elf Prozent mit Tiernahrung und Süßwaren sowie knapp sieben Prozent im Pharmabereich.

Sowohl wegen seiner Marktstellung als auch der soliden Entwicklung in den vergangenen Jahren sehen die weiteren Zukunftsperspektiven solide aus. Aus diesem Grund grundsätzlich für langfristig orientierte und an einem soliden Einkommen interessierte Anleger einen Blick wert. Das gilt besonders dann, wenn es zu Kursrückschlägen wie im Jahr 2002 oder im vergangenen Jahr kommt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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