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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Modehersteller Burberry-Aktie wirkt immer schicker

 ·  Erst seit gut einem Jahr notiert die Aktie von Burberry an der Börse. Seitdem hat sich das Papier des Herstellers luxuriöser Mode, von einigen Kursdellen abgesehen, stetig verbessert und nun sein Jahreshoch vor Augen.

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In den vergangenen Jahren hat eine ehedem „very british“ und langweilig anmutende Modemarke ein ungeahntes Comeback hingelegt: Burberry. Das in braun, rot, weiß und schwarz gehaltene charakteristische Karomuster tauchte selbst in amerikanischen und an die Massen gerichtete Fernsehserien wie „Ally McBeal“ auf.

Die aufgepeppte Popularität hat die britische Luxusmode-Gruppe zum Börsengang genutzt. Seit Mitte Juli vergangenen Jahres notiert die Aktie in London und Frankfurt. Und der Blick auf den Kursverlauf dürfte die Aktionäre mit Freude erfüllen. Seit der Erstnotiz hat das Papier um fast 26 Prozent zugelegt und hat nun mit 297,25 Pence an der Londoner Börse ihr Jahreshoch vor Augen.

Mehr verkauft als von Analysten erwartet

Auch wirtschaftlich sieht es bei dem Unternehmen ordentlich aus: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs, das am 30. Juni endete, hat Burberry nach eigenen Angaben den Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 18 Prozent gesteigert. Die Verkäufe nahmen, getrieben von neuen Läden, um 21 Prozent zu. Damit hat Burberry die Erwartungen von Analysten übertroffen - und dies sogar recht deutlich: Merrill Lynch hatte lediglich mit einem Plus von neun Prozent auf 134 Millionen Euro gerechnet.

Zur Entwicklung der Ertragslage im ersten Geschäftsquartal hat sich das Unternehmen allerdings in seiner Mitteilung ausgeschwiegen - , anders als im jüngsten Jahresbericht, der im übrigen eine gesteigerte Profitabilität ausgewiesen hat. In diesem Zusammenhang ist aber zu bedenken, daß Burberry als in Pfund bilanzierendes Unternehmen von der Stärke des Euro gegenüber der eigenen Währung profitiert, weil es eben mehr Pfund und Pence für Euro und Cent erhält. Dies unterscheidet Burberry übrigens von Mitbewerbern wie den Luxusgüterkonzern LVMH.

Nur noch ein Widerstand zu nehmen

Um bei diesem Paar zu bleiben: Dem Vergleich mit LVMH hält Burberry gut stand. Während sich die Aktie der Briten binnen Jahresfrist um die genannten 26 Prozent verteuert hat, hat das französische Papier um 21,1 Prozent zugelegt. Dabei ist die Burberry-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,7 deutlich günstiger bewertet als LVMH mit einem KGV von 28,8.

Gemeinsam ist beiden Titeln das günstige Chartbild. Burberry bewegt sich in einem sanften langfristigen Aufwärtstrend und in einem steilen kurzfristigen Aufwärtstrend. So oder so: Die Aktie - die von Merril Lynch wie Bear Stearns zum Kauf empfohlen und von UBS neutral gesehen wird - schaut nach oben. Nicht nur dorthin blicken, sondern auch steigen kann sie vor allem dann, wenn sie das bisherige Jahreshoch bei 300 Pence überspringt. In diesem Fall hätte sie alle Widerstände überwunden, was ein weiteres Kaufsignal wäre.

Anleger sollten dabei beachten, daß der Kursverlauf bisher von zum Teil erheblichen Schwankungen gekennzeichnet gewesen ist. Für den Titel spricht aber, solche Kursdellen wie zuletzt im Mai und davor im März binnen weniger Tage oder Wochen mehr als wettgemacht zu haben.

Das Schaubild zeigt die Entwicklung der Burberry-Aktie seit der Erstnotiz.

Text: Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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