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Veröffentlicht: 16.01.2013, 12:45 Uhr

Marktbericht Deutsche Aktien drehen ins Plus

Die Kurse der deutschen Aktien haben sich dank guter Quartalsergebnisse amerikanischer Banken am Mittwochnachmittag wieder erholt.

Positive Nachrichten aus den Vereinigten Staaten beflügelten am Mittwochnachmittag auch die Kurse in Deutschland. Die großen Banken JP Morgan und Goldman Sachs haben ihre Gewinne deutlich gesteigert. Der Dax stieg daraufhin um 0,2 Prozent auf 7691 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index  verbuchte ein Plus von 0,25 Prozent auf 1659 Punkte.

Die wieder aufgeflammte Diskussion über die amerikanische Schuldenobergrenze und die gesenkte Prognose der Weltbank für das globale Wachstum verhinderte größere Gewinne am Aktienmarkt. Zudem warnte der Luxemburger Premierminister und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, der Eurokurs sei mit Blick auf die europäischen Exportgeschäfte „gefährlich hoch“. Dagegen wollte Ewald Nowotny, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank, kurzfristige Wechselkursschwankungen nicht überbewerten.

Autowerte uneinheitlich

Autowerte entwickelten sich nach Veröffentlichung der Zulassungszahlen des Branchenverbandes ACEA für Europa uneinheitlich. So legten die Aktien von BMW (plus 0,9 Prozent) und die Volkswagen-Titel (plus 0,8 Prozent) zu. Die Anteilsscheine von Daimler hingegen gingen mit einem Abschlag von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Bankaktien reagierten auf die guten Zahlen der amerikanischen Konkurrenz positiv. So gaben die Commerzbank-Titel nach anfänglich deutlicheren Verlusten nur noch um 0,8 Prozent nach. Der Kurs der Deutschen Bank erholte sich ebenfalls etwas und endeten lediglich 0,2 Prozent tiefer.

Tui verzeichneten ein Plus von 8,8 Prozent auf 8,051 Euro. Der Reisekonzern spricht mit seiner börsennotierten Veranstaltungstochter Tui Travel über eine mögliche Zusammenführung der beiden Unternehmen. Metro gaben nach vorläufigen Umsatzzahlen des Handelskonzerns um 0,4 Prozent nach. Die Aktien von Deutsche Wohnen zeigten sich nach einer angekündigten Kapitalerhöhung 0,25 Prozent fester.

Wall Street tendiert knapp behauptet

Eingetrübte Wirtschaftsprognosen der Weltbank lasten am Mittwoch auf der Wall Street. Der tags zuvor auf dem höchsten Stand seit Oktober aus dem Handel gegangene Leitindex Dow Jones Industrial gibt um 0,2 Prozent auf 13.507 Punkte zurück. Auch für den breiter gefassten S&P 500 Index geht es leicht auf 1472 Punkte nach unten. An der Nasdaq konnten sich die zuletzt schwächeren Technologietitel indes etwas stabilisieren: Der Composite Index legt um 0,2 Prozent auf 3117 Zähler zu.

Die Weltbank warnte zudem vor einem Vertrauensverlust durch den Budgetstreit in Washington. In diesem Zusammenhang drohte die Ratingagentur Fitch, den Vereinigten Staaten ihr „AAA“-Rating zu nehmen, sollten die verantwortlichen Politiker nichts gegen die überbordende Staatsverschuldung unternehmen.

Boeing unter Druck

Die Aktien der Investmentbanken JP Morgan und Goldman Sachs tendieren nach Zahlenvorlage uneinheitlich. Während erstere nur leicht um 0,1 Prozent zulegen, gewinnen Goldman-Papiere 2,8 Prozent. Nach einem mageren Jahr 2011 hatte die weltgrößte Investmentbank im vergangenen Jahr wieder prächtig verdient. Von ihrem Rekordgewinn aus dem Jahr 2009 ist die Bank allerdings noch ein gutes Stück entfernt. JP Morgan hatte im vergangenen Jahr gar den höchsten Gewinn der Firmengeschichte eingefahren. Ein Marktteilnehmer sprach von ermutigenden Zahlen, die jüngste Kursentwicklung habe jedoch bereits einigen Optimismus eingepreist.

Deutlich nach unten geht  es mit minus 3,3 Prozent für Boeing. Das Image-Desaster um den Vorzeigejet 787 „Dreamliner“ hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach einer Notlandung in Japan haben die Fluggesellschaften All Nippon Airways und Japan Airlines für Mittwoch und Donnerstag alle Flüge mit ihren insgesamt 24 Flugzeugen des Typs gestrichen. Zuvor war in einer Maschine der ANA Rauch bemerkt worden, erste Anzeichen deuten auf ein Batterieproblem hin. Japans Verkehrsministerium wertete die Geschehnisse als schweren Zwischenfall, der auch zu einem Unfall hätte führen können.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 

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