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Mode Teure Hugo Boss-Aktien weiter auf dem Weg nach oben

Mode von Hugo Boss ist nicht ganz billig. Dasselbe gilt für die Aktien des schwäbischen Unternehmens. Für Aktionäre und Modebewußte scheinen diese Umstände aber nicht unbedingt eine Rolle zu spielen.

© Hugo Boss Hugo Boss setzt künftig verstärkt auch auf Accessoires

Der Konsum in Deutschland ist ein unendliches Thema voller Negativmeldungen. Unter diesen Umständen sollte man eigentlich annehmen, daß alle Unternehmen, die in irgendeiner Weise damit in Beziehung stehen, kränkeln und ihre Aktien höchst unbeliebt sind.

Wenngleich das bisweilen der Fall sein mag, so trifft das im Textilbereich eher selten zu. Schon gar nicht gilt das für Hugo Boss. Stamm- und Vorzugsaktien des Unternehmens befinden sich seit über drei Jahren im Aufwärtstrend und notieren derzeit auf einem Vier-Jahres-Hoch. Die Vorzugsaktie schloß am Mittwoch mehr als neun Prozent über dem Vortagesschluß bei 32,95 Euro, die Stämme brachten es auf ein Plus von 8,7 Prozent und 33,08 Euro.

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Auch die eigenen Erwartungen übertroffen

Grund waren Zahlen, die der Modehersteller vorlegte und die die Erwartungen deutlich übertrafen. Hugo Boss hat sich im vergangenen Jahr mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus vom verhaltenen Wachstum auf dem Modemarkt abgesetzt und blickt entsprechend optimistisch auch auf das neue Geschäftsjahr. Der Überschuß sei 2005 um 23 Prozent auf 108 Millionen Euro gestiegen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen im schwäbischen Metzingen mit.

Hugo Boss Black Women Spring Summer 2006 © Hugo Boss Vergrößern Wachstumspotential sieht Boss vor allem mit der Marke Boss Black

Damit übertraf der Konzern sowohl die eigene, bereits auf 105 Millionen Euro angehobene Prognose als auch die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt nur von knapp 106 Millionen Euro Gewinn ausgegangen waren. Der Umsatzzuwachs fiel mit zwölf Prozent auf 1,31 Milliarden Euro erwartungsgemäß aus.

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einer weiterhin positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Die Damenmode-Marke, die erst im Jahr 2004 in die Gewinnzone gelangte, verzeichnete ein Erlöswachstum von 38 Prozent. Dieses wachstumsstarke Geschäft will der mit Herrenanzügen groß gewordene schwäbische Hersteller weiter ausbauen und setzt derzeit auf den Verkauf von Schuhen und Accessoires.

Aufwärtstrend dürfte der Bewertung zum Trotz anhalten

Für 2006 erwartet man ein Wachstum von 30 Prozent. „Besonders erfolgreich waren die Boss Black Damenkollektionen“, begründete Vorstandschef Bruno Sälzer die Entwicklung. Auch auf die Freizeitmarke Boss Orange setzt man in Metzingen Hoffnungen.

Das vierte Quartal fiel traditionell schwächer aus. Nach Vergleich mit den Neun-Monats-Zahlen betrug der Umsatz 247 Millionen Euro, lag damit aber rund elf Prozent über dem des Vorjahres. Der Modehersteller verzeichnete demgemäß auch einen traditionellen Verlust im vierten Quartal in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

Wenngleich der Aufwärtstrend der Aktien anhält, auch wenn diese am Donnerstag zur Eröffnung eine leichte technische Gegenreaktion zeigen, so befindet sich die Bewertung der Papiere dennoch in Regionen, die über dem liegen, was als preiswert zu bezeichnen wäre. Für das kommende Jahr rechnen die Analysten im Schnitt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,5 für die Stamm- und 19,4 für die Vorzugsaktien.

Das wird auch durch die Dividendenrendite von 2,6 Prozent für die Vorzüge nicht wirklich relativiert. Indes spricht der Trend für weitere Kursgewinne und wenn Hugo Boss die angekündigten Zuwächse realisieren kann und diese nicht zulasten des Gewinnes gehen, sollte die Aktie ihren Kurs nach oben beibehalten können - aller Bewertung zum Trotz.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho

 
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