Mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Verkauf von Land- und Baumaschinen scheint sich gutes Geld verdienen lassen. Darauf deutet zumindest die Kursentwicklung der Aktien der in diesem Bereich tätigen Unternehmen hin.
Einzelne Werte haben konnten auf Sicht eines Jahres bis zu knapp 200 Prozent zulegen. Allerdings steht dabei nicht immer die operativ-fundamentale Entwicklung im Hintergrund, sondern Sonderfaktoren spielen eine Rolle. Aus diesem Grund ist immer ein genauer Blick auf die Unternehmen notwendig, bevor man sich eine Aktie ins Depot legt.
Aktie von Kubota deutlich von den Tiefs erholt
Zum Beispiel auf das japanische Unternehmen Kubota. Die Papiere des Unternehmens haben nach einem Tief bei 260 Yen im März des Jahres 2003 einen Aufwärtstrend etabliert und inzwischen knapp 156 Prozent auf zuletzt 665 Yen zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,5 und 13,5 dürfte auch die Bewertung zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld weitere Kursphantasie zulassen.
Die Begründung für die Kursentwicklung dürfte sich unter anderem in den Fundamentaldaten finden lassen. Denn nach mehreren Jahren mit fallenden Umsätzen und stagnierenden Erträgen zeigen beide Kurven wieder nach oben. Insbesondere das Gewinniveau hat sich im Vergleich mit den vergangenen Jahren deutlich verbessert.
Das Unternehmen konnte den Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich mit dem Vorjahr um 11,9 Prozent auf 219,5 Milliarden Yen oder umgerechnet 1,6 Milliarden Euro steigern, der Nettogewinn verbesserte sich sogar um 36,2 Prozent auf 19,05 Milliarden Yen oder 14,65 Yen je Aktie oder 141 Millionen Euro. Hintergrund seien günstige Bedingungen sowohl im heimischen als auch im internationalen Markt.
Besondere Dynamik zeigten die internationalen Umsätze. Sie legten überproportional um 15,7 Prozent auf 100 Milliarden Yen zu. Der Verkauf von Motoren und Baumaschinen wachse insbesondere in den Vereinigten Staaten und Europa zügig und auch die anderen Bereiche zeigten stetiges Wachstum, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Damit scheinen die Aussichten für weitere Kursgewinne in einem anhaltend freundlichen konjunkturellen Umfeld nicht schlecht zu sein.
Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 59 Prozent seiner Umsatze mit Land- und Baumaschinen, 17,35 Prozent mit Industrieprodukten, knapp zwölf Prozent mit Produkten für den Umwletbereich und 121,4 Prozent mit anderen.
Kleiner Risikofaktor Asbest
Allerdings gibt es einen Faktor, welcher das Bild unter Umständen etwas eintrüben kann. Er heißt Asbest. Denn Kubota fertigte lange Zeit asbesthaltige Produkte und könnte in diesem Zusammenhang zu Schadenersatzzahlungen gezwungen werden. Das Unternehmen hat bisher noch keinerlei Rückstellungen dafür vorgenommen hat, da die möglichen Kosten nicht abzuschätzen seien, wie es weiter mitteilt. Es hat allerdings 79 Todesfälle ermittelt, die in diesen Zusammenhang fallen könnten. Das hört sich zwar dramatisch an. Rechnet man allerdings Schadenersatzsummen, die amerikanische Unternehmen in solchen Fällen gezahlt haben, auf den Einzelfall um, so käme man auf einen relativ bescheidenen Betrag. Aus diesem Grund dürfte das Problem das Unternehmen nur bedingt belasten.
Insgesamt dürfte die Aktie immer noch einen gewissen Kursspielraum haben. Absicherungsstrategien dürften jedoch nie schaden.