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Medien Murdochs Einstieg verschafft Premiere-Aktie Kurssprung

07.01.2008 ·  Einige werden behaupten, sei hätten es schon immer gewusst. Nun ist es Tatsache. Der umstrittene Medienmogul Rupert Murdoch steigt beim Pay-TV-Sender Premiere ein. Auf eine Übernahme wird aber nur verhalten spekuliert.

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Manchmal hat Glück, wer ausharrt. Schon den ganzen Tag spukten Übernahmegerüchte um Premiere auf dem Parkett umher. Gegen 16 Uhr erhielten sie eine substantielle Untermauerung als der Kabelnetzanbieter Unity Media bekannt gab, seinen Anteil von 14,58 Prozent an den Medienmogul Rupert Murdoch verkauf zu haben.

Ein mit Murdochs News Corp. verbundenes Unternehmen kaufte den Anteil für 287 Millionen Euro in bar oder 17,50 Euro pro Aktie, wie Unity Media am Montag in Köln mitteilte. Mit dem Geschäft gelingt Murdoch nach mehreren Anläufen der Wiedereinstieg in den deutschen Medienmarkt.

Neuer Anlauf am deutschen Markt

„Wir sehen noch großes Potential im deutschen Pay-TV-Markt und sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Beteiligung am führenden deutschen Anbieter Premiere jetzt ideal ist“, sagte Murdoch laut einer Mitteilung. Pay-TV gehört zu den Kernaktivitäten der News Corp.

Vor allem in Großbritannien und Italien liegt Murdoch beim Pay-TV bereits vorn.Auch in den Vereinigten Staaten und in Australien ist er eine Macht im Mediengeschäft. In Deutschland hatte er bereits mehrfach versucht, Fuß zu fassen. Der Australier mit amerikanischem Pass war Anfang des Jahrzehnts bereits einmal Gesellschafter bei Premiere gewesen. Durch den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch - zu dem Premiere damals gehörte - musste er sich zunächst wieder vom deutschen Markt verabschieden.

Misstrauische Anleger

Bei Premiere in München wollte man wenig zum Aktionärswechsel sagen. „Wir sind der gleichen Meinung wie Herr Murdoch, dass es für Premiere ein großes Potential im deutschen Pay-TV gibt“, sagte ein Unternehmenssprecher. Änderungen auf der Aktionärsebene würden grundsätzlich nicht kommentiert.

Die Premiere-Aktien stiegen nach der Ankündigung um rund 20 Prozent und blieb aber mit 15,28 Euro doch deutlich unter dem Kaufpreis, den die News Corp. gezahlt hat. Indes rechnen Analysten, wie es heißt, in nächster Zeit insgesamt mit weiteren Anteilsaufstockungen und schließen auch ein komplettes Übernahmeangebot nicht aus.

Die Tatsache, dass der Aktienkurs jedoch nicht bis in die Höhe des Kaufpreises stieg, zeigt doch einige Zweifel an, nicht zuletzt, weil ein Einstieg des aufgrund seiner wenig dezenten journalistischen Linie von der deutschen Politik bislang mit wenig Wohlwollen betrachtet wurde und somit politisches Störfeuer zu befürchten ist.

Guter Preis

Murdoch wird anderen Aktionären zwar kaum weniger bieten können, indes ist der Sender damit bei einem prognostizierten Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr mit zwei Milliarden Euro ordentlich bezahlt.

Obendrein beläuft sich das KGV für das laufende Jahr bei einem Preis von 17,50 Euro je Aktie immerhin auf 22,8 und für 2009 immer noch auf 15 - sofern die Ertragsprognosen angesichts des nicht unschwierigen Pay-TV-Marktes zutreffen. Viel mehr als 17,50 Euro wird Murdoch daher nicht anbieten, wenn überhaupt. Insofern ist ein Einstieg spekulativ und angesichts der Volatilität des Aktienkurses in den vergangene Jahren nicht ohne entsprechendes Risiko.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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