11.03.2004 · Mit den jüngsten Kursverlusten hat sich das charttechnische Bild der Börsen deutlich eingetrübt. Vor allem die Nasdaq ist deutlich unter ihren Aufwärtstrend geraten und deutet weiteres Korrekturpotential an.
Mit deutlichen Kursverlusten starten die europäischen Börsen am Donnerstag in den Handel. Um 10,30 Uhr liegt der Dax mit einem Minus von 2,64 Prozent bei 3.937 Punkten. Der Dax-Future verliert 77 Zähler auf 3.943 Punkte.
Damit liegt der Kontrakt nicht nur deutlich unter den seit 26.Februar gültigen Aufwärtstrend, sondern das Unterschreiten der Unterstützung bei 4.008 Punkten war nach Einschätzung des Charttechnikers Klaus Tafferner ein erstes mittelfristig negatives Signal. Das nachhaltige Unterschreiten des zyklischen Tiefs vom 25.Februar bei 3.965 Punkte würde nach seiner Einschätzung den Übergang in eine Korrekturbewegung bis in den Bereich von 3.670/3.560 Punkten signalisieren. Erst eine Erholung über ein Niveau von 3.964 Zählern könnte einen erneuten Anstieg in Richtung 4.000 Punkte auslösen, heißt es.
Nasdaq deutlich durch den Aufwärtstrend gebrochen
Nicht nur das technische Bild des Dax hat sich damit deutlich eingetrübt, sondern auch der TecDax und der MDax sind unter ihre im März des vergangenen Jahres etablierten Aufwärtstrends gefallen und sehen damit weiterhin korrekturanfällig aus. Sie folgen damit praktisch nur der amerikanischen Nasdaq. Dort trat der Nasdaq Composite Index schon seit geraumer Zeit auf der Stelle und unterschritt schließlich am Mittwoch die massive Unterstützungszone bei 2.000,90 bis 1.992,20 Punkten deutlich. Die Markttechniker von HSBC Trinkaus & Burkhardt leiten daraus nun ein Rückschlagspotential in Richtung „der Haltezone“ bei 1.910,50 bis 1.901,60 Punkten ab. Sie schließen aber auch ein „Wiedersehen“ mit der aktuell bei etwa 1.872 Punkten liegenden 200-Tages-Linie nicht völlig aus. Aus ihrer Sicht drängen sich neue Investments derzeit nicht auf. Aufhellen würde sich das kurzfristige technische Bild erst bei einem Bruch des derzeit bei 2.057 Punkten verlaufenden Abwärtstrends.
Zu einem ähnlichen Schluß kommt auch Markttechniker Uwe Wagner. Die Kursverluste an den amerikanischen Börsen veränderten aus seiner Sicht die strategische Ausgangslage. Der Dow Jones Index verlor 1,53 Prozent und unterschritt die erwarteten Unterstützungen in den Bereichen um 10.437 und 10.367 Punkten. Damit wurde die untere Begrenzung der seit Januar diesen Jahres gültigen Konsolidierungszone nach unten hin unterschritten und Konsolidierungszone im Sinne ihrer Definition neutralisiert.
S&P 500-Index hält sich gerade noch in der Konsolidierungszone
Der S&P 500 Index verlor ebenfalls deutlich. Im Ergebnis ist die untere Bereichsbegrenzung der Konsolidierungszone im weiteren Sinne bei 1.124 und 1.115 Zählern jedoch noch immer intakt, steht bei Fortsetzung des jüngsten Abwärtsimpulses jedoch möglicherweise zur Disposition. Beide Nasdaq´s setzten ihre laufenden sekundären Abwärtstrends fort und markierten neue Bewegungstiefs. Nach dem Nasdaq 100, der bereits am Montag seinen analytisch wichtigen Unterstützungsbereich um 1.450 Indexpunkte unterschritt und mit steigender Schwungkraft den Weg in Richtung 1.372 eröffnete, folgte am Mittwoch der Nasdaq Composite, der nach einem anfänglichen Stabilisierungsversuch das Unterstützungsniveau um 2.000 und 1.991 durchbrach und damit auch hier zu einer abwärts ausgerichteten Trendfortsetzung ansetzte. Das nächste tiefer liegendes Unterstützungs- und Zielniveau wäre hier nach seiner Einschätzung der Bereich um 1.887 und 1.878 Zähler.
Insgesamt dürften deutlich positive Impulse notwendig sein, um den Markt wieder positiver zu stimmen und zu einer Dynamik nach oben zu führen. Nicht zuletzt die Attentate in Madrid haben gezeigt, daß negative Impulse von außen jederzeit möglich sind. Selbst in Europa.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |