29.08.2003 · Eine heiße Spekulation ist um die Aktie von ProSiebenSat.1 entbrannt. Offenbar versuchen Spekulanten den Kurs nach oben zu treiben, ob vom neuen Großaktionär Saban ein höheres Abfindungsangebot zu erhalten.
Ein spannendes Drehbuch wird derzeit an der Börse zum Thema ProSiebenSat.1 verfilmt. Dank des Einstiegs des amerikanischen Großinvestors Haim Saban hat sich der Aktienkurs seit Ende Mai nun schon um 136 Prozent verbessert. Und auch am Freitag steht die Aktie des Fernsehsenders mit einem Plus von 8,89 Prozent auf 9,80 Euro an der Spitze der MDax-Titel.
Ob es zu einem Happy-End für die engagierten Anleger kommen wird, bleibt aber abzuwarten. Der Einstieg von Saban bringt zwar bestimmt Ruhe und finanzielle Stabilität in das Unternehmen zurück und auch das geschäftliche Umfeld scheint sich wieder etwas aufzuhellen, aber ob das einen Kurssprung in dem zuletzt gesehenen Ausmaß rechtfertigt, erscheint zumindest zweifelhaft.
„Da wird viel von der erwarteten Trendwende im Werbemarkt und von den Restrukturierungen durch den neuen Eigentümer Haim Saban vorweggenommen", sagte ein Börsianer. Gleichzeitig warnt er, daß speziell der nochmalige jüngste Kursanstieg fundamental nur noch schwer zu rechtfertigen sei.
Aussicht auf Abfindungsangebot ruft Spekulanten auf den Plan
Möglicherweise ist der Kursanstieg vornehmlich nur auf spekulative Gründe zurückzuführen. Denn Saban hat den freien Aktionären ein Pflichtangebot in Aussicht gestellt. Dieses wird sich am Durchschnittskurs der vorangegangenen drei Monate orientieren und einige Akteure könnten deswegen versuchen, den Aktienkurs hoch zu treiben, um dann ein besseres Übernahmeangebot zu bekommen. Zumindest wird diese Theorie in Händlerkreisen herumgereicht.
Da aber nicht davon auszugehen ist, daß Saban noch freiwillig eine Schippe auf den Preis drauflegen wird, könnte es für diejenigen Anleger, die jetzt noch spekulativ aufspringen wollen, eine Enttäuschung geben. Charttechnisch gesehen ist es aber gleichzeitig so, daß durch den Sprung über neun Euro theoretisch jetzt auch der Weg frei ist bis zur nächsten Hürden bei zwölf Euro. Aber wer darauf wettet, muß gewahr sein, daß es sich dabei um ein echtes Vabanquespiel handelt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |