Wie viele andere Vertreter aus dem ehemaligen Neuen Markt erlebte auch die Aktie von Aixtron im Vorjahr eine markante Kurserholung. In der Spitze hat sich die Notiz dabei mehr als verdoppelt.
Die neuesten Zahlen aus dem Unternehmen deuten aber an, daß dabei möglicherweise etwas zuviel der Vorschußlorbeeren verteilt wurden. Denn die im Vorjahr von dem Anlagenbauer erzielten Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück.
Enttäuschendes Vorjahresergebnis
Konkret wurde für das Jahr 2003 ein Fehlbetrag von 19,2 Millionen Euro veröffentlicht, nach einem Gewinn von 15,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz wurde gleichzeitig auf 91,3 (Vorjahr 150,7) Millionen Euro beziffert und lag damit etwa in Höhe der reduzierten Firmenprognosen.
Beim Verlust wurde die hauseigene Vorgabe von 13,5 bis 15,2 Millionen dagegen deutlich verfehlt. Angesichts dieser Zielverfehlung beim Ergebnis und einer fehlenden Dividendenzahlung verwundert es nicht, daß der Aktienkurs am Donnerstag zur Handelseröffnung um 8,23 Prozent auf 5,69 Euro einbricht.
Hohe Bewertung stimmt nachdenklich
Für das laufende Jahr wird nun zwar wieder mit dem Erreichen der Gewinnschwelle gerechnet und einem über den Erwartungen liegenden Umsatzanstieg um 33 Prozent auf 121 Millionen Euro. Doch der im TecDax notierte Hersteller von Anlagen zur Produktion von Verbindungshalbleitern ist auch dann auf Basis der von Analysten erwarteten Ergebnisse noch immer sehr hoch bewertet.
Dank eines Weltmarktanteils von über 60 Prozent, den die Gesellschaft in ihrem Bereich inne hat, ist ein Aufschlag zwar gerechtfertigt. Aber die Prämie scheint bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 411 und 63 auf Basis der laut Finanzdienstleister Financial Thomson von Analysten prognostizierten Gewinne je Aktie von 0,02 und 0,13 Euro je Aktie zu hoch zu sein. Zumal das Unternehmen selbst nur von einem ausgeglichenen Nettoergebnis in diesem Jahr spricht.
Einen etwas überteuerten Eindruck hinterläßt zudem das Verhältnis von Marktkapitalisierung zum Umsatz, das derzeit gut vier beträgt. Das sind alles keine Kennzahlen, die einen Schnäppchenjäger mit der Zunge schnalzen lassen.
Kritisch gestaltet sich mit den Verlusten vom Berichtstag auch die Charttechnik. Hier wurde die zuletzt gültige Seitwärtsspanne zwischen 7,08 und 6,26 Euro nach unten verlassen. Damit rückt nun die nächste Unterstützungszone zwischen 5,68 bis 4,44 Euro ins Visier und das macht die Aktie unter normalen Umständen bis auf weiteres uninteressant.