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Aktualisiert: 17.04.2017, 15:05 Uhr

Nach Erdogan-Sieg Türkische Börse legt zu

Zumindest die Anleger in der Türkei reagieren positiv auf den Sieg von Präsident Erdogan. Der Index der 100 größten Werte der Istanbuler Börse steigt.

© Reuters Händler an der Börse in Istanbul

Die Börse in Istanbul hat mit leichten Kursgewinnen auf die Mehrheit für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beim Verfassungsreferendum reagiert. Der Leitindex der Istanbuler Börse lag gegen Montagmittag knapp ein Prozent im Plus. Auch die Währung des Landes legte zu. Der Dollar verbilligte sich auf 3,65 Lira.

„Märkte bevorzugen Kontinuität“, sagte Volkswirt Carsten Hesse von der Berenberg Bank. Die Analysten des Brokers BGC Partners schrieben in einem Kommentar, am Markt stünden wahrscheinlich die Fortsetzung der Stabilität sowie die geringer werdende Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen im Vordergrund.

Nach dem gescheiterten Putsch vom Sommer 2016 hatte der Leitindex der Istanbuler Börse gegen den europäischen Trend bis zum Jahreswechsel etwa zehn Prozent an Wert verloren. Seither ging es mit einem Plus von gut 13 Prozent doppelt so stark bergauf wie bei Dax und EuroStoxx50. Die türkische Lira hatte wegen der politischen Turbulenzen um rund ein Drittel abgewertet und war von Rekordtief zu Rekordtief gefallen.

Mehrheit ist Mehrheit

Erdogan hat das Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems, das ihm künftig eine noch größere Machtfülle beschert, knapp gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Wahlkommission entfielen 51,3 Prozent der Stimmen auf „Ja“, 48,7 Prozent votierten mit „Nein“.

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Bereits kurz nach seinem Sieg sagte Erdogan, seine erste Aufgabe werde sein, die Wiedereinführung der Todesstrafe auf die Tagesordnung zu setzen. Dass er sein selbsterklärtes Wunschziel von mehr als 60 Prozent klar verfehlt hat, erwähnte er mit keinem Wort.

Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak gestand am Sonntagabend zumindest ein, dass die Zustimmung zum Präsidialsystem längst nicht so begeistert ausgefallen ist, wie sich das Erdogan-Lager das erhofft hatte. Er betonte aber auch, dass es aus seiner Sicht darauf letztlich nicht ankomme: „In allen Demokratien ist der ausreichende Anteil 50,1 Prozent.“

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