Gewinnmitnahmen nach einer Zinssenkung der EZB und schwache Daten aus Amerika haben die deutschen Aktien am Donnerstag ins Minus gedrückt. Der Dax schloss nach einer Berg- und Talfahrt 0,45 Prozent tiefer bei 6535,56 Punkten. Für den MDax ging es um 0,79 Prozent auf 10 606,38 Punkte bergab und der TecDax verlor 0,26 Prozent auf 770,89 Punkte. Der marktbreite F.A.Z.-Index verlor 0,42 Prozent auf 1417,92 Punkte.
Börsenbrief-Autor Hans Bernecker glaubt nicht an positive Effekte einer möglichen Zinssenkung. „Die Folge dieser Maßnahme ist gleich Null. Lediglich am kurzfristigen Geldmarkt wird dies erkennbar sein und die Börsen kurzfristig über die anhaltende Liquidität erfreuen“, schrieb Bernecker. Das Misstrauen der Banken untereinander sei immer noch sehr hoch und ein Zinsschritt dürfte die Lage nicht entspannen.
Zinsen für Spanien steigen zum Teil weiter
Spanien musste bei der Anleihen-Versteigerung am Vormittag in zwei von drei Laufzeiten abermals höhere Zinsen in Kauf nehmen. Immerhin wurde das angepeilte Maximalziel von 3,0 Milliarden Euro erreicht. Der Euro verlor danach an Wert und kann sich nur knapp über der Marke von 1,25 Dollar halten. Die Emission irischer Geldmarktpapiere im Volumen von 500 Millionen Euro, mit der das Land erstmals seit Herbst 2010 wieder am Finanzmarkt aktiv wurde, hatte dagegen kaum Einfluss.
Kursstützend wirkte sich am Vormittag die Bekanntgabe neuer Wirtschaftsdaten aus. Demnach hat die deutsche Industrie im Mai überraschend einen Zuwachs an neuen Aufträgen verbucht. Das gesamte Ordervolumen stieg um 0,6 Prozent zum Vormonat, während von dpa-AFX befragte Ökonomen mit einer Stagnation gerechnet hatten.