07.05.2010 · Selbst Anzeichen einer Erholung von Amerikas Wirtschaft haben die Nervosität am deutschen Aktienmarkt nicht verdrängt. Angesichts der Sorgen über die Schuldenkrise Griechenlands schloss der Dax 3,3 Prozent tiefer bei 5715 Zählern. Auch die Wall Street setzte ihre Talfahrt fort.
Am Tag nach dem größten Punktverlust des Dow-Jones-Index in seiner Geschichte hat der deutsche Aktienmarkt deutliche Verluste verbucht. Der Leitindex Dax sank Ende der Woche um 3,27 Prozent auf 5715,09 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 6,86 Prozent. Der MDax verlor am Freitag 3,22 Prozent auf 7636,77 Punkte, der TecDax büßte 3,00 Prozent auf 746,53 Punkte ein. Die Nervosität der Anleger sorgte abermals für ein hohes Handelsvolumen: Im Dax stieg es auf 321 (Donnerstag: 283) Millionen Aktien. Der Umsatz erhöhte sich auf 8,9 (7,9) Milliarden Euro.
Die Wall Street hat angesichts der Schuldenkrise in Europa ihre Talfahrt am Freitag fortgesetzt. Nach dem dramatischen Absturz am Donnerstag waren die amerikanischen Börsen aber extrem schwankungsanfällig. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 1,33 Prozent bei 10.380 Punkte auf dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 1,53 Prozent auf 1110 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,33 Prozent auf 2265 Stellen nach.
Das Thema Griechenland belastet weiter
„Es ist nach wie vor so, dass die Leute Richtung Griechenland schauen“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Börsianer verwiesen zudem auf das Minus an den amerikanischen Börsen, nachdem sich die Wall Street nach unter dem Strich erfreulichen Arbeitsmarktbericht nicht wie von einigen erwartet im Plus halten konnte. „In Amerika wird spekuliert, dass Amerika in Europa einspringen müssen, wenn neben Griechenland auch weiteren Ländern wie etwa Spanien die Zahlungsunfähigkeit droht“, ergänze ein Händler.
Im Blickpunkt waren am Freitag Finanzwerte, nachdem am Vortag der amerikanische Bankenindex 4,53 Prozent verloren hatte. Deutsche-Bank-Titel etwa fielen um 3,92 Prozent auf 45,80 Euro, Postbank-Aktien sanken um 4,12 Prozent auf 22,695 Euro. Papiere der Commerzbank aber profitierten von einer Hochstufung und legten um 0,96 Prozent auf 5,706 Euro zu.
Quartalszahlen helfen Münchener Rück und Rheinmetall nichts
Für Bewegung sorgten auch Quartalszahlen: Der Rückversicherer Munich Re hatte Zahlen vorgelegt, die von Händlern als „besser als erwartet“ eingestuft wurden. Die Aktien verloren in dem schwachen Umfeld dennoch 2,98 Prozent auf 101,00 Euro. Auch der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall hatte gute Zahlen präsentiert. Dennoch sanken dessen Titel im Sog der negativen Nachrichten um 4,81 Prozent auf 48,785 Euro.
Auch die Börsen in Europa verbuchten herbe Abschläge: Der EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 4,26 Prozent auf 2.500,18 Punkte aus dem Handel. In Paris und London schlossen die Börsen ebenfalls tiefer. In New York gaben die wichtigsten Aktienindizes zum Börsenschluss in Europa nach.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3256 | +0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 118,38 $ | +0,41% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 137,92 € | −0,50% |