23.04.2004 · IKWA hat 2003 mehr verdient als erwartet, verzeichnet steigende Auftragszahlen und erwartet mehr Gewinn. Die recht günstig bewertete Aktie bewegt sich auf dem Niveau des Vierjahreshochs und hat noch Potential.
Seit Mitte Oktober schon geht es stetig aufwärts mit der Aktie von IWKA. Zwar stand der Karlsruher Anlagenbauer zuletzt unter Beschuß seines Großaktionärs Guy Wyser-Pratte, der neue Leute auf allen Ebenen des Unternehmens gefordert und dessen Strategie gerügt hatte, da es nur mit einem Roboterhersteller unter den Töchtern richtig Geld verdiene. Doch hat Wyser-Pratte, dessen Einstieg im Herbst den Aktienkurs beflügelt hat, das jüngste Jahresergebnis mit Freude aufgenommen, wie IWKA mitteilte.
Immerhin haben alle Sparten des weltweit aktiven Maschinen- und Anlagenbaukonzerns zuletzt schwarze Zahlen geschrieben. Und IWKA hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr stärker als erwartet gesteigert. Auch der Ausblick ist durchaus positiv ausgefallen: IWKA setzt auch für das laufende Jahr auf Gewinnzuwachs. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Anstieg des Aktienkurses fort. Zum Wochenschluß legt der Titel um ein Prozent auf 20,04 Euro zu und notiert nur sieben Cent unter dem bisherigen Vierjahreshoch auf Schlußkursbasis, da er am Mittwoch markierte. Die gute charttechnische Lage und die recht günstig anmutende Bewertung lassen auf weitere Kursgewinne hoffen.
Operatives Ergebnis um sechs Prozent besser als erwartet
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist 2003 um 10,5 Prozent auf 81,1 Millionen Euro gestiegen, wie IWKA mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 76,5 Millionen Euro gerechnet. Der Jahresüberschuß habe wegen einer höheren Steuerquote nur leicht auf 23,4 Millionen Euro nach 22,5 Millionen Euro zugelegt.
Der Löwenanteil des Gewinns kam mit einem Ebit von 73,6 Millionen Euro nach 58,8 Millionen Euro im Vorjahr wieder einmal aus der Anlagentechnik. Die Prozeptechnik kehrte mit 2,2 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück, nachdem sie einen Verlust von 4,9 Millionen Euro erwirtschaftet hatte, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in der von der schwachen Konjunktur besonders belasteten Verpackungstechnik von 10,1 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro einbrach.
Vorstandschef Hans Fahr bekräftigte angesichts dieser Zahlen die Absicht, IWKA noch stärker auf das Kerngeschäft mit Robotern für die Auto- und Konsumgüterindustrie konzentrieren zu wollen. „Dieser Weg bietet gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung auch 2004. Deshalb gehen wir davon aus, daß sich unser operatives Ergebnis im laufenden Jahr erneut verbessern wird“, sagte er laut Reuters. Vom Geschäftserfolg sollen die Aktionäre auch durch eine Ausschüttung profitieren. Die Dividende soll bei 66 Cent je Aktie konstant bleiben. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent.
Aktie hochgestuft, Kursziele angehoben
Im ersten Quartal dieses Jahres hat IWKA eine weitere Verbesserung verzeichnet. Der Auftragseingang stieg um zwölf Prozent auf 752,2 Millionen Euro verbessert, der Konzernumsatz lag mit 467,5 Millionen Euro leicht über Vorjahresniveau gelegen, während der Auftragsbestand mit 1,35 Milliarden Euro deutlicher über dem des gleichen Vorjahreszeitraums (1,297 Milliarden Euro) lag.
Angesichts dieser Zahlen hat eine Reihe von Analystenhäusern die Aktie hochgestuft und die Kursziele angehoben. Die Landesbank Baden-Württemberg sieht in dem Titel neuerdings einen Kauf, was HSBC Trinkaus & Burkhardt schon vorher getan hat, wobei HSBC die Aktie bei 23 Euro als fair bewertet ansieht, während Dresdner Kleinwort Wasserstein das Kursziel von 16 auf 22 Euro angehoben hat. Aus der Reihe tanzt Equinet, das das Papier mit 19 Euro als korrekt bezahlt ansieht und als Halte-Position begreift.
Bindung an Autoindustrie mit Chancen und Risiken
Unter dem Strich ist die Stimmung für IWKA positiv. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 und einem Verhältnis von Börsenwert zum Umsatz von 0,23:1 dürfte der Titel recht günstig bewertet sein. Die charttechnische Lage ist günstig. Weitere ermutigende Signale würde der Titel senden, wenn er die Hürden bei 21 Euro und 22,40 Euro nehmen könnte. In den kommenden Wochen und Monaten dürfte er, wie andere Titel von Unternehmen, die nahe an der Autoindustrie operieren, von dem aufgehellten Ausblick dieser großen Branche profitieren.
Die verstärkte Ausrichtung auf Automobilindustrie erhöht indes das längerfristige Risiko, daß die IWKA-Aktie in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn dieser Wirtschaftszweig einmal den Rückwärtsgang einlegen sollte. Dies sollten Anleger im Hinterkopf behalten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |