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Nach schwarz-gelben Sanierungsplänen Eon, RWE und Lufthansa verlieren

08.06.2010 ·  Die von der Bundesregierung geplanten Steuer- und Abgabenerhöhungen für die Atomwirtschaft und die Luftverkehrsbranche belasten vor allem Versorger- und Luftfahrtaktien.

Von Daniel Mohr
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Die drei größten Verlierer im Dax waren die Energiekonzerne RWE und Eon, deren Aktienkurse um 3,6 bzw. 3 Prozent fielen und die Papiere der Lufthansa mit einem Kursminus von 2,2 Prozent, während der Dax nur gut 0,6 Prozent verlor.

Die Bundesregierung will der Kernenergiewirtschaft eine neue Steuer auferlegen und dadurch von 2011 an jährlich 2,3 Milliarden Euro einnehmen. „Das belastet die mittelfristigen Ergebnisprognosen der Unternehmen erheblich“, sagt Bernhard Jeggle, Aktienanalyst der Landesbank Baden-Württemberg. Nach seinen Schätzungen entfallen von den 2,3 Milliarden Euro aufgrund der produzierten Strommenge aus Atomkraftwerken 937 Millionen Euro auf Eon, 601 Millionen Euro auf RWE, 439 Millionen Euro auf ENBW und der Rest vor allem auf Vattenfall sowie einige Stadtwerke. „Die Abgabe kommt schneller als erwartet, ist höher als gedacht und bezieht sich zudem auf alle im Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, unabhängig von deren Laufzeitverlängerung“, sagt Jeggle. Sollte sie tatsächlich umgesetzt werden, will der Analyst seine Kursziele senken, die Kaufempfehlungen für die Eon- und RWE-Aktie jedoch beibehalten. Eine Überwälzung der Steuer auf die Stromkunden hält Jeggle für unwahrscheinlich.

Lieber in Paris oder Amsterdam zwischenlanden

Die geplante „ökologische Luftverkehrsabgabe“ soll jedes Jahr eine Milliarde Euro an zusätzlichen Staatseinnahmen bringen und auf jeden von Deutschland aus abfliegenden Passagier erhoben werden. „Das ist ein deutlicher Dämpfer für die Lufthansa“, sagt Frank Skodzik, Aktienanalyst der Commerzbank. „Als Marktführer in Deutschland würden auf sie rund 400 Millionen Euro entfallen.“ Falls man unterstelle, dass hiervon die Hälfte der durchschnittlich 8 bis 10 Euro je Ticket auf die Kunden überwälzt werden könne, würde sich eine Ergebnisbelastung von 200 Millionen Euro ergeben.

Im Jahr 2009 erzielte die Lufthansa ein operatives Ergebnis von 130 Millionen Euro, 2008 waren es 1,3 Milliarden Euro. Gerade im Umsteigegeschäft sei die Überwälzung auf die Kunden jedoch kaum möglich, sagt Skodzik, da das Fluggeschäft sehr preissensitiv sei und zum Beispiel Flüge von Indien über Europa in die Vereinigten Staaten dann lieber in Amsterdam oder Paris anstatt in Frankfurt zwischenlanden könnten. Darunter würden dann auch Flughafenbetreiber wie Fraport leiden. Die Fraport-Aktie verlor am Dienstag 1,3 Prozent an Wert.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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