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Nahrungsmittel Die Milch macht's bei der Aktie von Robert Wise Dairies

05.04.2006 ·  Milchverarbeiter haben es oft nicht einfach. Allerdings gibt es Unternehmen die zeigen, daß es auch anders geht. Zum Beispiel die schottischen Robert Wiseman Dairies. Sie können schon seit Jahren Umsatz und Ertrag steigern.

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Die Milch macht's,“ heißt es in der Werbung. Das dürfte allerdings eher für die guten Milchhandelsunternehmen gelten als für die Landwirte. Denn letztere befinden sich schon seit Jahrzehnten in einem deflationären Umfeld mit sinkenden Erzeugerpreisen und zum Teil dramatisch steigenden Produktionskosten. Aus diesem Grund leben viele landwirtschaftlichen Betriebe trotz der vielgeschmähten Subventionen von der Substanz.

In Deutschland befinden sich auch manche Milchverarbeiter in Schwierigkeiten. Viele von ihnen werden schlicht und einfach schlecht geführt und schieben Strukturprobleme als Begründung vor. Andere, zum Beispiel ein aus Steuergünden mittlerweile in die Schweiz abgewanderter Privatunternehmer, beweisen, daß es im selben Markt auch anders geht.

Robert Wiseman Dairies können Umsatz und Ertrag im Trend steigern

Das zeigt sich auch bei einem Blick nach Großbritannien, genauer nach Schottland. Denn dort können die börsennotierten Robert Wiseman Dairies schon seit Jahren Umsatz und Ertrag im Trend steigern. So dürfte es kaum verwundern, daß sich auch die Aktie in einem mittelfristigen Aufwärtstrend befindet. Ausgehend von einem Zwischentief bei 79,5 Pence im Mai des Jahres 2000 hat das Papier inzwischen knapp 300 Prozent auf ein Allzeithoch von zuletzt 315,75 Pence zulegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Dafür dürfte es in einem anhaltend freundlichen Marktumfeld auch Spielraum geben. Denn hatte das Unternehmen in den vergangenen Monaten mit zunehmendem Margendruck zu kämpfen, der unter anderem auf steigende Kosten für Plastikprodukte, für Öl, Energie und nicht zuletzt auch Löhne zurückzuführen sei, so hätte sich diese Entwicklung im letzten Quartal des vergangenen Jahres stabilisiert, teilte das Unternehmen vor kurzem mit. Das alleine mag noch nicht sonderlich positiv klingen, aber inzwischen habe man bei Preisverhandlungen auf Abnehmerseite Zugeständnisse erreichen können.

Auf der anderen Seite sind die gezahlten Preise an die Milcherzeuger gesenkt worden. Gleichzeitig ist das Unternehmen dabei, neue Milchwerke und Distributionseinrichtungen zu bauen und einzurichten, die die Produktion und auch den Vertrieb effizienter gestalten lassen. Das heißt, auch von dieser Seite dürfte es sich weiteren Ertragsspielraum erschließen. Insgesamt führten die Maßnahmen dazu, daß die operative Marge wieder verbessert werden konnte.

Aktie noch vernünftig bewertet

Gleichzeitig scheint das Unternehmen auf dieser Basis und auch aufgrund der Einführung neuer Marken zunehmend mit neuen Kunden ins Geschäft zu kommen. In den vergangenen zwei Jahren konnten unter anderem neue Kontrakte mit Ladenketten wie Sainsbury abgeschlossen werden. Sainsbury kauf inzwischen die Hälfte seiner Frischmilchprodukte von Robert Wiseman Dairies. Cholesterinsenkende Milch wird unter der Marke Reducol an Lebensmittelgeschäfte von Tesco verkauft.

Insgesamt dürfte die Aktie noch etwas Kursspielraum haben. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 13,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr, von 12,73 für das laufende Jahr und mit einer Dividendenrendite von 2,6 Prozent ist das Papier noch vernünftig bewertet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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