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Medizintechnik Ion Beam-Aktie profitiert von Sonderausschüttung

 ·  Die Sonderausschüttung von 3,1 Euro je Aktie macht das belgische Medizintechnikunternehmens Ion Beam kurzfristig interessant, führt sie doch zu einer Rendite von mehr als 30 Prozent. Längerfristig ist die Perspektive verschwommen.

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Mit deutlichen Kursgewinnen und einem mittelfristigen Aufwärtstrend macht seit März des Jahres 2003 die Aktie des belgischen Medizintechnikunternehmens Ion Beam auf sich aufmerksam. Das Papier hat inzwischen nicht nur den zuvor dominierenden langfristigen Abwärtstrend überwunden, sondern seit seinem Tief bei 2,60 Euro 277 Prozent auf zuletzt 9,18 Euro zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Hintergrund für diese Entwicklung dürfte einerseits die Spekulation auf die operative Trendwende des Unternehmens sein, nachdem es in den vergangenen Jahren zum Teil deutliche Verluste erzielte. Für das Jahr 2004, das laufende und auch die kommenden Jahre rechnen Analysten mit Gewinnen, auch wenn ihre Höhe noch nicht so richtig absehbar zu sein scheint.

Einmalige Ausschüttungsrendite von etwas mehr als 30 Prozent

Damit tritt ein ganz anderer Aspekt in den Vordergrund. Denn das Unternehmen plant auf Grund eines Beschlusses einer außerordentlichen Hauptversammlung vom vergangenen November eine Sonderausschüttung in Bar von satten 3,10 Euro je Aktie. Das führt auf Basis des aktuellen Kurses zu einer einmaligen Rendite von 31,5 Prozent. Entsprechend groß dürfte danach der entsprechende „Dividendenabschlag“ sein. Die Auszahlung erfolgt kostenlos am 1. Februar an den Schaltern der depotführenden Banken oder der ING-Bank in Belgien gegen Vorlage der entsprechenden Berechtigungsscheine.

Das Unternehmen reagiert damit auf die Tatsache, daß es einerseits in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres einen Gewinn erzielte, andererseits aber noch über flüssige Mittel in Höhe von 120 Millionen Euro oder 4,87 Euro je Aktie aus dem Börsengang und aus dem Verkauf eines Unternehmensteiles verfügte. Sie sind bei einer anhaltend positiven Entwicklung des Unternehmens überflüssig und können von den Aktionären sinnvoller verwendet werden. Gleichzeitig konnte in den ersten sechs Monaten des vergangenen Geschäftsjahres ein Gewinn von 5,5 Millionen Euro erzielt werden, nach einem Verlust von 9,8 Millionen Euro noch im Jahr zuvor.

Ion Beam wurde im Jahr 1986 gegründet und bezeichnet sich als das führende Unternehmen in der „Teilchenbeschleunigungstechnologie“, die in der Nuklearmedizin und der Krebstherapie angewandt wird. Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Die Produktion und den Vertrieb von Radioisitopen sowie technologische Dienstleistungen und Ausrüstung.

Ambitionierte Bewertung und Aufwärtstrend vor der Ausschüttung

Nach dem Verkauf der Sparte, die sie mit Ionisierung und der Sterilisierung beschäftigt, befindet sich das Unternehmen mehr oder weniger in der Phase einer Neuorientierung. Das Ziel besteht darin, sich auf die Krebserkennung -und therapie zu konzentrieren, vor allem auf die Nuklearmedizin. Ion Beam hat sich neu organisiert, um näher an den Kunden zu sein und um bei der Produktion alle denkbaren Synergien ausschöpfen zu können. Dabei soll das Augenmerk vor allem auch auf die rasch wachsenden Märkte in Asien gerichtet werden.

Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 26 und etwas mehr als 36 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr sieht die Aktie nicht sonderlich attraktiv aus. Das wird allerdings relativiert durch die Sonderausschüttung und die Tatsache, daß danach die Bewertungsrelation vermutlich besser aussehen dürften. Auch der Chart sieht zunächst positiv aus. Allerdings könnte sich auch hier das Bild ändern.

Insgesamt dürfte die Aktie zunächst auf Grund der anstehenden Ausschüttung interessant sein. Danach bleibt offen, wie erfolgreich die Repositionierung des Unternehmens sein wird. Die Wachstumszahlen in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres geben immerhin Anlaß zu einem gewissen Optimismus. Die Branche ist auch immer wieder gut für gewisse Übernahmephantasien. Allerdings können Absicherungsstrategien sicherlich nie schaden, wobei in diesem Fall die anstehende Sonderausschüttung berücksichtigt werden muß.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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