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Marktbericht Deutsche Aktien auf Erholungskurs

04.02.2009 ·  Deutsche Aktien sind am Mittwoch gefragt. Der Dax steigt im Sitzungsverlauf um knapp 3 Prozent. Papiere von Thyssen, MAN, Salzgitter und BASF gewinnen sogar mehr als 7 Prozent.

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Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Vortagesgewinne ausgebaut und abermals sehr fest geschlossen. Der Leitindex Dax kletterte bis zum Abend um 2,7 Prozent auf 4493 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte legte um 2,2 Prozent auf 5215 Zähler zu. Der Tec-Dax gewann 1,6 Prozent auf 483 Punkte.

Händler verwiesen auf positive aufgenommene Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Dort hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im Januar überraschend aufgehellt. „Daran knüpfen sich Hoffnungen, dass man einem Ende der konjunkturellen Tiefschläge nahe ist“, sagte Marktstratege Robert Halver. „Ab und zu gibt es auch gute Nachrichten, die wie ein lang ersehnter Regen auf die ausgetrocknete Wüste fallen.“

Konjunkturabhängige Werte als Tagesgewinner

Nach den positiven Signalen aus den Vereinigten Staaten wanderten vor allem die zuletzt stark gefallenen konjunkturabhängigen Papiere wieder in die Aktiendepots. Größter Dax-Gewinner waren Thyssen-Krupp mit einem Plus von 9,2 Prozent auf 17,50 Euro, gefolgt von MAN mit plus 8,5 Prozent auf 35,44 Euro. Auch Salzgitter-Papiere waren gefragt und gewannen 8 Prozent an Wert. Der Aktienkurs von BASF stieg um 7,7 Prozent.

Bankaktien auf der Gewinnerseite

Die Titel der Deutschen Bank und der Postbank zählten ebenfalls zu den Gewinnern. Die Aktien der Deutschen Bank kletterten um 3,1 Prozent auf 21,24 Euro. Ein Händler verwies auf die für Donnerstag erwarteten Zahlen und darauf, dass am Markt derzeit auf einen starken Ausblick spekuliert werde.

Die Postbank-Aktien verteuerten sich um 6,4 Prozent auf 9,48 Euro. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der „Financial Times Deutschland“, der die Hoffnung auf eine Aufstockung des Anteils der Deutschen Bank nach dem bevorstehenden Einstieg bei der Postbank schüre.

Münchner Rück und Beiersdorf verlieren

Papiere der Münchener Rück zählten hingegen mit einem Minus von 2,9 Prozent auf 104,37 Euro zu den schwächsten Werten. Der Rückversicherer erlitt im abgelaufenen Jahr infolge der Finanzmarktkrise wie erwartet einen kräftigen Gewinneinbruch, verdiente dabei aber noch etwas weniger als im Durchschnitt erwartet. Gleichzeitig kündigte die Münchener Rück an, dass die Dividende mit 5,50 Euro je Aktie trotz des Gewinneinbruchs stabil bleiben soll.

Beiersdorf-Aktien verloren 3,9 Prozent auf 36,88 Euro, waren im Handelsverlauf aber noch deutlich schwächer gewesen. Der Konsumgüterhersteller will der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 70 auf 90 Cent je Aktie vorschlagen. Der Vorschlag lag über den Erwartungen. Am Vormittag hatte jedoch eine negative Studie von der Deutschen Bank, in der die Analysten das Papier von „Kaufen“ auf „Halten“ abgestuft hatten, die Aktie belastet und ans Dax-Ende gedrückt.

Autoaktien gewinnen deutlich

Autoaktien schlossen hingegen trotz enttäuschender amerikanischen Absatzzahlen im Tagesverlauf mehrheitlich fester. Händler sagten, hier habe am Nachmittag vor allem die Entscheidung des amerikanischen Senats nachgewirkt, Autokäufe mit Steuererleichterungen anzukurbeln. Im Januar hatte sich die dramatische Absatz-Talfahrt in den Vereinigten Staaten nochmals stärker beschleunigt als befürchtet. Bei den deutschen Herstellern konnte BMW seine Talfahrt im Vergleich zum Dezember zumindest etwas abbremsen. Das wurde am Markt mit einem Kursplus von 6,9 Prozent auf 19,37 Euro honoriert. BMW gewannen damit bei den Autotiteln am deutlichsten. Daimler-Aktien legten um 6,7 Prozent zu.

