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Sonntag, 19. Februar 2012
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Marktbericht Dow Jones steigt wieder über 10.000 Punkte

09.02.2010 ·  Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zwischen Hoffen und Bangen auf Hilfen für Griechenland und andere Euro-Länder geschwebt. Die Wall Street feiert die erhoffte Lösung.

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Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zwischen Hoffen auf Hilfen für Griechenland und Bangen um die Staatsfinanzen einiger Euro-Länder geschwebt. Der Dax rettete zum Handelsschluss ein Plus von 0,24 Prozent auf 5498,26 Zähler. Für den MDax ging es um 0,59 Prozent auf 7289,16 Punkte hoch und der TecDax legte um 1,64 Prozent auf 784,18 Zähler zu.

An der Wall Street und anderen amerikanischen Aktienmärkten dagegen geht es in Hoffnung auf eine Lösung der Probleme hoch her. Der Dow Jones ist am Dienstag wieder über 10.000 Punkte geklettert. Kreisen zufolge kann Griechenland auf Hilfe der anderen Euro-Länder hoffen. Wie aus Koalitionskreisen verlautete, würden von den Regierungen und Notenbanken der Euro-Länder verschiedene Möglichkeiten erörtert, darunter auch bilaterale Hilfen. Die Probleme des schwer mit Schulden beladenen Griechenland hatten in den vergangenen Tagen auf der Stimmung an der Wall Street gelastet. Industrietitel profitierten am Dienstag darüber hinaus von einer positiven Analystenäußerung.

Der Dow Jones gewann 1,52 Prozent auf 10.058,64 Zähler. Für den S&P-500-Index ging es um 1,30 Prozent auf 1070,52 Punkte hoch. An der Nasdaq legte der Composite-Index um 1,17 Prozent auf 2150,87 Punkte zu. Der Auswahlindex Nasdaq-100 stieg um 1,09 Prozent auf 1753,84 Punkte.

„Zunächst haben Griechenland und der stärkere Euro die Erholung an den Märkten getragen“, sagte Aktienhändler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. Am späten Nachmittag kamen dann aber erneut Sorgen auf, nachdem sich die Ratingagentur Fitch Händlern zufolge negativ zu einigen EU-Ländern wie Griechenland, Frankreich und Spanien geäußert haben soll. Auch Großbritannien gerate in den Fokus.

Finanzwerte zeigten relative Stärke

Banken hielten sich dennoch unter den stärksten Werten. Aktien der Deutschen Bank setzten sich mit plus 2,84 Prozent auf 44,23 Euro an die Dax-Spitze, Commerzbank-Papiere legten um 0,94 Prozent auf 5,571 Euro zu. Spekulationen am Markt über mögliche EU-Hilfen für Griechenland und Portugal sorgten für etwas Entspannung im gesamten Finanzsektor.

Ansonsten gab es insbesondere in der zweiten Reihe Bewegung. Für Aktien von Heidelberger Druckmaschinen ging es nach „durch die Bank besseren Zahlen“ um 4,01 Prozent auf 5,19 Euro hoch. Douglas -Titel profitierten von einem überraschend starken Weihnachtsgeschäft und kletterten um 3,63 Prozent auf 33,25 Euro. Die Zahlen des Kranherstellers Demag Cranes wurden am Markt gemischt eingeschätzt. Nach stark schwankenden Kursen stand am Ende ein Minus von 0,32 Prozent auf 23,425 Euro. Mit Gewinnen von 5,12 Prozent auf 9,446 Euro profitierten Freenet-Aktien von Zahlen und einer ersten Dividende nach zwei Jahren.

Bei den Technologietiteln gaben einmal mehr die Solarwerte den Ton an. Einige Vertreter der Branche wie Solarworld konnten sich erholen, nachdem sich die schwarz-gelbe Koalition auf einen ersten Kompromiss zur Solarstrom-Förderung verständigt hat. Danach soll die Kürzung der Förderung von Solaranlagen auf Dächern erst zwei Monate später als von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vorgeschlagen ab 1. Juni greifen, allerdings soll sie mit 16 anstatt 15 Prozent etwas höher ausfallen. „Nun ist endlich das Datum und auch der Umfang bekannt“, kommentierte ein Händler. Bei Centrotherm Photovoltaics sorgte zudem eine Studie der Citigroup für ein sattes Kursplus von 10,11 Prozent auf 39,925 Euro. Dank einer besseren Auftragslage vor allem aus Asien empfehlen die Experten die Titel nun zum Kauf.

