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Marktbericht : Haushaltsstreit in Amerika belastet deutsche Aktien

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Bild: F.A.Z.

Die stockenden Haushaltsverhandlungen in den Vereinigten Staaten drücken den deutschen Aktienmarkt ins Minus. Die Chancen auf eine rechtzeitige Einigung sind in der Nacht abrupt gesunken.

          Ein Kompromiss zwischen den beiden großen Parteien in den Vereinigten Staaten wird laut Händler Markus Huber vom Broker ETX Capital immer unwahrscheinlicher, zumal innerhalb der republikanischen Partei kein klarer Wille zur Einigung in Steuerfragen erkennbar sei.

          Schlechte Nachrichten auch zuhause

          Darüber hinaus rückte die europäische Schuldenkrise einmal mehr stärker ins Blickfeld, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonitätsnote Zyperns abermals gesenkt hat. Auch aus Deutschland kommen keine guten Nachrichten: Die Stimmung der Verbraucher hierzulande hat sich weiter eingetrübt. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft werde davon zwar nicht mehr betroffen sein, sagt Investmentanalyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg. Auf das kommende Konsumjahr werfe die zunehmende Skepsis der Verbraucher aber kein allzu gutes Licht.

          Im Fokus steht auch der große Verfall an den Terminmärkten, der so genannte „Hexensabbat“. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

          Bankenaktien unter Druck

          Der Dax  büßt 0,7 Prozent auf 7621 Punkte ein, der marktbreite FAZ-Index gibt 0,7 Prozent auf 1637 Punkte nach.

          Finanzwerte leiden besonders unter dem festgefahrenen Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten. Deutsche Bank verlieren 2,8 Prozent, Commerzbank 3,75 Prozent. Gerade Bankenwerte hätten von der Erwartung einer rechtzeitigen Einigung profitiert, sagen Börsianer.

          Unter den wenigen Gewinnern sind Adidas, deren Kurs um 0,3 Prozent steigt. Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike war im zweiten Geschäftsquartal auf Wachstumskurs geblieben und dies hilft auch dem Kurs von Adidas. Die Zahlen von Nike deuteten auf ein sehr starkes amerikanischen Geschäft für die weltweit führen Sportartikelhersteller im kommenden Jahr hin, schreibt Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank in einer Analyse.

          Infineon verzeichnen einen Aufschlag von 0,7 Prozent. Händler verweisen auf einen positiven Analystenkommentar der amerikanischen Bank JPMorgan als Antrieb. Die Gewinnerwartungen des Marktes dürften das Schlimmste hinter sich haben und kaum weiter sinken, schrieb der Experte Sandeep Deshpande in einer Studie.

          SMA Solar legen nach einem Zukauf in China um 3,3 Prozent zu. Commerzbank-Analystin Lauren Licuanan sieht die Transaktion positiv, da der hessische Solartechnikhersteller auf diesem Wege einen Fuß in den chinesischen Markt und die Vertriebskanäle bekomme.

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