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Nahrungsmittel Positive Ansätze stabilisieren Kurs der Halloren-Aktie weiter

21.08.2007 ·  Umsatzentwicklung und Finanzlage der Halloren Schokoladenfabrik haben sich im ersten Halbjahr durchaus freundlich gestaltet. Das stabilisiert den Kurs. Kann das Unternehmen die Ertragsklage verbessern, könnte die Trendwende gelingen.

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In Ostdeutschland ist sie geschätzt, im Westen kaum bekannt. Die Schokokugel von Halloren, die im Mai ihr Börsendebüt gaben, war schon zu DDR-Zeiten als „Bückware“ beliebt, die für gute Kunden unterm Tresen verwahrt wurde.

Anleger fanden bislang daran weniger Gefallen, zu sieben Euro ausgegeben, beschloss die Notierung ihren ersten Börsentag bei 7,80 Euro und damit auf ihrem bisherigen Höchstkurs. Von da an ging es talwärts, bei aktuell 6,15 Euro notiert die Aktie nur wenig über ihren Tiefstständen von sechs Euro. Immerhin hat sie seit Ende Juli so etwas wie eine Bodenbildung erfahren, erwies sich die Marke von sechs Euro doch bislang als stabil.

Sommergeschmack bringt Umsatz

Dazu beigetragen haben dürfte auch die Tatsache, dass der Vorstandsvorsitzende Klaus Lellé bereits Mitte Juli mitteilte, dass die Auftragseingänge über der Planung lägen und von einem positiven zweiten Quartal auszugehen sei.

Nach den am Dienstag vorgelegten Geschäftszahlen kann die mit über 200 Jahren älteste Schokoladenfabrik auch erfolgreiche Entwicklungen im ersten Halbjahr vorweisen. So erhöhte sich der Konzernumsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent auf 4,84 Millionen Euro erhöhen.

Vor allem die Halloren-Marke habe sich sehr erfreulich entwickelt, wozu die neuen Sommergeschmacksrichtungen Blutorange-Joghurt, Erdbeer-Minze und Schwarzwälder-Kirsch maßgeblich beigetragen hätten. Der Confiserie-Bereich habe um 29,9 Prozent zugelegt, wohingegen das Geschäftsfeld Chocolaterie nur die Vorjahreswerte erreichte. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 11,81 Millionen Euro.

Ertragsseite nicht ganz so positiv

Nicht ganz so erfreulich entwickelte sich indes die Ertragsseite. Während im ersten Halbjahr das operative Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda) gegenüber dem Vorjahr um 62,91 Prozent auf 870.000 Euro stieg, rutschte man dabei aber im zweiten Quartal mit einem Verlust von 110.000 Euro gegenüber dem kleinen Gewinn von 90.000 Euro im Vorjahresvergleichszeitraum ins Minus.

Das Betriebsergebnis (vor Zinsen und Steuern, Ebit) war im ersten Halbjahr ausgeglichen, nachdem im ersten Halbjahr 2006 ein Verlust in Höhe von 240.000 Euro zu Buche stand. Da das Unternehmen neue Produktionsanlagen in Betrieb genommen hat, liegt nahe davon auszugehen, dass die Verbesserung des Ebits vor allem dies reflektiert. Mit diesen Kennzahlen liege man im Rahmen der eigenen Erwartungen, so das Unternehmen. Im zweiten Quartal rutschte das Ebit indes von minus 320.000 Euro auf minus 560.000 Euro tiefer ins Minus.

Das Quartalsergebnis sei von den geplant höheren Personalaufwendungen für Installations- und Inbetriebnahmearbeiten sowie höhere Materialkosten für das Anfahren der Anlagen geprägt gewesen. Zudem sehe man sich wie die gesamte Branche kontinuierlichen Preiserhöhungen bei wichtigen Rohstoffen ausgesetzt. Man stelle sich dieser Herausforderung und werde „die Verschlechterungen im Kostenbereich durch geeignete Maßnahmen kompensieren“. Dabei helfen soll ein deutlich verbesserter Auftragseingang, der gegenüber dem Vergleichsquartal 2006 um 28,2 Prozent auf 5,0 Millionen Euro gestiegen ist.

Finanzlage deutlich freundlicher

Verbessert habe sich auch die Finanzlage des Unternehmens, das zum Zeitpunkt des Börsengangs nur über eine Eigenkapitalquote von elf Prozent verfügte. Durch den erfolgreichen Börsengang habe sich das Eigenkapital um 10,5 Millionen Euro auf nunmehr 13,6 Millionen Euro erhöht, wohingegen die Finanzverbindlichkeiten um 2,8 Millionen Euro im Vergleich zum Ende des 1. Quartals 2007 gesunken seien.

Insgesamt sind die Ansätze durchaus positiv, auch wenn die Gewinnsituation des Unternehmens noch nicht befriedigen kann. Nach Analystenprognosen ist das Papier mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 17 für das laufende und 10,6 für das kommende Jahr bewertet.

Damit ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als die des renommierten großen Konkurrenten Lindt & Sprüngli mit KGVs von 31,3 bzw. 27,2. Indes gaben die Schweizer am Dienstag für das erste Halbjahr einen Umsatzanstieg von 15,7 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken und einen Anstieg des Betriebsergebnisses um 105 Prozent auf 31,7 Millionen Franken sowie eine Erhöhung des Reingewinns auf 23,0 Millionen Franken bekannt. Damit konnte das Unternehmen die Analystenprognosen auf allen Stufen übertreffen. Auch Barry Callebaut sind mit KGVs von 22,2 und 17,2 deutlich höher bewertet.

Aktiennotierung bleibt vorläufig in der Handelsspanne

Andererseits muss Halloren die entsprechenden Erträge erst erwirtschaften. Angesichts der immer noch geringen Margen auch der Schweizer erscheint es durchaus möglich, dass Halloren in diese Profitabilitätsdimensionen vorstoßen kann, bedürfte es dazu doch - auf das erste Halbjahr 2007 gerechnet - lediglich eines Ebits von rund 320.000 Euro.

Halloren setzt für die Zukunft auch auf Listungen bei den Neukunden Aldi und Lidl, die nach Ansicht des Unternehmens spürbar zum Umsatzwachstum beitragen sollen. Ob sich durch die Zusammenarbeit mit den bekannten Preisdrückern jedoch auch die Margen verbessern lassen, muss sich noch zeigen, wobei die Hoffnung besteht, dass durch höhere Absatzmengen auch weitere Skaleneffekte entstehen, die eine Kostendegression bewirken.

Während Umsatzentwicklung und Finanzlage durchaus positiv sind, wäre wünschenswert, dass auch die Ertragslage Verbesserungszeichen zeigt, damit die für 2007 von Analysten prognostizierten 1,57 Millionen Euro Reingewinn auch tatsächlich eingefahren werden.

Indes haben einige Anleger in dieser Hinsicht offenbar Hoffnungen. Zumindest legt der Kurs zur Eröffnung am Dienstag um 0,8 Prozent auf 6,20 Euro zu. Damit bleibt die Notierung indes in der kurzfristigen Handelsspanne zwischen sechs und 6,60 Euro. Kann das Unternehmen künftig auch mit verbesserten Ertragszahlen aufwarten, dürfte ein Ausbruch möglich sein. Indes ist dies angesichts der Herausforderungen auf der Rohstoffseite und der auch bei Konkurrenten ohnehin niedrigen Margen sicherlich keine leichte Aufgabe.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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