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Marktbericht Deutsche Aktien beenden schwankenden Handel kaum verändert

 ·  Die deutschen Aktien haben sich nach schwankendem Handelsverlauf doch noch knapp ins Plus gerettet. Am Markt war von einer Gegenbewegung die Rede, zumal viel Negatives bereits in den Kursen eingepreist sei.

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Mit Rückenwind der New Yorker Börsen konnte der Dax seine zwischenzeitlichen Verluste von mehr als einem Prozent ausgleichen. Letztendlich ging er mit einem hauchdünnen Plus von 0,01 Prozent bei 7.169 Punkten über die Ziellinie. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,03 Prozent auf 1542 Zähler.

Zuvor hatten die Sorgen um Griechenland den Aktienmarkt belastet. Die internationalen Geldgeber sind sich zwar einig, dass Griechenland zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen soll. Die Ungewissheit blieb aber, denn die Auszahlung der nächsten Kredittranche durch die internationalen Geldgeber verzögert sich weiter. Immerhin blieb der befürchtete Unfall Griechenlands am Geldmarkt aber aus: Das krisengeschüttelte Euro-Mitglied konnte sich bei Investoren gut vier Milliarden Euro besorgen und übertraf damit das Platzierungsziel deutlich.

ZEW-Index drückt auf die Stimmung

Auch ein unerwartet schwach ausgefallener ZEW-Index sorgte für lange Gesichter am Markt. Der ZEW-Index zu den Konjunkturerwartungen hat sich im November überraschend eingetrübt. Der Index sank auf minus 15,7 von minus 11,5 im Monat zuvor. Prognostiziert wurde ein Anstieg auf minus 10. „Insgesamt ist der ZEW recht schwach ausgefallen“, kommentierte Newedge. Die Stimmungsindikatoren für die Realwirtschaft wie Automobil, Chemie und Elektronik hätten sich deutlich verschlechtert. Zusammengefasst könne man sagen, dass der Bericht die zuletzt schlechten Nachrichten der deutschen Wirtschaft widerspiegele.

Eon-Kurseinbruch belastet Dax

Ein Crash der Eon-Aktie brachte den Dax unter Druck. Der Kurs des Energieversorgers fiel um 11,5 Prozent auf 14,64 Euro ein. Das Unternehmen hatte seinen Ausblick kassiert und angekündigt, dass die Dividende 2013 sinken wird. Der Versorger hat das Ziel eines operativen Gewinns von 11,6 bis 12,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr aufgegeben. Das Geschäft in Südeuropa leidet unter der Eurokrise und in Deutschland sind die teuren Gaskraftwerke wegen des hohen Angebots an Solarstrom zeitweise nicht ausgelastet. Für 2012 bestätigte der Energieriese den Ausblick dagegen, nachdem die Geschäftszahlen für das dritte Quartal gut ausgefallen waren.

„Der Kurs könnte das Jahrestief wiedersehen“, meinte ein Händler. Im Juni war die Eon-Aktie auf 14,05 Euro gefallen. Die Analysten von HSBC haben Eon bereits auf „Underweight“ von „Neutral“ heruntergestuft, auch die NordLB stufte das Papier ab. HSBC rechnet mit einer Dividendensenkung auf 0,90 Euro. Die Aktie des Eon-Konkurrenten RWE verlor 1,2 Prozent auf 32,93 Euro. RWE legt am Mittwoch Geschäftszahlen vor.

Auch K+S unter Druck

Nach Eon war die K+S-Aktie der größte Verlierer mit einem Minus von 4,5 Prozent auf 34,29 Euro. K+S hat den Ausblick an den unteren Rand der bisherigen Prognosen zurückgenommen. Grund ist ein schwächeres Geschäft mit Kalidünger. Die Analysten von Quandt Research haben ihre Kaufempfehlung zurückgezogen und die Aktien auf „Neutral“ gesenkt.

Die abermalige Gnadenfrist für Griechenland stützte den Finanzsektor. So stieg der Aktienkurs der Deutschen Bank um 1,9 Prozent auf 34,06 Euro, für die Commerzbank ging es um 0,7 Prozent auf 1,35 Euro nach oben. SAP-Aktien wurden weiter gekauft und stiegen 1,4 Prozent auf 56,45 Euro. Der Softwarekonzern glaubt an eine hohe Profitabilität der über das Netz angebotenen Cloud-Anwendungen.

Nach vergleichsweise guten Zahlen gewannen die Aktien von Hamburger Hafen 0,6 Prozent auf 17,94 Euro. Der Kurs von Nordex stieg um 5,3 Prozent. Zwar hat sich das Unternehmen negativ zur Profitabilität im kommenden Quartal geäußert, Nordex peilt aber weiter einen Umsatz von 1 bis 1,1 Milliarden Euro an.

Hoffnung auf Lösung der Finanzprobleme stützt Wall Street

Die Indizes an der Wall Street legen nach anfänglichen Verlusten am Dienstag deutlicher zu. In die Gespräche um die Umschiffung der Fiskalklippe scheint nun Bewegung zu kommen. So schließt Glenn Hubbard, einer der Berater von Herausforderer Mitt Romney, Steuererhöhungen in den Vereinigten Staaten nicht mehr kategorisch aus. Wie die jüngste Umfrage unter Fondsmanagern durch Bank of America-Merrill Lynch zeigt, wird die Fiskalklippe in den Vereinigten Staaten als größte Gefahr gesehen. Entsprechende Signale hinsichtlich einer möglichen Lösung stützen das Sentiment. Auf der anderen Seite drückt das Thema Griechenland und wie das Land seine Schulden bezahlen soll weiter auf die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index verbessert sich um 0,4 Prozent, der S&P-500 klettert um 0,5 Prozent und der Nasdaq Composite erhöht sich um 0,1 Prozent. Leicht stützend wirkt sich auch der gestiegene Konjunkturerwartungsindex der National Federation of Independent Business für kleinere und mittelgroße amerikanischen Unternehmen aus. Dieser lag über den Erwartungen.

Microsoft-Aktie verliert

Der Aktienkurs von Microsoft fällt um 2,6 Prozent. Der Leiter der Windows-Sparte, Steven Sinofksy, verlässt auf der Stelle das Unternehmen. Das teilte der Softwareriese mit, ohne einen Grund für das Ausscheiden zu nennen. Der Schritt erfolgt weniger als einen Monat nach dem Start von Windows 8 und dem Microsoft Tablet Surface - Schlüsselprodukte für den PC-Software-Pionier, um seine Position in einem Markt zu halten, der zunehmend von Smartphones und Tablets dominiert wird.

Home Depot ziehen dagegen um 3,8 Prozent an. Die Baumarktkette überraschte mit Drittquartalszahlen über Marktprognose und einem angehobenen Ausblick. Darüber hinaus plant der Konzern einen Aktienrückkauf im Volumen von 700 Millionen Dollar. Die Aktie von Cisco Systems verliert 0,4 Prozent. Der Netzwerkausrüster wird nach der Schlussglocke Rechenschaft über die dritte Periode ablegen.

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12.11.2012, 19:31 Uhr

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