Die Aktien des Hamburger Hafens HHLA verteuerten sich nach Geschäftszahlen um 6 Prozent auf 20,25 Euro. Der Logistikkonzern hatte im Jahr 2008 die Auswirkungen der Finanzkrise gut verkraftet und mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg die eigenen Prognosen erfüllt. Marktteilnehmer reagierten allerdings nur verhalten positiv. Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet für HHLA ein schwieriges Jahr.

Beim Kranbauer Demag Cranes sorgten gute Zahlen des finnischen Konkurrenten Konecranes für ein Kursplus von 10,4 Prozent auf 18,42 Euro. Die Aktie schloss als stärkster M-Dax-Wert.

Amerikanische Aktien eröffnen im Plus

Auch die amerikanischen Börsen haben sich am Mittwoch freundlich präsentiert. Neuen Zahlen zufolge hat sich der Stellenabbau in den Vereinigten Staaten im Januar erstmals seit vier Monaten verlangsamt. Zudem bremsten die amerikanischen Dienstleister ihre Talfahrt im Januar überraschend etwas ab. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 42,9 von 40,1 Zählern im Dezember. Hightechwerte wurden als kursgünstige Schnäppchen gesucht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Mittag amerikanischer Zeit um 0,3 Prozent auf 8101 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,8 Prozent auf 845 Zähler hinzu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,6 Prozent auf 1541 Punkte.

Kraft Foods und Walt Disney enttäuschen die Märkte

Enttäuschende Unternehmenszahlen legte am Mittwoch der Lebensmittelhersteller Kraft Foods vor. Der Ketchup-Produzent verfehlte mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen knapp und senkte zudem seine Gewinnprognose für 2009. Der Kraft-Aktienkurs brach um mehr als acht Prozent ein.

Auch die Titel des Unterhaltungskonzerns Walt Disney notierten knapp sechs Prozent tiefer. Das Unternehmen erlitt wegen der anhaltenden Konsumschwäche einen Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal.

Aktien von Microsoft und Clorox gesucht
Hochtechnologiewerte wurden wegen des niedrigen Kursniveaus nachgefragt. Die Anteilsscheine des Softwaregiganten Microsoft kletterten um 5 Prozent und die Dividendenpapiere des Computerunternehmens Apple um drei Prozent. Auf den Kauflisten der Börsianer standen indes die Anteilsscheine des Haushaltswaren- und Chemieunternehmens Clorox mit einem Plus von 3,3 Prozent. Händler begründeten den Kursgewinn des Herstellers von Brita-Wasserfiltern mit den Quartalszahlen, die besser als erwartet ausgefallen waren.

Experten sehen noch keine generelle Wende
Portfoliomanager Christoph Berger von Cominvest sagte angesichts der Markterholung: „Es ist zu früh, von einer Aufhellung zu sprechen, aber die makroökonomischen Frühindikatoren zeigen eine erste Stabilisierung an“. Auch laut dem Cominvest Aktienbarometer Deutschland, das die Einstellung der Deutschen zum Thema Aktienanlage misst, hellt sich die Perspektive mittel- bis langfristig deutlich auf.

Sergi Martin, Chef der Investmentfirma Credit Andorra betonte hingegen: „Marktteilnehmer warten derzeit eigentlich nur auf eines: Das Konjunkturpaket aus den Vereinigten Staaten und vor allem die Rettungspläne für Banken.“ Er wies darauf hin, dass derzeit zahlreiche Gerüchte im Markt dazu kursierten. „Die Quartalszahlen, die wir derzeit sehen, sind schrecklich, aber das wusste jeder bereits im Vorfeld. Die Tatsache, dass diese Zahlen verhältnismäßig gut aufgenommen werden, könnte ein Zeichen dafür sein, dass diese schwachen Erwartungen bereits zu einem guten Teil in den Kursen enthalten sind.“

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01.06.2012 17:45 Uhr
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Dax 6.050,29 −3,42%
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01.06.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.050,29 −3,42%
FAZ-INDEX 1.319,85 −3,26%
TecDAX 730,90 −2,68%
MDAX 9.870,46 −2,73%
SDAX 4.717,40 −2,20%
REX 439,15 +0,37%
Eurostoxx 50 2.068,66 −2,37%
F.A.Z. EURO 67,11 −2,09%
Dow Jones 12.118,60 −2,22%
Nasdaq 100 2.458,83 −2,62%
S&P500 1.278,04 −2,46%
Nikkei225 8.440,25 −1,20%
EUR/USD 1,2433 +0,58%
Rohöl Brent Crude 98,82 $ −2,76%
Gold 1.606,00 $ +3,08%
Bund Future 146,44 € +0,36%