In Europa schloss der EuroStoxx 50 mit plus 0,16 Prozent auf 2668,43 Zähler, auch die Börsen in London und Paris legten leicht zu. In New York schaffte der Dow Jones Industrial Average (DJIA) den Sprung über die 10.000 Punkte-Marke und gewann mehr als zwei Prozent. Am Rentenmarkt sorgte die Zuversicht für die Lösung der griechischen Probleme zu deutlichen Kursverlusten. Der Bund-Future lag im späten Handel mit einem Minus von 46 Stellen bei 123,45 Prozent.

Athen gibt Details des Schock-Sparprogramms bekannt

Die sozialistische Regierung in Athen hat am Dienstag Details ihres Schock-Sparprogramms bekanntgegeben. Darunter sind Lohnkürzungen und ein Einstellungsstopp. „Es wird bei allen Staatsbediensteten ausnahmslos Lohnkürzungen geben, die zwischen 1,0 Prozent und 5,5 Prozent netto bedeuten werden“, sagte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou im Fernsehen. Dies gelte auch für die Einkommen des Ministerpräsidenten und der Minister. Zudem soll es dieses Jahr keine Neueinstellungen von Personal durch den Staat geben. In den kommenden vier Jahren solle für je fünf in Rente gehende Beamte ein neuer eingestellt werden.

„Ich rufe alle Griechen auf, ihren Beitrag zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung zu leisten“, sagte Papakonstantinou weiter und kündigte schärfere Kontrollen an. „Es kann nicht sein, dass ein Bürger eine Yacht besizt, seine Kinder in Privatschulen schickt und 10 000 Euro Einkommen meldet.“ Sämtliche Steuererleichterungen wurden abgeschafft. „Jeder soll nach seiner Kraft am Staatshaushalt beitragen“, meinte der griechische Finanzminister weiter. Eine Kapitalamnestie wurde angekündigt: Geldeinlagen von Griechen, die aus dem Ausland nach Griechenland in den nächsten sechs Monaten zurückkommen werden, werden mit einer Steuer von fünf Prozent belastet. Danach wird ihre Herkunft nicht mehr kontrolliert. „Die Gelder sind dann „legalisiert“„, teilte der Minister mit.

Griechenland muss regelmäßige Berichte nach Brüssel schicken, der erste wird am 16. März fällig und soll auch öffentlich gemacht werden. Athen will die Neuverschuldung von derzeit knapp 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2012 unter die erlaubte Marke von 3 Prozent drücken.

Euro stabilisiert sich und überwindet die Marke vn 1,38 Dollar

Der Euro hat sich am Dienstag nach den kräftigen Kursverlusten in der Vorwoche über 1,37 Dollar stabilisiert und legte nach sich verdichtenden Informationen über die Lösung der griechischen Finanzprobleme deutlich zu. Im späten europäsichen Handel kostete eine Einheit der Gemeinschaftswährung 1,3838 Dollar und damit rund zwei Cent mehr als noch am Morgen. Am Freitag war der Euro erstmals seit Mai 2009 unter die Marke von 1,36 Dollar gerutscht.

„Spekulationen über mögliche Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland hat der Markt als Anlass für eine willkommene Verschnaufpause genutzt“, sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Nach den heftigen Turbulenzen der vergangenen Tage gebe es an den Märkten Anzeichen für eine leichte Entspannung. Auch an den Devisenmärkten habe dies zu einer Stabilisierung geführt. Auslöser der Spekulationen war, dass EZB-Chef Jean-Claude Trichet einen Tag früher als geplant eine Konferenz der Australischen Zentralbank verlässt, um an dem EU-Sondergipfel teilzunehmen. Laut EZB war die Teilnahme allerdings bereits seit Januar zugesagt und die frühere Abreise habe nur logistische Gründe.

Expertin Praefcke rechnet bei dem EU-Sondergipfel an diesem Donnerstag beim Thema Griechenland nicht mit einem Durchbruch. Zumal sowohl die EZB als auch die EU-Kommission zuletzt deutliche Anstrengungen von Griechenland gefordert hatten. Der scheidende EU- Währungskommissar Joaquín Almunia warnte am Dienstag vor einer Ausbreitung der griechischen Schuldenkrise: Es gebe ein „ernstes Risiko“, dass andere Euro-Länder getroffen werden könnten, sagte er, ohne Ländernamen zu nennen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte die Sorgen der Märkte um die Stabilität des Euro in Verbindung mit der Haushaltskrise in Griechenland übertrieben. Die Lage in Griechenland erfordere Maßnahmen der griechischen Regierung, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Quelle: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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