27.04.2006 · Ein - wie meist - sehr solides erstes Quartal hat der Anlagenbauer Krones hinter sich. Zwar hatten sich Analysten etwas mehr vom Gewinn versprochen, doch beim Umsatz zeigt sich das Unternehmen stärker. Doch einiges hängt auch von der weiteren Reaktion der Anleger ab.
Der Anlagenbauer Krones war in den vergangenen Jahren immer ein Musterbeispiel an Solidität. Umsatz und Auftragseingang wuchsen beständig, und auch der Jahresüberschuß legte immer etwas zu, wenngleich nicht eben spektakulär.
Ähnliches gilt für den Aktienkurs, der im Grunde seit 1998 einen beständigen Aufwärtstrend aufweist, sieht man einmal von einer Delle im vergangenen Jahr ab, die die Notierung aber schon lange wieder wettmachen konnte. Zuletzt erreichte sie am Dienstag ein Allzeithoch bei 112 Euro. Indes ist sie seitdem ein wenig zurückgekommen, und auch am Donnerstag steht das Papier unter Druck und verliert rund 2,3 Prozent auf 108 Euro.
Anhaltend stabile Nachfrage
Offenbar sind die Anleger nicht so recht mit den Zahlen für das erste Quartal zufrieden, die der Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen und Verpackungsmaschinen am Donnerstag vorgelegt hat. Der Nettogewinn in den ersten drei Monaten stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 9,8 Prozent auf 19,1 Millionen Euro, der Umsatz wuchs um 11,6 Prozent auf 451,6 Millionen Euro.
Grund für die positive Entwicklung sei zum einen eine anhaltend stabile Nachfrage nach Abfüllanlagen und Verpackungsmaschinen und eine verbesserte Produktivität. Krones hat die Arbeitszeiten verlängert und flexibilisiert. Zum anderen aber habe der Rückgang der Verkaufspreise ein Ende gefunden. Ein Ende 2004 ausgebrochener Preiskrieg hatte die Erträge in der Vergangenheit belastet, sagte Finanzvorstand Hans Jürgen Thaus bereits im Februar.
Beim Gewinn lag das Unternehmen aber ein wenig unter den Prognosen der Analysten, die im Durchschnitt ein Nettoergebnis von 19,6 Millionen Euro erwartet hatten, obgleich auf der anderen Seite der Umsatz die Durchschnittsprognose von 445,8 Millionen Euro übertraf.
Preisdruck „nicht schlimmer geworden“
Gut entwickelte sich auch der Auftragseingang, der in den ersten drei Monaten um 10,6 Prozent auf 488,5 von 442 Millionen Euro stieg. Der um 6,1 Prozent höhere Orderbestand von 728 Millionen Euro entspreche einer Auslastung von rund fünfeinhalb Monaten, teilte Thaus bei der Vorlage der Bilanz in München mit. Der Zuwachs bei eingehenden Aufträgen zeige, „daß wir mit unserem innovativen Produkt- und Leistungsprogramm bei unseren Kunden offensichtlich richtig liegen“, sagte Thaus laut Redetext.
Für 2006 setzt das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen auf einen Zuwachs bei der Kapitalrendite auf 17 bis 20 Prozent nach 14,7 Prozent im vergangenen Jahr. Der Umsatz soll um fünf bis zehn Prozent zulegen, der Gewinn ebenfalls um bis zu zehn Prozent. „Der Preisdruck ist nicht schlimmer geworden“, sagte Thaus der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir befinden uns aber immer noch auf hohem Niveau.“
Nach den Analystenschätzungen für das laufende und das kommende Jahr ist Krones mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 15,4 und 13,8 bewertet. Das ist im Branchenvergleich zwar nicht viel und scheint recht akzeptabel. Doch gehen die Analysten von höheren Gewinnsteigerungen aus als das Unternehmen selbst. Indes ändert das an der vergleichsweise moderaten Bewertung im Vergleich zur Branche wenig.
Aussichten für die Aktie weiter gut
Die Frage ist auch, wie sich die charttechnische Situation nach der Konsolidierung der vergangenen Tage weiter entwickelt. Nachdem das Papier nach Vorlage der Ergebnisse rasch an Wert verlor, konnte es sich wieder fangen und liegt derzeit nur noch rund ein Prozent im Minus. Indes wird die Aktie nicht eben rege und in großen Stückzahlen gehandelt, so daß einzelne Aufträge das Bild recht stark beeinflussen können.
Kann die Aktie die Marke von 112 Euro in den nächsten Tagen übertreffen, so dürfte der Kursanstieg weiter gehen. Der Aufwärtstrend ist in jedem Fall noch intakt und aktuell auch nicht gefährdet. Die Zahlen waren keineswegs schlecht und die Aussichten des Unternehmens sind weiter gut, so daß eine Erholung wahrscheinlicher scheint als eine längere Konsolidierung. Aber eine Absicherung des Investments kann zumindest nicht schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |