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Medienunternehmen Die Premiere-Aktie ist und bleibt spekulativ

10.10.2007 ·  Die Aktie der Premiere AG muss Kursverluste hinnehmen, nachdem die Kirch-Gesellschaft Sirius Die Rechte zur Übertragung der Fußball-Bundesligaspiele erlangt hat. Der Aufwärtstrend ist gebrochen, die Zukunftsphantasie eingetrübt.

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Die Aktionäre der Premiere AG haben eine wechselvolle Entwicklung hinter sich. Nach dem Börsengang, vor dem das Unternehmen hohe Erwartungen geschürt hatte, um einen möglichst hohen Preis für seine Papiere zu erlangen, ging der Kurs nach kurzer Zeit in einen Abwärtstrend über.

Im Dezember des Jahres 2005 ging sie sogar in den freien Fall über, nachdem das Unternehmen die Rechte zur Übertragung der Fußballbundesligaspiele nicht erwerben konnte. Insgesamt verlor die Aktie zwischen dem April des Jahres 2005 und dem Juni des vergangenen Jahres satte 77 Prozent ihres Wertes.

Aufwärtstrend gebrochen - Zukunftsphantasie eingetrübt

Danach konnte sie wieder einen Aufwärtstrend etablieren und von 7,3 Euro bis auf 19,6 Euro zulegen, obwohl Das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr einen Verlust einfahren wird. Die Hoffung der Aktionäre richtete sich alleine auf die Zukunft. Inzwischen ist dieser Aufwärtstrend allerdings wieder gebrochen worden, denn in den vergangenen Wochen ging es deutlich nach unten. Seit dem Zwischenhoch am 24. Juli hat die Aktie inzwischen knapp 35 Prozent auf zuletzt 13,22 Euro verloren, alleine in den vergangenen drei Tagen mehr als 22 Prozent.

Das zeigt, dass manche Marktteilnehmer schon relativ früh gewusst haben mussten, was in den vergangenen Tagen bekannt wurde: Am Dienstag hatte die DFL die Vermarktung der nächsten beiden Ausschreibungen in die Hände der Kirch-Gesellschaft Sirius gelegt. Zudem wollen die beiden ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, welches ein fertiges Bundesliga-Programm produzieren soll. Das soll sowohl in einem eigenen Pay-TV gezeigt als auch weiter vermarktet werden.

Auf diese Weise gerät Premiere einmal mehr in die Defensive, auch wenn sich das Unternehmen bei der Vergabe der neuen Bundesligaübertragungsrechte auch mit dem neuen Vermarktungsmodell der Deutschen Fußball Liga weiterhin gute Chancen aus rechnet. „Wir sehen das relativ entspannt“, sagte ein Premiere-Sprecher am Mittwoch. Das klingt optimistisch. Nicht ganz zu unrecht.

Immerhin konnte das Management der Premiere AG in der Vergangenheit gelegentlich ein Kaninchen aus dem Hut zaubern und auf diese Weise die Anleger überraschen. Zum Beispiel dadurch, dass es im Juli des vergangenen Jahres eine Vereinbarung mit Unity Media traf, die Topspiele der Bundesliga bis Ende der Saison 2008/09 doch noch übertragen zu dürfen.

Umsatz- und Gewinnentwickung kann bisher niemanden überzeugen

So etwas dürfte auch künftig nicht ausgeschlossen sein. Allerdings besteht nach Analysteneinschätzungen angesichts der hohen Erwartungen von Sirius und der DFL das Risiko, dass der Preis für die Übertragungsrechte nach oben getrieben wird. Immerhin wird in anderen Regionen Europas deutlich mehr gezahlt als in Deutschland. Die DFL rechnet mit einem Erlös von mindestens drei Milliarden Euro für einen Kontrakt mit einer Laufzeit von sechs Jahren, der mit der Saison 1009/10 starten soll. Über den Verkauf der Rechte ins Ausland sollen weitere 460 Millionen erlöst werden. Die Erlöse für den laufenden Drei-Jahreskontrakt liegen bei 1,31 Milliarden Euro.

Insgesamt muss man sehen, dass Premiere einerseits immer wieder von solchen Kontrakten abhängig sein und bleiben wird. Aus diesem Grund sind immer wieder negative oder positive Überraschungen möglich. Das alleine macht die Aktie schon spekulativ. Gleichzeitig fiel die Umsatz- und vor allem auch die Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahres alles andere als überzeugend aus. Von einer stetigen Aufwärtstrendwicklung kann keine Rede sein, bisher konnte man froh sein, wenn das Unternehmen überhaupt ein schwarze Null erreicht. In diesem Sinne scheint diese Aktie bis aus weiteres nicht empfehlenswert zu sein. Sie ist spekulativ und lässt sich nur anhand technischer Signale handeln.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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