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Marktbericht Deutsche Aktien schließen deutlich im Minus

Die deutschen Aktienmärkte sind am Donnerstag deutlich leichter aus dem Handel gegangen. Die Vermutung, dass die amerikanische Notenbank ihre lockere Geldpolitik aufgeben könnte, und schlechte Konjunkturdaten belasteten die Kurse.

© F.A.Z.

Schwache Konjunkturdaten und ein mögliches Ende der lockeren amerikanischen Geldpolitik haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich belastet. Der Dax schloss 1,9 Prozent tiefer bei 7583,6 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex an seine Vortagsentwicklung an, als er im späten Handel noch moderat ins Minus gerutscht war. Auch die anderen Indizes mussten am Donnerstag Federn lassen: Der M-Dax büßte 1,2 Prozent auf 13.014,4 Punkte ein und der Tec-Dax sank um 1,3 Prozent auf 896,8 Punkte. Der marktbreitere FAZ-Index verlor 1,7 Prozent auf 1647,4 Punkte.

Die Einkaufsmanager-Indizes der Eurozone seien insgesamt schwächer als erwartet ausgefallen, sagte Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG. Gleiches gelte für das Gros der Konjunkturzahlen aus den Vereinigten Staaten. „Über allem schwebt aber weiterhin das jüngste Sitzungsprotokoll der amerikanischen Notenbanker“, betonte Kuhn. „Hier mehren sich die Stimmen, die einem weiteren Festhalten der extrem lockeren Geldpolitik zusehends kritisch gegenüber stehen.“

Klöco an M-Dax-Spitze

Die Allianz-Aktien rutschten trotz guter Zahlen mit dem Markt fast 2,5 Prozent ins Minus. Neben der Schwäche des Finanzsektors, der besonders deutlich unter der gestiegenen Unsicherheit litt, sahen einige Experten die Enttäuschung über die unveränderte Dividende des Versicherers als Belastung. Im M-Dax setzten sich die Titel von Klöckner & Co dank Übernahmefantasien mit plus 3,5 Prozent an die Spitze. Nachdem Albrecht Knauf über seine Beteiligung Interfer Holding einen Anteil von 7,8 Prozent an Europas größtem Stahlhändler erworben hat, wolle er seine Beteiligung zeitnah auf mindestens 25 Prozent erhöhen, berichtet das „Handelsblatt“. Die Marke von 30 Prozent solle allerdings nicht überschritten werden, da Knauf das dann fällige Übernahmeangebot vermeiden wolle.

Neue Übernahmehoffnungen gab es auch bei Kabel Deutschland. Zunächst hatten Gerüchte über die Suche nach einem „Weißen Ritter“ gegen den möglichen Interessenten Vodafone belastet. Doch dann sorgte Börsianern zufolge ein entgegengesetzter Medienbericht für eine Trendwende, der die Aktien des Kabelnetzbetreibers fast 1,5 Prozent höher schließen ließ. Diesem zufolge plant das Unternehmen keine Abwehrmaßnahmen gegen eine Offerte des britischen Mobilfunkkonzerns.

Dialog Semiconductor legen 5 Prozent zu

Bei Rhön-Klinikum konnten sich die Aktionäre über Kursgewinne von über 1,5 Prozent freuen. Der Klinikbetreiber hatte 2012 zwar wegen Problemen im Klinikum Gießen-Marburg einen massiven Rückgang des Gewinns verzeichnet. 2013 soll dieser aber wieder steigen. Einen Kurssprung von gut 5 Prozent schafften die Titel von Dialog Semiconductor, was ihnen den ersten Platz im Tec-Dax bescherte. Der Halbleiterhersteller bringt Technologien in die neue Smartphone-Plattform von Samsung ein.

Der Euro Stoxx 50 schloss 2,3 Prozent schwächer bei 2579,7 Punkten. In Paris und London gaben die nationalen Indizes ebenfalls deutlich nach. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,30 (Vortag: 1,34) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 133,69 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,58 Prozent auf 143,50 Punkte. Der Euro stand zuletzt bei 1,3205 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3186 (1,3370) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7584 (0,7479) Euro gekostet.

Wall Street eröffnet im Minus - Jobdaten belasten

Die Wall Street hat am Donnerstag im Handelsverlauf verloren. Das mögliche Ende der ultralockeren amerikanischen Geldpolitik sorgte den zweiten Tag in Folge für Verunsicherung. Am Markt wird befürchtet, dass die Federal Reserve (Fed) ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm bald eindämmt. Zudem verstimmten neue Arbeitsmarktdaten die Anleger. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche stärker gestiegen als erwartet. Positiv wirkte sich hingegen aus, dass die sinkenden Ölpreise die Inflation auf nur noch 1,6 Prozent im Januar drückten. Der Dow-Jones-Index fiel im Handelsverlauf um 0,4 Prozent auf 13.870 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,6 Prozent auf 1503 Zähler ein. Am Vortag hatte der Index den stärksten Einbruch seit drei Monaten verzeichnet. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,9 Prozent auf 3135 Stellen nach.

Zu den Verlierern gehörte der amerikanische Elektroautobauer Tesla. Der Konzern weitete im vergangenen Jahr seinen Verlust deutlich aus. Trotzdem ist Tesla zuversichtlich und will im ersten Quartal erstmals einen Gewinn erzielen. Anlegern teilten diesen Optimismus nicht, die Aktie verlor knapp 10 Prozent. Im Fokus stand auch der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart. Der amerikanische Konzern profitierte vom florierenden Weihnachtsgeschäft und geringeren Steuerbelastungen. Der Überschuss kletterte unerwartet stark um 8 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg um 3 Prozent. Zudem gab es eine weitere Großfusion in den Vereinigten Staaten. Der amerikanische Ölkonzern Linn kauft für 4,3 Milliarden Dollar den kleineren Konkurrenten Berry Petroleum. Die Berry-Aktie legte um rund 17 Prozent zu, Linn-Papiere gewannen 2,5 Prozent.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters

 
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