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Markttechnik Geteiltes Bild für Technologie-Aktien

05.03.2009 ·  In den vergangenen Wochen haben sich die amerikanischen Technologiewerte, die im Nasdaq-Composite-Index zusammengefasst sind, etwas besser geschlagen als die Standardwerte-Indizes. Während Nokia in der Baisse steckt, überzeugt Ericsson.

Von Achim Matzke
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In den vergangenen Wochen haben sich die amerikanischen Technologiewerte, die im Nasdaq-Composite-Index zusammengefasst sind, in der laufenden Baisse etwas besser geschlagen als die führenden Standardwerte-Indizes. Doch diese Entwicklung findet sich im Dow Jones Stoxx Technology, in dem die führenden europäischen Technologie-Aktien zusammengefasst sind, auf den ersten Blick nicht wieder.

Hauptgrund für die mittelfristige relative Schwäche dieses Sektor-Index ist die aus technischer Sicht desolate Gesamtverfassung des Sektor-Schwergewichts Nokia, die mit Hilfe des seit November 2007 laufenden Baisse-Trends schon die alten Baisse-Tiefs aus dem Jahr 2004 unterboten hat. Während der Sektor-Zweite SAP aus technischer Sicht zurzeit eine Halteposition darstellt, konnte das dritte Sektor-Schwergewicht Ericsson sich zuletzt mit einem Investment-Kaufsignal aus seinem Baisse-Trend nach oben absetzen.

Defensive Haltung gegenüber dem Sektor-Index aus technischer Sicht ratsam

Der Dow Jones Stoxx Technology, der die 23 führenden europäischen Technologie-Titel - inklusive Werten aus den Bereichen Software und Halbleitertechnologie - umfasst, wird maßgeblich von den drei Sektor-Schwergewichten, der finnischen Nokia, der deutschen SAP und der schwedischen Ericsson, geprägt, die zusammen einen Sektoranteil von 67 Prozent aufweisen. Der Sektor-Index war nach der Mega-Hausse (von 1987 bis 2000, Kursanstieg von 64 Punkten auf 1.231 Punkte) und der knapp dreijährigen Baisse (von 2000 bis 2002, Kurseinbruch auf 144 Punkte) von 2003 an wieder in eine Hausse-Bewegung mit einer moderaten Aufwärtsdynamik übergegangen. Im Oktober 2007 fiel der Sektor-Index - nach dem Erreichen des Hausse-Tops bei rund 355 Punkten - mit einem Gewinnmitnahmesignal aus dem Hausse-Trend heraus, wobei die direkt folgenden Verkaufssignale für die Etablierung einer Baisse (zentraler Baisse-Trend liegt zurzeit leicht oberhalb der schnell fallenden 200-Tage-Linie bei rund 200 Punkten) gesorgt haben.

In den vergangenen Monaten steckte der Index in einer mittelfristigen, trendbestätigenden Seitwärtspendelbewegung ("Trading-Range") um 150 Punkte fest. Da der Sektor-Index in den zurückliegenden Tagen mit einem neuen Verkaufssignal auf neue Baisse-Tiefs unter Druck gekommen ist und die technischen Hinweise auf eine Bodenformation fehlen, sollte die defensive Haltung gegenüber dem Sektor-Index nicht gelockert werden.

Das Sektor-Schwergewicht Nokia hatte nach der technischen Mega-Hausse in den neunziger Jahren im Juni 2000 seinen historischen Höchststand bei rund 65 Euro erreicht. Von 2000 bis August 2004 war es dann zu einer ersten, mehrjährigen Baisse-Bewegung mit abnehmender mittelfristiger Abwärtsdynamik gekommen, wobei ein Baisse-Tief von rund 8,8 Euro erreicht wurde. Danach hatte sich Nokia der seit März 2003 laufenden Hausse in den Standardwerte-Indizes angeschlossen und eine aus technischer Sicht idealtypische Hausse durchlaufen, wobei im November 2007 bei Kursen um 28,7 Euro das Hausse-Top erreicht wurde.

Begleitet von mehreren Verkaufssignalen, ist Nokia danach in einen sehr steilen Baisse-Trend hineingelaufen, der aktuell bei rund 12 Euro liegt. Die sehr schlechte technische Gesamtlage von Nokia zeigt sich auch darin, dass der Titel unter das Kursniveau von 8,8 Euro (mittelfristige Unterstützungszone) gefallen ist. Da aus technischer Sicht die Hinweise auf ein Ende der Nokia-Baisse fehlen, bleibt die Aktie besonders in eine Kurserholung hinein unverändert ein technischer Verkauf. Der Software-Riese SAP hatte aus technischer Sicht bereits seit April 2006 (Start bei 47,7 Euro) eine Seitwärts-Abwärts-Bewegung herausgebildet, die zuletzt durch eine leicht fallende langfristige Trendlinie bei 40 Euro begrenzt wird.

Nokia gegen Ericsson

Da SAP die Hausse in den Standardwerteindizes in den Jahren 2006 und 2007 nicht mehr begleitet hatte (aus technischer Sicht wies die Aktie in dieser Zeit eine ausgeprägte mittelfristige relative Schwäche auf), war die Aktie insgesamt von der seit dem Jahreswechsel 2007/08 laufenden Baisse an den Märkten nicht so stark getroffen worden. Nach dem Kursrutsch zu Beginn des vierten Quartals 2008 mit einem Rückfall von 40,3 auf 20,8 Euro ("kleiner Ausverkauf") hat sich bei SAP eine mittelfristige Stabilisierung ergeben. In den vergangenen Monaten konnte SAP eine Seitwärts-Trading-Range mit einer Unterstützungszone um 23 Euro und einer Widerstandszone um 29,8 Euro etablieren. Da SAP aus technischer Sicht weiterhin die Chance auf die Herausbildung einer Bodenformation hat, bleibt die Aktie eine Halteposition mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 19,9 Euro.

Von den drei großen Titeln aus dem Dow Jones Stoxx Technology hat sich in den vergangenen Monaten die technische Lage nur bei Ericsson verbessert. Auch Ericsson steckte schon von April 2006 an (Start bei rund 155 schwedischen Kronen) nur noch in einer Seitwärts-Pendelbewegung mit einer Unterstützung bei rund 118 Kronen. Im dritten Quartal 2007 war Ericsson mit einem Verkaufssignal unter Druck gekommen und hatte einen Baisse-Trend etabliert, der im Oktober 2008 in einem kleinen Ausverkauf bei Kursen um 40,6 Kronen endete. Seitdem hat Ericsson einen mittelfristigen Aufwärtstrend etabliert, wobei einerseits der Baisse-Trend verlassen wurde und es andererseits bereits zu einer Kursetablierung oberhalb der 200-Tage-Linie gekommen ist. Da Ericsson in den vergangenen Wochen gegenüber den Standardwerte- Indizes eine sehr ausgeprägte relative Stärke herausgebildet und deutliche Kursgewinne geliefert hat, ist die Aktie aus technischer Sicht jetzt eine gute Halteposition mit einem Sicherungsstopp bei rund 60 schwedischen Kronen.

Der Autor leitet das europäische Index-Research von Commerzbank Corporates & Markets.

Quelle: F.A.Z.
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