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Marktbericht Wirtschaftsdaten helfen Dax auf Fünfjahreshoch

Der Dax ist am Freitag auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren aus dem Handel gegangen. Ein Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas verlieh den deutschen Titeln Auftrieb. Der Kurssturz von Solarworld belastete den Tec-Dax.

© F.A.Z. Vergrößern

Unerwartet gute Konjunkturdaten haben deutsche Aktien am Freitag beflügelt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich im Januar zum dritten Mal in Folge aufgehellt. Zusätzlich stützten der starke Euro und freundlich startende amerikanischen Börsen. Erst überraschend schwache Zahlen vom amerikanischen Immobiliensektor hätten die Aufwärtsdynamik am späten Nachmittag gedrosselt, sagte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG.

Der Dax erreichte den höchsten Stand seit fünf Jahren und endete 1,4 Prozent über Vortag bei 7858 Punkten. Dies entspricht einem Wochengewinn von 2 Prozent. Der M-Dax stieg um 0,4 Prozent auf 12.730 Punkte. Der Tec-Dax stieg wegen massiv gefallener Solarworld-Aktien nur um 0,1 Prozent auf 889,1 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gewann 1,2 Prozent auf 1691,5 Punkte.

Bei Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Bester Dax-Wert waren die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer. Sie verteuerten sich nach einer positiven Analyse um 4,8 Prozent. Ebenfalls stark gefragt waren die Titel von Henkel und BASF mit Gewinnen von jeweils knapp 2,5 Prozent. Verluste gab es hingegen bei den Anteilsscheinen von K+S mit minus 0,6 Prozent und Lanxess-Titeln mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Beide litten unter negativen Analystenstudien.

Solarworld brechen um 30 Prozent ein

Im M-Dax standen Aktien der Automobilzulieferer Dürr und Leoni mit einem Plus von jeweils knapp 4 Prozent an der Spitze. Im Tec-Dax brachen die Papiere von Solarworld um über 30 Prozent ein. Dies war gleichzeitig der höchste Tagesverlust der Aktien seit dem Börsengang im Jahr 1999. Die Krise in der Solarindustrie bringt das einstige Vorzeigeunternehmen der Branche finanziell immer stärker in Bedrängnis. Gläubigern droht nun der Schuldenschnitt.

Der Euro Stoxx 50 schloss 0,8 Prozent höher bei 2744,2 Punkten. Der Pariser CAC 40 zeigte sich ebenfalls fester, während der Londoner FTSE-Index nur ein knappes Plus verbuchte. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,22 Prozent am Vortag auf 1,29 Prozent gestiegen. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 133,83 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,58 Prozent auf 142,50 Punkte ein. Der Kurs des Euro rückte wegen des starken Ifo-Index weiter vor und bewegte sich auf dem höchsten Niveau seit rund elf Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3469 (Donnerstag: 1,3349) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7424 (0,7491) Euro.

Wall Street mit Gewinnen

Gute Unternehmensbilanzen haben der Wall Street am Freitag zu Gewinnen verholfen. Vor allem der Geschäftsbericht von Konsumgüterkonzern Procter & Gamble sorgte am Markt für gute Stimmung. Zugleich beruhigte weiterhin die verlängerte Frist für die Lösung des Haushaltsstreits bis Mitte Mai. Der Dow-Jones-Index legte im Handelsverlauf 0,4 Prozent zu auf 13.886 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 1499 Zähler. Zum Wochenausklang könnte der Index damit den achten Tag in Folge Gewinne verzeichnen. Schon die nun seit sieben Tagen andauernde Rally ist die längste Serie mit Aufschlägen seit Oktober 2006. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,5 Prozent auf 3147 Punkte vor.

Mitten in der Bilanzsaison waren diverse Einzelwerte von Interesse. Im Plus befand sich Starbucks mit 4,1 Prozent. Die weltgrößte Kaffeekette setzte trotz der weltweiten Konjunkturschwäche mehr Getränke und Kuchen in den Vereinigten Staaten und Asien ab. Auch für den Ölfeldausrüster Halliburton ging es mit rund 5 Prozent bergauf. Vor allem im internationalen Geschäft punktete der Konzern zuletzt.

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Die Anteilsscheine von Microsoft gewannen rund ein Prozent, obwohl der Gewinn wegen mauer Geschäfte mit Windows 8 im Weihnachtsquartal zurückgegangen war. Die Aktien von Spielzeugkonzern Hasbro büßten 3,1 Prozent ein. Der Monopoly-Konzern litt unter der verhaltenen Nachfrage. Nach den starken Einbrüchen des Vortages konnte sich die Apple-Aktie nicht erholen und fiel um 2 Prozent.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters

 
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