17.06.2009 · Der Trend ist eindeutig: Siemens, Bosch, Nokia & Co. bauen Windenergieanlagen und bemühen sich darum, Strom zu sparen.
Eine Idee allein ist noch kein Grund zur Euphorie. Inzwischen aber gibt es etliche Unternehmen, die ihre Ideen auch umsetzen. Sie legen nicht nur üppige Nachhaltigkeitsberichte auf, die gehören immerhin für 27 der 30 Dax-Unternehmen zum Standard. Sondern haben auch umfassende grüne Firmenprogramme: Sie investieren in Umwelttechnik, reduzieren ihren Energieverbrauch und bringen neue Produkte auf den Markt, zum Beispiel Handys oder Computer, die komplett recycelbar sind.
Green IT und Stromverbrauch
Hätten Sie's gewusst: Informationstechnik verursacht weltweit genauso viel CO2 wie der Flugverkehr. Denn sie frisst enorme Mengen Strom. Deshalb setzen die meisten Firmen genau hier an: Sie entwickeln umweltfreundliche IT-Strategien, mit denen ihr Energieverbrauch sinkt - und sparen dadurch auch noch immense Kosten. Gerade in der Krise hat das Thema Green IT deshalb so richtig Fahrt aufgenommen, hat der IT-Anbieter Symantec in einer Studie unter 1000 Firmen ermittelt. 97 Prozent von ihnen nutzen grüne IT-Strategien, 73 Prozent wollen sogar mehr Geld ausgeben, um sparsamere IT-Systeme anzuschaffen.
Gerade ein Industriegigant wie Siemens mit seinen knapp 400 000 Mitarbeitern könnte durch grüne IT viel Geld sparen - und sogar daran verdienen, zum Beispiel mit dem Fujitsu Siemens 0-Watt-PC, den Siemens im Frühjahr vorgestellt hat. Außerdem will der Konzern jährlich 20 Prozent seines Energieverbrauchs kappen, Abfall, Gas und Wasser sparen. Daneben steckt Siemens nach eigenen Angaben noch 88 Millionen Euro in den Umweltschutz.
Die Investitionen dürften sich auszahlen: Nach den jüngsten Korruptionsskandalen braucht Siemens dringend einen Schub fürs Image. Und das Engagement für Umwelt und lebenswertere „green cities“ dürfte wenigstens wieder mal für ein paar gute Nachrichten sorgen. Abgesehen davon: Siemens hat die Nachhaltigkeit schon länger entdeckt. 2008 erzielte der Konzern bereits ein Viertel seines Gesamtumsatzes nur mit Windturbinen und nennt sich nicht zu Unrecht „führender grüner Infrastrukturgigant“.
Grüne Energie
Im vergangenen Jahr überstiegen die Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Technologien erstmals den Betrag, der in die Erzeugung konventioneller Energie floss. Über 155 Milliarden Dollar pumpten Firmen weltweit in grüne Technik, davon allein 52 Milliarden, um Windparks zu bauen, 33 Milliarden für Solarzellen, den Rest für Biogas- und Geothermieanlagen. Auf die Windenergie will sich jetzt auch die Robert Bosch GmbH stürzen. Sie ist derzeit weltweit größter Zulieferer für Windenergiegetriebe und baut für 180 Millionen Euro ein neues Werk aus, das solche Großgetriebe fertigen soll. Nachhaltigkeitsexperten wie Henry Schäfer wundert das nicht: „Das gehört zur Kultur und Unternehmensidentität. Schon Firmengründer Robert Bosch war ein sehr sozialer Mensch.“
Auch Evonik, bisher Deutschlands fünftgrößter Stromerzeuger mit acht Steinkohlekraftwerken, wird grüner: Der Essener Mischkonzern, in dem die frühere RAG und Degussa verschmolzen, investiert in Asien, um dort Solarsilizium-Zellen zu bauen.
Mobilität
Bei Autos ist längst noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Industrie muss endlich weg vom Kraftstoff. Aber die wenigsten wagen sich mit neuen Antriebstechniken weit voran. Den Titel „Antrieb der Zukunft“ nehmen aber gleich zwei Hersteller für sich in Anspruch: Bosch mit Hybridkonzept und Brennstoffzellentechnik und Evonik, der mit Daimler die Lithium-Ionen-Batterie fürs Auto baut. Daimler hängt allerdings auch noch am Kraftstoff und hat mit der Deutschen Post ein Pilotprojekt gestartet, das für erneuerbare Diesel-Kraftstoffe wirbt. Sparen beim Fahren ist gerade für den Logistikkonzern Post und DHL ein Thema.
Grünes Handy
Alle zwei Jahre ein neues Handy und das alte landet auf dem Müll - wo es mit seinen Altakkus und Plastikteilen die Umwelt verpestet? Wenn es nach Nokia geht, ist das ein Anachronismus. Das grüne Handy ist zwar noch eine gewagte Studie, aber es soll später rund 15 Jahre halten. Außerdem ist es komplett wiederverwertbar. Auch Konkurrent Ericsson hat gerade ein grünes Telefon vorgestellt.
„Solche Entwicklungen sind der Beweis“, sagt Nachhaltigkeitsexperte Schäfer, „dass nachhaltiges Wirtschaften auch Innovationen beflügeln und so Wettbewerbsvorteile schaffen kann.“ nadu.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.323,19 | −0,26% |
| FAZ-INDEX | 1.376,76 | −0,07% |
| TecDAX | 755,97 | +0,47% |
| MDAX | 10.262,40 | +0,65% |
| SDAX | 4.815,92 | −0,03% |
| REX | 435,43 | +0,17% |
| Eurostoxx 50 | 2.147,92 | −0,65% |
| F.A.Z. EURO | 69,41 | −0,29% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.625,44 | +0,53% |
| EUR/USD | 1,2536 | −0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,24 $ | −0,02% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
| Bund Future | 144,31 € | −0,03% |