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Sonntag, 19. Februar 2012
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Marktbericht Hoffnung auf Hilfe für Griechenland hilft dem Dax

10.02.2010 ·  Die Hoffnung, dass die EU das finanzschwache Griechenland nicht fallen lässt, treibt die Kurse am deutschen Aktienmarkt in die Höhe. „Aber eigentlich ist mir nicht klar, wer erwartet hat, dass die EU das bei einem Mitgliedstaat tun würde“, heißt es.

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Der Dax hat die zum Wochenauftakt begonnene Erholung am Mittwoch in der optimistischen Hoffnung auf eine Lösung der Griechenlandprobleme fortgesetzt. Mit Skepsis aufgenommene Äußerungen vom amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke zur künftigen Geldpolitik aber begrenzten Börsianern zufolge das Kursplus.

Der Leitindex schloss um 0,69 Prozent höher bei 5536,37 Punkten. Zwischenzeitlich hatte er um 1,71 Prozent zugelegt. Der MDax mittelgroßer Werte zog um 0,88 Prozent auf 7353,23 Punkte an. Für den TecDax ging es um 0,43 Prozent auf 780,81 Punkte nach unten.

Wann wird das Geld knapper?

Auch wenn die amerikanische Wirtschaft derzeit noch der Unterstützung der expansiven Geldpolitik bedürfe, müsse die Notenbank nach Einschätzung ihres Präsidenten an einem bestimmten Punkt die Finanzierungsbedingungen straffen. Dies schürte laut Händlern unter den Anlegern Befürchtungen, dass das Geld doch wieder knapper werden könnte.

Börsianer verwiesen zudem auf Meldungen, wonach bislang wohl keine Hilfen der Euro-Partner oder bilaterale Maßnahmen einzelner Länder für das hoch verschuldete Griechenland geplant seien. Die Marktteilnehmer seien jedoch weiterhin zuversichtlich gestimmt, sagte Analystin Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank. „Im Hintergrund läuft vermutlich ein Pokerspiel um höhere Zugeständnisse der Griechen“, ergänzte ein Börsianer.

Banken-Aktien standen wie am Vortag an der Spitze der Indizes und profitierten damit besonders von der Hoffnung auf eine Lösung des Problemfalls Griechenland. In der Vorwoche hatten die Sorgen um das Land den Finanzsektor stark belastet. Papiere der Deutschen Bank zogen um 3,06 Prozent auf 45,68 Euro an, setzten damit aber ebenfalls vom Tageshoch bei 46,17 Euro zurück. Im MDax legten Titel der Aareal Bank 9,35 Prozent auf 12,685 Euro zu. Der Stahlsektor lief dagegen mit ThyssenKrupp und Salzgitter der Markterholung hinterher. Händler verwiesen auf schwache Zahlen des Konkurrenten ArcelorMittal.

Aktien von ProSiebenSat.1 Media sprangen nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen um 16,22 Prozent auf 10,46 Euro an. Bilfinger- Berger-Titel verteuerten sich nach Eckdaten um 5,93 Prozent auf 52,82 Euro. Der Bau- und Dienstleistungskonzern übertraf im vergangenen Jahr trotz eines Rückschlags in Doha die Ertragserwartungen. Auch Fraport-Aktien waren nach Verkehrszahlen und einer Kaufempfehlung von Cheuvreux gefragt. Die Papiere des Flughafenbetreibers gewannen 2,96 Prozent auf 36,19 Euro.

In Europa schloss der EuroStoxx 50 mit plus 1,19 Prozent auf 2700,17 Zähler. Auch die Börsen in Paris und London verbuchten Gewinne. In New York aber gaben die wichtigsten Indizes zum Handelsschluss in Europa nach.

Deutsche Anleihen: Schwächer - Anhaltende Spekulationen um Griechenland

Belastet von anhaltenden Spekulationen um eine baldige Lösung der Griechenland-Problematik hat der deutsche Rentenmarkt am Mittwoch Verluste verbucht. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am Abend um 0,46 Prozent auf 123,41 Punkte. Damit erholte er sich aber etwas von seinem Tagestief bei 122,98 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,194 Prozent.

Hatten sich am Vormittag noch die Spekulationen auf baldige konkrete Hilfsmaßnahmen verdichtet, wurden diese Hoffnungen am Nachmittag wieder gedämpft. Es seien keine ins Auge gefassten Hilfen für Griechenland bekannt, verlautete aus Kreisen der Bundesregierung in Berlin. Die Bundesregierung sehe Athen in der Verantwortung, hieß es weiter. Analysten erwarten vor diesem anstehenden Treffen nun keine Bekanntgabe konkreter Maßnahmen mehr. Die durchsickernden Einzelaussagen verunsicherten aber den Markt.

Euro verliert wieder deutlich an Boden

Der Euro ist am Mittwochnachmittag wieder klar zurückgefallen und notiert derzeit knapp unter 1,37 Dollar. „Trotz der deutlichen Bewegung würde ich da nicht so viel hinein interpretieren“, sagte ein Händler. So viel gäben die Nachrichten zu Griechenland und die Aussagen von amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke nicht her. „Aber angesichts des nervösen Handels und der mäßigen Umsätze kommt es schnell zu deutlichen Kursausschlägen“, fügte er hinzu.

Nachdem am Morgen in Zeitungsberichten noch von einem Rettungspaket für Griechenland unter Federführung Deutschlands die Rede gewesen war, wurde am Nachmittag unter Berufung auf Kreise gemeldet, die Bundesregierung plane keine Hilfsmaßnahmen für Griechenland und wolle sich damit an das europäische Bailout-Verbot halten. Damit richten sich die Erwartungen nun ganz auf den EU-Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel. Wahrscheinlich werde es nicht zu sehr konkreten Maßnahmen kommen, sagte Erik Nielsen, Chefvolkswirt von Goldman Sachs für Europa. Wahrscheinlich sei eine prinzipielle Absichtserklärung über zusätzliche Hilfen.

Für den Rücksetzer des Euro wurde zudem eine Erklärung von Ben Bernanke verantwortlich gemacht. Der oberste Währungshüter der Vereinigten Staaten hat den Weg für einen Ausstieg aus den Nothilfen für den Finanzsektor vorgezeichnet. Wenn sich die Wirtschaftserholung genügend gefestigt habe, könnte der Einlagenzins auf Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank für eine gewisse Zeit den Zielsatz für Tagesgeld als wichtigstes geldpolitische Instrument ablösen, teilte Fed-Chairman am Mittwoch mit.

„Letztlich muss man aber abwarten, ob der Euro unter 1,3480 Dollar fällt oder über 1,4070 Dollar steigt“, meinte ein Händler. Erst an diesen Marke werde sich die weitere Richtung der Gemeinschaftswährung entscheiden. Kurzfristig wirke das Potential nach unten etwas ausgereizt, zumal es großen Leerverkaufspositionen gegen die Währung gebe. Marktteilnehmer beeilten sich daher, positive Nachrichten zum Euro zum Anlass zu nehmen, ihre Short-Positionen glattzustellen. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.069,50 Dollar festgestellt, zum Vormittag-Fixing waren es noch 1.075,50 Dollar.

Quelle: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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REX 422,26 −0,26%
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F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
Dow Jones 12.949,90 +0,35%
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