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Medien Kursfeuerwerk der ProSiebenSat.1-Aktie schnell ausgebrannt

13.08.2004 ·  Mit einem kurzen, starken Kursstrohfeuer reagierte die Aktie von ProSiebenSat.1 auf die Ertragszahlen des zweiten Quartals. Die Aktie ist zwar langsam vernünftig bewertet. Der Chart zeigt allerdings deutliche Ermüdungserscheinungen.

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Mit Kursgewinnen von bis zu 6,25 Prozent auf 13,60 Euro im Tageshoch im frühen Handel reagierte die Aktie des Medienunternehmens ProSiebenSat.1 auf die Umsatz- und Ertragszahlen des zweiten Quartals und den weiteren Ausblick. Schon im frühen Handelsverlauf macht sich allerdings der schwache Gesamtmarkt bemerkbar, denn die Aktie hat nach wenigen Minuten auf ein Plus von noch 0,39 Prozent auf 12,80 Euro nachgegeben.

Das Unternehmen konnte den Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich mit der Vorperiode um 6,23 Prozent auf 496 Millionen Euro steigern. Der Nettogewinn legte um satte 115,38 Prozent auf 47,6 Millionen Euro oder 21,7 Cent je Aktie zu. Auch auf Sicht des ersten Halbjahres liegt der Umsatzzuwachs bei 6,16 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich den Angaben zufolge binnen Jahresfrist auf Grund des mittlerweile abgeschlossenen Refinanzierungskonzepts um 47 Prozent auf 423,3 Millionen Euro. Insgesamt konnte das Unternehmen mit seiner betriebswirtschaftlichen Entwicklung positiv überraschen. Die durchschnittliche Schätzung für den Nettogewinn lag bei knapp 38 Millionen Euro.

Optimistischer Ausblick ...

Nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal 2004 hat Deutschlands größter TV-Konzern seine positive Haltung für das Gesamtjahr bekräftigt. "Die ProSiebenSat.1-Gruppe, das zeigen die Zahlen, hat wieder Fahrt aufgenommen", sagte Konzernchef Guillaume de Posch am Freitag in Unterföhring bei München. Erstmals seit Bestehen hätten alle vier Sender der Gruppe - ProSieben, Sat.1, Kabel eins und N 24 - zum Halbjahr vor Steuern schwarze Zahlen geliefert. ProSiebenSat.1 habe dabei zwar auch von steigenden Werbeausgaben profitiert. „Das gute Ergebnis ist jedoch nicht allein auf Umsatzzuwächse zurückzuführen, sondern zu einem maßgeblichen Teil auch auf das Kostenmanagement des Unternehmens.“

De Posch rechnet für das Jahr 2004 mit einem leichten Wachstums des TV-Werbemarktes von zwei Prozent netto. „Für die ProSiebenSat.1-Gruppe rechnen wir mit einem Umsatzwachstum, das höher ausfallen wird als das des Marktes.“ Für das Gesamtjahr sei mit einer signifikanten Ergebnisverbesserung zu rechnen. ProSiebenSat.1 konnte im ersten Halbjahr vor allem von dem Wegfall der Kosten für die Fußball-Bundesliga-Übertragung profitieren, die im Vorjahr bis Jahresmitte noch die Gewinne gedrückt hatte.

... muß für positive Überraschungen sorgen

Die Aktie hat mit einem Kursgewinn von 353 Prozent vom Tief bei 3,853 Euro im Mai des vergangenen Jahres bis zum jüngsten Zwischenhoch im Mai des laufenden Jahres bei 17,45 Euro mit einem Plus von 353 Prozent schon einen guten Teil der positiven Entwicklung vorweggenommen. Mit Kurs-Gewinnverhälnissen von 21 und knapp 17 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr scheint die Aktie einigermaßen vernünftig bewertet zu sein. Zumindest dann, wenn sich der positiv Ausblick bestätigt und eine enttäuschende Konjunkturentwicklung nicht doch einen Strich durch die Rechnung macht. Allerdings ist der mittelfristige Aufwärtstrend längst gebrochen und durch eine Konsolidierungsbewegung mit einer leichten Neigung nach unten abgelöst worden.

Die lädt zumindest in einem Umfeld angeschlagener Börsen nicht zum Einstieg ein. Genausowenig wie eine magere Dividendenrendite von 0,16 Prozent. In diesem Sinne sind neue positive Impulse nötig, um der Aktie nachhaltigen Rückenwind zu geben. Im Moment sind sie nicht so richtig absehbar. Denn Kostensenkungen alleine sind nicht alles.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von ProSiebenSat.1 in den vergangenen Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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