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Maschinenbau Aktie von Konica Minolta bricht nach Gewinnwarnung ein

07.11.2005 ·  Bis zu zehn Prozent ging es am Montag für die Aktie des Fotoherstellers Konica Minolta abwärts. Hintergrund war eine Gewinnwarnung bedingt durch ein in Auflösung begriffenes Filmgeschäft.

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Kuck mal, Konica! mögen auch die Anleger in Tokio am Montag gerufen haben. Allerdings dürfte ihren Stimmen das fröhliche Schwingen der Werbung gefehlt haben. Denn der Aktienkurs der Konica Minolta Holdings ist am Montag in der Spitze 10,4 Prozent abgesackt, so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Grund dafür war eine Gewinnwarnung des Herstellers von Büroausrüstung und Digitalkameras. Im laufenden Geschäftsjahr, das zum 31. März 2006 endet, erwartet das Unternehmen aus Tokio einen Verlust von 47 Milliarden Yen (338 Millionen Euro). Ursprünglich einmal prognostiziert war ein Gewinn von 23 Milliarden Yen (170 Millionen Euro) worden. Im letzten Jahr hatte Konica Minolta noch 7,52 Milliarden Yen (50 Millionen Euro) Gewinn erzielt.

Das herkömmliche Fotogeschäft löst sich auf

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres gingen die Erlöse um 3,3 Prozent auf 517,6 Milliarden Yen (3,71 Milliarden Euro) zurück. Nachdem im ersten Halbjahr des vergangenen Geschäftsjahres noch ein Reingewinn von 8,2 Milliarden Yen (60 Millionen Euro) erzielt worden war (und das waren schon zwei Prozent weniger als im Jahr davor) rutschte das Unternehmen mit 3,48 Milliarden Yen (20 Millionen Euro) ins Minus.

Zu schaffen machen dem Unternehmen mit dem berühmten Namen, daß das Fotogeschäft schneller schrumpft, als es dies durch andere Geschäftsfelder ausgleichen kann. Um 37 Prozent sanken die Umsätze im Bereich „Photo Imaging“. Schuld daran war zum einen ein Sinken der Nachfrage nach Filmen, ein Geschäft, das sich zum Spezialprodukt zurückzuentwickeln scheint, wie auch der Konkurs von Agfa Foto und die massiven Probleme von Eastman Kodak zeigen. Auch Olympus und Pentax haben bereits angekündigt, Arbeitsplätze abzubauen, um die Kosten zu reduzieren. Damit wollen sie gegenüber größeren Rivalen wie Canon konkurrenzfähiger werden.

Ein weiteres Problem ist, daß das Digitalfotogeschäft die Verluste in der herkömmlichen Technik nicht ausgleichen kann. Jedenfalls ist der Preisverfall bei Digitalkameras ein weiterer Grund der Probleme, die sich dann auf der anderen Seite in höheren Restrukturierungskosten bemerkbar machen. Auf der operativen Ebene gelang nämlich eine zwanzigprozentige Gewinnsteigerung. Insofern ist noch nicht alles verloren.

Langfristige Stabilisierung ist möglich

Konica Minolta plant 4.000 Stellen zu streichen, mehr als ein Zehntel der gesamten Arbeitsplätze. Die Kürzungen sollen in „etwa einem Jahr“ erfolgen, sagte Präsident Fumio Iwai in der Pressekonferenz bei Vorlage der Halbjahresergebnisse. Die Restrukturierungskosten würden sich auf etwa 90 Milliarden Yen belaufen, gab das Unternehmen bekannt, und fügte hinzu, daß für das laufende Geschäftsjahr keine Dividende geplant sei.

Der Kurs von Konica Minolta brach bis auf 905 Yen ein und schloß 5,3 Prozent niedriger bei 957 Yen. Das ist der größte Tagsverlust seit dem 17. November 2003. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 30 Prozent eingebüßt und kommt damit auf die zweitschlechteste Performance im Nikkei. In Deutschland verlor das Papier 2,25 Prozent auf 6,96 Euro.

Viel Hoffnung gibt das momentan für die Aktie nicht. Eines spricht aber für das Papier. Auch nach reihenweise Senkungen der Gewinnschätzungen für das Geschäftsjahr 2006/2007 ist sie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,85 recht günstig bewertet. Und die Entwicklung des operativen Ergebnisses spricht dafür, daß das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.

Der Chart spricht eine andere Sprache. Im Juni schien sich das Papier knapp über 1.000 Yen gefangen und den Abwärtstrend der vorangegangenen acht Monate hinter sich gelassen zu haben. Jetzt droht sich dieser weiter fortzusetzen. Indes wurde das Maitief nicht unterboten, so daß sich die Aktie im Seitwärtstrend zwischen 950 und 1100 Yen stabilisieren könnte. Nur eines hat sie kurzfristig nicht: Aufwärtspotential.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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