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Mobilfunk Nokia-Aktie empfiehlt sich als Qualitätstitel

 ·  Nokias Zahlen und der Quartalsausblick begeistern die Börse. Die Finnen versuchen offensichtlich, an alte Zeiten anzuknüpfen.

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Das passt der Börse gerade perfekt in den Kram: Der Quartalsgewinn von Nokia liegt über ihren Erwartungen! Folglich setzt der Titel am Donnerstagmittag seine positive Tagestendenz weiter fort: Bis 12.39 Uhr haussiert die Aktie mit plus 9,69 Prozent auf 16,53 Euro, und zieht den gesamten Telekom-Sektor mit nach oben.

Der Proforma-Gewinn je Aktie betrage 0,18 Euro, teilten die Finnen mit, während Analysten im Schnitt mit 0,17 Euro gerechnet hatten. Nokia selbst hatte zuvor eine Spanne von 0,15 bis 0,17 Euro in Aussicht gestellt. Da stört es die Börsianer auch nicht mehr, dass der auf 7,224 Milliarden Euro bezifferte Umsatz leicht unter der Analystenprognose von 7,273 Milliarden Euro lag.

Auch Quartalsausblick über den Erwartungen

Viel wichtiger war ihnen, dass der weltgrößte Handy-Hersteller für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,23 bis 0,25 Euro sowie einen Umsatz von 8,9 bis 9,2 Milliarden Euro erwartet. Analysten gingen bisher nämlich nur von 0,23 Euro bei 8,76 Milliarden Euro Umsatz aus. Zuletzt waren nämlich starke Zweifel aufgekommen, ob sich der Optimismus der Finnen für das vierte Quartal halten lässt. Grund war die Unsicherheit über die Nachfrage nach den neuen Farbdisplay-Modellen und das Ausgabeverhalten der Mobilfunkbetreiber.

Das vierte Quartal ist auf Grund des Weihnachtsgeschäfts traditionell die umsatzstärkste Periode für Gerätehersteller. Wegen der neuen Farbmodelle versprechen sich Nokia und auch deren Konkurrenten in diesem Jahr einen deutlicheren saisonalen Aufschwung als üblich.

Netzwerksparte weiter am Boden

Der höhere Umsatz soll allerdings vor allem aus steigenden Volumina bei der
Mobiltelefonsparte resultieren, die rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Bei der Netzwerksparte sieht Nokia-Chef Jorma Ollila nach wie vor keinen Aufschwung. Dass die Finnen im abgelaufenen Quartal allein 306 Millionen Euro für noch ausstehende Forderungen an Mobilcom abschreiben mussten, unterstreicht nur die Probleme in diesem Bereich. Insgesamt fielen die Erlöse der Sparte um sieben Prozent auf 1,545 Milliarden Euro.

Hohe Rentabilität

Doch ist Nokia anders als seine Wettbewerber in der glücklichen Lage, dank der Handysparte dennoch eine ansehnliche Gesamtrentabilität zu erreichen. Während die Pro-Forma-Marge in der Netzsparte (von 9,3 auf 5,2 Prozent einbrach, stige sie in der Telefonsparte weiter von 19,0 auf hervorragende 22,2 Prozent. Eine Rentabilität, von der die Konkurrenz nur träumen kann. „Die Profitabilität im Handy-Geschäft hat erneut positiv überrascht. Angesichts des wirtschaftlichen Umfelds waren die Ergebnisse insgesamt sehr gut“, fasst Marko Maunula von Conventum zusammen.

Auch die vielbeachtete Prognose für den weltweiten Handy-Absatz für 2002 bekräftigte Nokia mit 400 Millionen Stück, während Konkurrent Motorola am Mittwoch davon abrückte und nur noch von 390 Millionen Stück ausgeht. Zudem erwartet Nokia für 2003 einen Absatzsprung auf 440 bis 460 Millionen Geräte. Ihren Marktanteil von fast 40 Prozent wollen die Finnen dabei weiter steigern.

Bei Markterholung ganz vorne dabei

Auf Basis der von IBES gesammelten Gewinnschätzungen ergeben sich derzeit Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 20,7 für dieses und 19,1 für nächstes Jahr, die angesichts der Wachstumserwartungen nicht allzu teuer erscheinen.

Das Urteil für die Nokia-Aktie muss dennoch marktbezogen ausfallen. Schafft die Börse eine nachhaltige Kurserholung, wird das Flaggschiff Nokia, der Überbringer guter Nachrichten, ganz vorne zu finden sein. Schafft sie es nicht, wird auch Nokia nur wenig Kurspotenzial bieten. Vielleicht können die Finnen längerfristig ihren Nimbus als Wachstumsunternehmen zurückgewinnen. Davor müssen den Erwartungen aber erst harte Fakten folgen.

Fünfjahreschart der Nokia-Aktie.

Quelle: @la
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