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Mode Escada-Aktie drohen Gewinnmitnahmen

03.03.2006 ·  Verhalten war der Ausblick den die Modekette Escada am Freitag auf das laufende Geschäftsjahr gab. Auch die Zahlen für das abgelaufenen Quartal waren nicht wirklich erfreulich. Gewinnmitnahmen kämen daher nicht überraschend.

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Mode ist immer wieder wichtig - nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch auf dem Parkett. In Mode ist auch die Escada-Aktie, die allen Anfechtungen zum Trotz seit dem Herbst 2003 im Aufwärtstrend liegt und es immerhin auf eine Jahresperformance von 31,85 Prozent bringt.

Der Luxusmodehersteller hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/06, das am 31. Oktober endet, Umsatz und Nettoergebnis abermals steigern können. Mit 166,7 Millionen Euro habe Escada 4,1 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr, teilte das Unternehmen aus Aschheim bei München mit.

Operatives Ergebnis stagniert

Unter dem Strich blieb ein um 5,1 Prozent höherer Gewinn von 6,2 Millionen Euro nach 5,9 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres. Indes lag das operative Ergebnis (Ebitda) aufgrund höherer Kosten mit 20,5 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Dieser Kostenanstieg sei im wesentlichen das Resultat der Expansion der Modekette Biba sowie höheren Marketingaufwendungen bei der Marke Escada. Auch Wechselkursdifferenzen hätten sich negativ ausgewirkt. Biba bietet junge trendige Damenmode zu moderaten Preisen und gehört zum Nicht-Kerngeschäft der Escada-Gruppe.

Den Löwenanteil des Umsatzes bestritt mit 113,6 Millionen Euro weiterhin das Segment Escada. Indes zeigte sich der Modevertrieb Primera mit einem Wachstum von 6,6 Prozent auf 53,1 Millionen Euro dynamischer.

Verhaltene Prognosen

Für das Gesamtjahr rechnet Escada weiterhin mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Damit schließt das neue Firmenmanagement mit Vorstandschef Frank Rheinboldt und Finanzchef Markus Schürholz an die früheren Prognosen des früheren Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Ley an, der eine „prozentual höhere Steigerung des Umsatzes als im vergangenen Jahr“ angestrebt hatte. 2004/05 erwirtschaftete der Modekonzern ein Umsatzplus von 3,7 Prozent auf 648,6 Millionen Euro.

Rheinboldt sagte, das erste Quartal habe die Erwartungen erfüllt und biete eine gute Grundlage, um die Unternehmensziele für das Geschäftsjahr 2005/2006 zu erreichen. Mitte Februar hatte die neue Escada-Führung entgegen der Ankündigung des alten Vorstands beschlossen, auch für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004/05 keine Dividende zu zahlen.

Vorrang vor der Ausschüttung habe das Ziel, die Kapitalbasis angesichts der künftigen Wachstumsperspektiven zu stärken. Die letzte Dividende hatten die Escada-Aktionäre 2001/02 erhalten. Das im SDax gelistete Unternehmen hat einen umfassenden Umbau mit einer Konzentration auf Kernmarken hinter sich.

„Zu beachten ist, daß die ersten drei Monate im üblichen saisonalen Verlauf der Escada-Geschäfte ein starkes Quartal sind. Somit lassen sich die Ergebnisse nicht einfach auf das Gesamtjahr hochrechnen“, dämpfte Rheinboldt die Erwartungen. Das Ebitda soll nach Unternehmensangaben weiterhin auf Basis des Vorjahreswertes von 65,1 Millionen Euro wachsen.

Gewinnmitnahmen sind möglich

Alles in allem waren die vorgelegten Ergebnisse nicht berauschend. Im SDax fielen die Aktien von Escada nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse vorbörslich zunächst um 2,7 Prozent, zogen dann aber wieder an. „Die Zahlen lagen allesamt unter den Erwartungen“, sagte ein Händler.

Zudem gibt der Ausblick wenig Anlaß zu Überschwang und schlägt in dieselbe Kerbe, die schon die abermals abgeblasenen Dividendenzahlung geschlagen hat. Es dürfte daher nicht verwundern, wenn es zu Gewinnmitnahmen kommt. Die Escada-Aktie ist gut gelaufen und ihre Bewertung für einen Mode-Hersteller mit doch nur mäßigem Wachstum mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 22,25 für das laufende und 17,5 für das kommende Geschäftsjahr nicht unbedingt niedrig - zumal dann, wenn das dafür benötigte starke Ergebniswachstum ausbleibt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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