http://www.faz.net/-gv6-8wyut

Nach Erdogan-Sieg : Türkische Börse legt zu

  • Aktualisiert am

Händler an der Börse in Istanbul Bild: Reuters

Zumindest die Anleger in der Türkei reagieren positiv auf den Sieg von Präsident Erdogan. Der Index der 100 größten Werte der Istanbuler Börse steigt.

          Die Börse in Istanbul hat mit leichten Kursgewinnen auf die Mehrheit für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beim Verfassungsreferendum reagiert. Der Leitindex der Istanbuler Börse lag gegen Montagmittag knapp ein Prozent im Plus. Auch die Währung des Landes legte zu. Der Dollar verbilligte sich auf 3,65 Lira.

          „Märkte bevorzugen Kontinuität“, sagte Volkswirt Carsten Hesse von der Berenberg Bank. Die Analysten des Brokers BGC Partners schrieben in einem Kommentar, am Markt stünden wahrscheinlich die Fortsetzung der Stabilität sowie die geringer werdende Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen im Vordergrund.

          Nach dem gescheiterten Putsch vom Sommer 2016 hatte der Leitindex der Istanbuler Börse gegen den europäischen Trend bis zum Jahreswechsel etwa zehn Prozent an Wert verloren. Seither ging es mit einem Plus von gut 13 Prozent doppelt so stark bergauf wie bei Dax und EuroStoxx50. Die türkische Lira hatte wegen der politischen Turbulenzen um rund ein Drittel abgewertet und war von Rekordtief zu Rekordtief gefallen.

          Mehrheit ist Mehrheit

          Erdogan hat das Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems, das ihm künftig eine noch größere Machtfülle beschert, knapp gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Wahlkommission entfielen 51,3 Prozent der Stimmen auf „Ja“, 48,7 Prozent votierten mit „Nein“.

          Bereits kurz nach seinem Sieg sagte Erdogan, seine erste Aufgabe werde sein, die Wiedereinführung der Todesstrafe auf die Tagesordnung zu setzen. Dass er sein selbsterklärtes Wunschziel von mehr als 60 Prozent klar verfehlt hat, erwähnte er mit keinem Wort.

          Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak gestand am Sonntagabend zumindest ein, dass die Zustimmung zum Präsidialsystem längst nicht so begeistert ausgefallen ist, wie sich das Erdogan-Lager das erhofft hatte. Er betonte aber auch, dass es aus seiner Sicht darauf letztlich nicht ankomme: „In allen Demokratien ist der ausreichende Anteil 50,1 Prozent.“

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Dicke Brocken für die Deutsche Börse

          Aktien : Dicke Brocken für die Deutsche Börse

          2018 bereiten so viele Unternehmen Börsengänge vor wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Vier wollen Aktien für einen zweistelligen Milliardenbetrag verkaufen. Das birgt auch Gefahren.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          SPD vor Groko-Abstimmung : Muss Schulz Opfer bringen?

          In Bonn entscheiden am Sonntag 600 Delegierte darüber, ob die Sozialdemokraten regierungsfähig bleiben. In vielen Landesverbänden wird ein Zeichen des Neuanfangs verlangt – dabei geht es auch um die Zukunft des Parteichefs.
          Das Schmerzmittel Ibuprofen besitzt einen gefährlichen Einfluss auf die Produktion männlicher Sexualhormone.

          Schmerzmittel : Ibuprofen am Pranger

          Viele Schmerzmittel versprechen Besserung, doch Nebenwirkungen werden oft unterschätzt. Eine neue Studie zeigt: Regelmäßige Einnahme von Ibuprofen kann den männlichen Hormonspiegel empfindlich verändern. Kann darunter gar die Zeugungsfähigkeit leiden?
          Rüstet Volkswagen seine Diesel-Modelle jetzt nach? VW-Autos stehen auf einem Parkplatz im amerikanischen Michigan.

          F.A.S. exklusiv : Warum VW-Dieselautos jetzt doch nachgerüstet werden können

          Hoffnung für Hunderttausende Diesel-Fahrer in der Abgas-Affäre: Der VW-Konzern hat in Tests bewiesen, dass zahlreiche seiner Modelle auch in der Hardware nachgerüstet werden können. Unklar ist, wer die Kosten dafür trägt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.