19.09.2007 · Auf deutsche Anleger kommt in den nächsten Jahren eine Reihe chinesischer Börsengänge zu. Davon sind etliche Fachleute überzeugt, wie eine Studie unter Finanzanalysten zeigt.
Auf deutsche Anleger kommt in den nächsten Jahren eine Reihe chinesischer Börsengänge zu. Davon sind etliche Fachleute überzeugt, wie eine Studie der BDO Deutsche Warentreuhand unter Finanzanalysten ergab. Die Hälfte der Befragten rechnet demnach mit zahlreichen IPOs chinesischer Unternehmen in Deutschland.
„Unsere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Frankfurter Börse nicht hinter den Handelsplätzen in London oder New York verstecken muss“, kommentiert BDO-Manager Gebhard Zemke die Ergebnisse der Studie. Knapp die Hälfte der befragten Analysten ist der Meinung, die deutsche Börse verfüge über einen interessanten Branchenfokus, lediglich 17 Prozent sehen diesen Vorteil bei den Börsen in London oder New York. „Darüber hinaus bestätigten die Experten unsere Einschätzung, dass der deutsche Handelsplatz chinesischen Unternehmen einen günstigen und sicheren Markteintritt bietet“, sagt Zemke.
ZhongDe seit Juli in Frankfurt gelistet
Das Interesse des Chinesen am deutschen Kapitalmarkt hängt den Angaben zufolge auch mit dem erfolgreichen Börsengang von ZhongDe zusammen. Seit Anfang Juli ist der Hersteller von Müllverbrennungsanlagen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die BDO Deutsche Warentreuhand AG war daran beteiligt, das chinesische Unternehmen für den deutschen Börsenplatz zu gewinnen.
Der Börsengang war damals auf hohes Interesse gestoßen. „China-Aktien sind derzeit sehr gesucht und das Geschäftsfeld ist ebenfalls spannend - das lässt Anlegerherzen höher schlagen und bringt Phantasie in den Kurs“, sagte ein Börsianer. Die Emission war um das 13,5fache überzeichnet gewesen. Die Anfangseuphorie ist freilich etwas verraucht, zumal das Papier inzwischen mit 27,50 Euro zwar über dem Ausgabepreis von 26 Euro, aber deutlich unter dem ersten Kurs von 30 Euro notiert.
„Große Attraktivität für chinesische Unternehmen“
ZhongDe ist das erste chinesische Unternehmen, das im deutschen Prime Standard gelistet wird. Schon im März wagte der Hersteller von holzverarbeitenden Maschinen und Elektromotoren, Gongyou Machines den Schritt an den Open Market.
Wie viele noch folgen, ist unklar - jedoch ist man bei BDO überzeugt, dass es noch einige werden. BDO-Warentreuhand-Chef Christian Dyckerhoff spricht von der „großen Attraktivität des deutschen Handelsplatzes für chinesische Unternehmen“. Allerdings ist in Deutschland noch nicht alles eitel Freude: In punkto Erfahrung mit Börsengängen ausländischer Unternehmen bescheinigen die befragten Analysten dem deutschen Börsenplatz Nachholbedarf: So sprechen 43 Prozent den Handelsplätzen London und New York hierbei einen Vorteil aus.
Breiteres Angebot für Anleger
Sollten Chinesen künftig verstärkt nach Deutschland drängen, ist das für Anleger zumindest aus einer Sicht sehr positiv: Das Angebot interessanter Aktien nimmt zu. Allerdings zeigen Emissionen wie die von ZhongDe: Es ist Vorsicht angebracht. Fachleute machten schon damals darauf aufmerksam, dass das Papier nur für Risikofreudige geeignet sei.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |