10.02.2004 · Trotz stagnierendem Umsatz und leicht rückläufigem Auftragseingang blickt IWKA optimistisch in die Zukunft. Der Aufwärtstrend dürfte sich auf Grund der Bewertung nur bei höherer Rentabilität fortsetzen.
Nahezu unverändert tendiert die Aktie des Karlsruher Maschinenbaukonglomerats IWKA nach der Mitteilung, das Unternehmen habe den operativen und den Nettogewinn im vergangenen Geschäftsjahr auf Grund von Kostensenkungen deutlich gesteigert.
Das Unternehmen lieferte diesbezüglich keine konkreten Zahlen, der Markt erwartet eine Gewinnsteigerung im Vergleich mit dem Vorjahr von knapp zehn Prozent auf 90 Cents je Aktie oder 24 Millionen Euro. Auf Basis der Andeutungen des Unternehmens scheint mehr möglich zu sein. Die Umsatzentwicklung dagegen war nicht sonderlich überragend, denn er stagnierte bei 2,29 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand ist im Jahresvergleich sogar um 2,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro gefallen. Dabei mögen zwar Währungseffekte eine Rolle spielen, das ändert allerdings nichts an der Tatsache.
Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft
Das Unternehmen prognostiziert für das laufenden Jahr eine weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses. Der vorhandene Auftragsbestand und die kontinuierlich verfolgten Kostensenkungsmaßnahmen böten gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der Gruppe. Außerdem kündigte das Konglomerat an, Kernkompetenzen aus- und Randaktivitäten abzubauen. Entsprechende Mandate zur Unterstützung des Prozesses würden erteilt.
In Einzelfällen könne der Konzentrationsprozeß allerdings zu buchmäßigen Belastungen des Ergebnisses führen, warnt das Unternehmen. Künftig wolle sich der Konzern auf jene Märkte konzentrieren, auf denen er eine herausragende Position einnehme. Wichtigster Wachstumsbereich sei die Robotik. Obwohl alle Geschäftsbereiche operativ positiv abgeschnitten hätten, stamme der Großteil des Konzernergebnisses aus der Anlagentechnik.
Anleger und Analysten hatten die Konzentration auf die hochprofitablen Kernbereiche schon länger gefordert und teilweise schon erwartet. Weil sich die Ankündigung bisher aber eher auf die Randaktivitäten bezieht, könnte nun die Befürchtung aufkommen, die Restrukturierung gehe nicht weit genug. Die Trennung von einem kompletten Geschäftsbereich wurde ausgeschlossen. Das Unternehmen lebt vor allem von der Anlagentechnik. Die Industrieroboter tragen mit einem Umsatzanteil von 48 Prozent etwa 80 Prozent zum operativen Ergebnis bei.
Auftragseingänge lassen allerdings eine gewisse Skepsis aufkommen
Im Jahr 2003 hat IWKA trotz eines neuerlichen Sanierungsfalls im Beteiligungsportfolio seine Ertragsziele erreicht. Im Verlauf des zweiten Halbjahres lag die Planung bereits „leicht über Vorjahr“. Da gleichzeitig die Nettoschulden abgenommen haben und damit geringere Finanzaufwendungen anfallen dürften, könnte das Ergebnis positiv überraschen.
Der relativ optimistische Ausblick auf das laufende Jahr wird von Aufträgen nicht gestützt. Denn die lassen eher den Eindruck aufkommen, als ob die Konjunktur entgegen der allgemeinen Erwartung doch nicht anziehen würde. Damit stützt er sich neben weiteren Kostensenkungen auch auf den Wegfall von 2003 operativ belastenden Sonderaufwendungen, etwa im Zusammenhang mit der Sanierung der Boehringer Werkzeugmaschinen oder die Auftragsstornierung durch Ford. Gerade im Schlußquartal des Jahres 2003 kam es zu einer weiteren Abschwächung der Bestellungen, insbesondere in der Anlagentechnik mit einem Minus von 19 Prozent und in der Verpackungstechnik mit einem Minus von 16 Prozent. Das dürfte zu einer gewissen Vorsicht raten.
Auf dieser Basis ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von knapp 20 für das vergangene und knapp 16 - basierend von einem optimistisch geschätzten Gewinnanstieg um 25 Prozent - nicht mehr sonderlich günstig. Der Chart befindet sich dagegen in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Insgesamt dürfte sich die Aktie in der aktuellen Lage nur dann wirklich aufdrängen, wenn das Geschäft deutlich anziehen sollte oder wenn die Restrukturierung zu einer deutlicheren Steigerung der Effizienz führen sollte. Beides ist im Moment nicht so richtig absehbar. Damit dürfte sich eine Absicherung eventuelle bestehender Positionen empfehlen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |