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Marktbericht Dem Dax geht zum Jahresende die Puste aus

 ·  Der deutsche Leitindex Dax legt im Jahr 2012 rund 30 Prozent zu und verzeichnet damit sein größtes Jahresplus seit 2003. Auf eine Sicht von zwölf Monaten schneiden Aktien von Eon am schwächsten ab. Der amerikanische Haushaltsstreit trübt weiter die Stimmung.

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© dpa Vergrößern An der deutschen Börse hatte in diesem Jahr der Bulle das Sagen.

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt, doch am letzten Handelstag des Jahres ist dem deutschen Leitindex die Puste ausgegangen. „Das große Thema ist und bleibt der Streit um den amerikanischen Haushalt“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Da ein Kompromiss bis zum 31. Dezember immer unwahrscheinlicher sei, ließen die Anleger Vorsicht walten. Der Dax verlor am Freitag 0,6 Prozent auf 7612 Punkte - gehandelt wurde nur bis 14 Uhr. Der Euro Stoxx gab um ein Prozent nach.

In den Vereinigten Staaten wird mit Hochdruck an einer Lösung des Haushaltsstreits gearbeitet, doch die Fronten zwischen Demokraten und Republikanern scheinen verhärtet. Sollten sich die Politiker nicht einigen können, treten im Januar automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar in Kraft. Experten zufolge dürfte dies eine deutliche Eintrübung der amerikanischen Konjunktur zur Folge haben, die auch die Weltwirtschaft nicht unberührt ließe. „Gibt es keinen Kompromiss, erleben wir auf jeden Fall einen sehr holprigen Start ins neue Jahr“, sagte Sartoris.

Amerikanische Haushaltssorgen lassen Euro schwächeln

Diese Sorgen bekam am Freitag auch der Euro zu spüren. Der Dollar war als sicherer Hafen gefragt und legte zu. Die Gemeinschaftswährung rutschte wieder unter 1,32 Dollar, seit Jahresanfang kommt sie auf ein Plus von gut 2 amerikanischen Cent. Die Grundvoraussetzungen für weiter steigende Kurse an den Aktienmärkten sind allerdings gegeben. Die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken, die moderate Bewertung vieler Unternehmen und der Mangel an Anlagealternativen sollten 2013 für Zuwächse im Dax sorgen, schreiben die Experten der Landesbank Berlin in ihrem Marktausblick.

Allerdings dürften die Gewinne weniger stark als in diesem Jahr ausfallen: Sie rechnen auf Zwölfmonats-Sicht mit einem Plus von 7 Prozent. Im zu Ende gehenden Jahr verbucht der Dax mit 29,1 Prozent das größte Plus seit 2003 und liegt damit besser als die meisten anderen Indizes in Europa. Der Euro Stoxx50 legte um knapp 15 Prozent zu.

Porsche brausen nach Klageabweisung davon

Zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex zählten am Freitag diejenigen Werte, die bereits seit Jahresbeginn ordentlich zugelegt haben. Henkel verteuerten sich um 1,3 Prozent auf 62,20 Euro - seit Januar kommen sie auf ein Plus von 39,5 Prozent. Volkswagen profitierten zeitweise von einem Gerichtserfolg des Großaktionärs Porsche SE und legten um 1,1 Prozent auf 174,45 Euro zu. Aus dem Handel gingen sie dann 0,3 Prozent schwächer. In einem Zweig des milliardenschweren Rechtsstreits mit amerikanischen Investoren um die Übernahmeschlacht mit VW hatte Porsche einen Etappensieg errungen. Die Aktien schossen um bis zu 7,4 Prozent auf 62,37 Euro in die Höhe, den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Auf der Verliererseite standen unter anderem Thyssen Krupp, die gut ein Prozent nachgaben. Seit Jahresbeginn kommen die Aktien des Stahlkonzerns nur auf ein knappes Plus von 0,2 Prozent. Schlusslicht im Dax bilden auf Zwölf-Monats-Sicht die E.ON-Titel: Sie verloren seit Januar 15,5 Prozent. Am Freitag gingen sie mit einem Abschlag von 0,4 Prozent aus dem Handel. Das sei ein üblicher Handelsverlauf zu Jahresende, sagte ein Börsianer. Titel, die gut gelaufen seien, würden nachgekauft - weniger beliebte Titel gerne abgestoßen.

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27.12.2012, 12:47 Uhr

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