15.04.2004 · GfK liefert solide Umsatz- und Ertragszahlen und blickt optimistisch in die Zukunft. Allerdings ist die Aktie nicht mehr ganz billig und zeigt charttechnische Ermüdungserscheinungen. Es sind positivere Impulse nötig.
Mit einem Kursgewinn von 6,79 Prozent auf 28 Euro reagiert die Aktie des international tätigen Marktforschungsunternehmens GfK auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres einerseits, und auf den weiteren Ausblick andererseits.
Das Unternehmen hat den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 6,42 Prozent auf 595,28 Millionen Euro gesteigert, der Nettogewinn legte mit einem Plus von 29,8 Prozent auf 33,32 Millionen Euro oder 1,28 Euro je Aktie noch deutlicher zu.
Positiver Ausblick für das eigene Unternehmen
Noch interessanter dürfte die Aussage sein, nach der das Geschäft im laufenden Jahr „gut“ verlaufe. Der Umsatz werde wie geplant auf 650 Millionen Euro gesteigert werden können. Allerdings nicht nur organisch, sondern unter anderem durch die Übernahme des amerikanischen Unternehmens Arbor. Der Auftragseingang liege per Ende März bereits bei 60 Prozent des Erlösziels von 650 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Das operative Ergebnis werde bei zwölf Prozent des Umsatzes oder 78 Millionen Euro liegen.
Für Wachstum sollten vor allem die Olympischen Spiele in Athen, die Fußball-Europameisterschaft in Portugal sowie die weltweite konjunkturelle Erholung sorgen. Das bestehendes Geschäft will GfK nach Angaben des Vorstandschefs Klaus Wübbenhorst vor allem in Südamerika und dort insbesondere in Brasilien und Chile ausbauen. „Wir werden uns auch weiter aktiv an der Konsolidierung der Branche beteiligen", stellte er zudem weitere Zukäufe in Aussicht. Im Auge habe die GfK dabei Firmen und Auftragsportfolios in Amerika, Asien und Europa. Details nannte er nicht.
... nicht unbedingt für die Wirtschaft generell
Eine durchgreifende Belebung der deutschen Wirtschaft zeichnet sich nach Worten des Managers derzeit noch nicht ab. Er zweifele daran, daß das von der Bundesregierung prognostizierte Wirtschaftswachstum für das Jahr 2004 von 1,5 bis zwei Prozent zu erreichen sei, sagte er. „Wenn eine Eins vor dem Komma steht, ist das noch eine sehr gute Zahl.“ Eine Besserung sei nicht absehbar. „Wenn sich die Arbeitslosigkeit nicht deutlich nach unten entwickelt, wird es sehr schwierig für das Konsumklima.“
Die GfK ermittelt monatlich die Konsumbereitschaft der Deutschen mit einem eigenen Index. Die zuletzt Ende März veröffentlichten Daten zeigten zum dritten Mal in Folge eine Stagnation. Mit einem kurzfristigen Anziehen des privaten Konsums könne nicht gerechnet werden, hatte es damals geheißen.
Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von knapp 22 auf Basis des Gewinnes im vergangenen Jahr ist die Aktie allerdings nicht gerade ein Schnäppchen. Mit 18 und 16 fallen die Bewertungskennzahlen mit Blick auf die Gewinnprognosen für das laufende und das kommende Jahr etwas interessanter aus. Das heißt, das Wachstum an sich gibt der Aktie noch etwas Phantasie. Allerdings hat sie den im Februar des vergangenen Jahres etablierten Aufwärtstrend mittlerweile in Form einer Konsolidierungsbewegung durchbrochen. So dürfte sie erst dann wieder interessanter werden, wenn sie zusammen mit positiven Informationen wieder mehr Dynamik nach oben entfaltet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |