Mit Kursgewinnen von bis zu 11,8 Prozent auf 365,5 Euro und damit auf ein neues Allzeithoch reagierte am Mittwoch die Aktie des schwedischen Maschinenbau- und Engineering-Unternehmens Alfa Laval auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres und dessen viertem Quartal, bevor sie wieder etwas nachgab.
Diese Entwicklung dürfte kaum verwundern, denn das Unternehmen hat operativ schon seit Monaten einen guten Lauf mit dynamisch steigenden Umsätzen und vor allem auch Gewinnen.
Deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum
Alfa Laval konnte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 21,25 Prozent auf 19,8 Milliarden Kronen steigern. Der operative Gewinn legte um 85,3 Prozent auf 2,55 Milliarden Kronen in Landeswährung zu und der Nettogewinn um satte 90,64 Prozent auf 1,686 Milliarden Kronen oder 15,1 Kronen je Aktie.
Im vierten Quartal lag der Umsatzzuwachs bei rund 35,7 auf 6,04 Milliarden Kronen und der Gewinnzuwachs bei 172 Prozent auf 751 Millionen Kronen. Der operative Cashflow verbesserte sich um 18,7 Prozent auf 995 Millionen Kronen. Die operative Marge verbesserte sich im vierten Quartal von 11,4 auf 16,9 Prozent, im Gesamtjahr von 10,8 auf 15,2 Prozent. Der Cashflow des Gesamtjahres stieg von 1,62 auf 2,62 Milliarden Kronen.
Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. Sie führen dazu, dass die Dividende von bisher 5,1 um 22,5 Prozent auf 6,25 Kronen je Aktie angehoben werden soll. Außerdem soll anlässlich der Hauptversammlung über ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zehn Prozent der ausstehenden Aktien beschlossen werden.
Das ist der Blick auf eine erfolgreiche Vergangenheit. Jedoch sieht auch der Blick nach vorne nicht schlecht aus. Denn das Unternehmen verbuchte in den vergangenen Monaten starke Auftragseingänge und blickt anhaltend optimistisch nach vorne. Im gesamten vergangenen Geschäftsjahr hat der Auftragseingang im Vergleich mit dem Vorjahr um knapp 30 Prozent auf etwas mehr als 24 Milliarden Kronen zugenommen. Zum Ende des vergangenen Jahres lag der Auftragsbestand bei 12,36 Milliarden Kronen und damit knapp 65 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Aktie inzwischen relativ „satt“ bewertet
Auf dieser Basis rechnet das Unternehmen „in allen geographischen Regionen und Kundenbereichen, die es bedient, mit einer anhaltend starken Nachfrage“, wie es in einer Mitteilung von Alfa Laval heißt.
Im Jahr 2005 erzielte das Unternehmen jeweils knapp die Hälfte seiner Umsätze mit Hitze- und Kältetechnik sowie der Prozesstechnologie. Es profitiert vom anhaltenden Boom und den dadurch ausgelösten Investitionen im Energie- und Rohstoffbereich. Einmal direkt, da die Öl- und Gasindustrie die Prozesstechnologie in Anspruch nimmt. Zum anderen aber auch indirekt, da die hohen Öleinnahmen zum Beispiel in Arabien zu starken Investitionen führen. Auf diese Weise, aber auch durch das starke Wirtschaftswachstum in Asien wird unter anderem auch die Nachfrage nach Hitze- und Kältetechnikprodukten angekurbelt.
Das ist jedoch nicht alles. Denn gleichzeitig arbeitet Unternehmenschef Lars Renstroem permanent an der Verbesserung der Profitablilität. Aus diesem Grund wurden unter anderem relativ unprofitable Unternehmensteile verkauft und zum Ausgleich von gestiegenen Rohstoffkosten die Preise für die produzierten Produkte erhöht.
Die gesamte Geschichte hat nur einen kleinen Haken. Denn mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 19 und 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das gerade begonnene und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie inzwischen bei einem unterstellten Gewinnwachstum von 22,5 und 6,5 Prozent schon etwas ambitioniert bewertet. Aus diesem Grund spricht vorerst nur noch die Dynamik des Gesamtmarktes und der Aufwärtstrend für das Papier.