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Marktbericht Dax vor amerikanischer Berichtssaison tiefer

Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag verloren. Der Dax gab etwa 0,5 Prozent auf 7696 Punkte nach. Studien von Analysten bewegten die Märkte. Beiersdorf gewann, Munich Re und Hannover Rück verloren.

© F.A.Z. Vergrößern

Vor dem Start der amerikanischen Berichtssaison haben deutsche Aktien am Dienstag mehrheitlich nachgegeben. Der Dax fiel um 0,5 Prozent auf 7695,8 Punkte und erreichte den bislang tiefsten Schlusstand im Januar. Händler begründeten die Abwärtsbewegung am Nachmittag mit sehr vagen Gerüchten, wonach Paris über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit französischer Staatsanleihen durch eine Ratingagentur informiert worden sei. Dies wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert. Andere Börsianer nannten auch den nachgebenden Euro und die schwächere Wall Street als Belastungsfaktoren. Der M-Dax verlor 0,1 Prozent auf 12.192 Punkte. Der Tec-Dax stieg hingegen um 0,6 Prozent auf 864,5 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index verlor rund 0,5 Prozent auf 1657,3 Punkte.

„Angesichts der übergeordneten Aufwärtsbewegung kommen Rücksetzer auf einem derart hohen Kursniveau nicht allzu überraschend. Die Aktienmärkte atmen durch. Zudem dürften nicht wenige Investoren den zum Abend erwarteten Startschuss der amerikanischen Berichtssaison abwarten wollen“, kommentierte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG das Geschehen. Am Dienstagabend nach amerikanischem Börsenschluss wird der Aluminiumhersteller Alcoa traditionell als erstes großes amerikanisches Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlichen.

Analystenstudien bewegen

Im Dax bewegten vor allem Analystenstudien die Kurse. Stark gefragt waren die Anteilsscheine von Beiersdorf, die um rund 2,4 Prozent stiegen. Wie bereits am Vortag, waren auch die Bankenwerte wieder oben im Tableau zu finden. So kletterten Aktien der Deutschen Bank um 1,2 Prozent und jene der Commerzbank um rund ein Prozent. Fast am Index-Ende gaben Lanxess-Aktien nach einem kritischen Analystenkommentar 3,3 Prozent ab.

Schwach zeigten sich auch Papiere der Rückversicherer nach negativen Studien der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch. Die Anteilsscheine von Munich Re büßten 1,7 Prozent ein. Hannover-Rück-Titel gaben um 1,2 Prozent nach. Aktien des Touristikkonzerns Tui fielen nach einer kritischen Studie von Morgan Stanley am M-Dax-Ende um knapp 3 Prozent. Dagegen waren Metro-Aktien mit mehr als 3 Prozent Spitzenreiter im M-Dax. Der Handelskonzern zieht Kreisen zufolge bei dem China-Abenteuer seiner Elektronikkette Media Markt die Reißleine.

Solarworld seit Anfang Januar Plus 70 Prozent

Im Tec-Dax setzten Solarworld-Titel ihre Rally fort und stiegen um weitere 8,7 Prozent. Damit gewannen sie seit Jahresbeginn gut 70 Prozent an Wert, hatten allerdings in den zwei Jahren zuvor auch sehr kräftig verloren. Der Euro Stoxx 50 schloss 0,2 Prozent niedriger bei 2691,4 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris endeten wenig verändert.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,2 Prozent am Vortag auf 1,2 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,1 Prozent auf 133,9 Punkte. Der Bund Future gewann 0,2 Prozent auf 143,38 Punkte. Der Kurs des Euro fiel am Nachmittag im Zuge der Frankreich-Gerüchte auf ein Tagestief von 1,3057 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3086 (Montag: 1,3039) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7642 (0,7669) Euro.

Wall Street vor Bilanzsaison schwächer

Die Wall Street wartet gebannt auf den Startschuss für die amerikanische Bilanzsaison. Vor dem Zwischenbericht des Aluminiumherstellers Alcoa, der traditionell als erster großer Konzern Zahlen bekannt gibt, hielten sich Anleger am Dienstag zurück. Die Erwartungen an die Berichtsaison sind nicht hoch. Zudem zeigten sich Investoren von Konjunkturdaten aus Deutschland enttäuscht. Im November sackten die Ausfuhren zum Vormonat um 3,4 Prozent ab und damit so stark wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab im Handeslverlauf 0,5 Prozent auf 13.313 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 1453 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,6 Prozent auf 3081,5 Punkte ein.

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„Alcoa ist kein großer Leithammel“, sagte Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Der Markt werde sich erst aus der Deckung wagen, wenn weitere Unternehmensnachrichten vorliegen. Alcoa-Aktien lagen 0,7 Prozent im Plus. Die Papiere von Monsanto verzeichneten einen Anstieg um 2,6 Prozent. Der Bayer-Konkurrent und amerikanische Agrarchemiekonzern hob seine Prognosen für 2013 an.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters

 
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Veröffentlicht: 08.01.2013, 18:27 Uhr

Kein Grund zum Jubeln

Von Kerstin Papon

Verbraucher können sich über günstiges Heizöl freuen. Doch Grund zum Jubeln ist das noch nicht. Wer von den geringen Energiepreisen profitieren will, sollte nicht zu lange mit der Bestellung warten. Mehr 4


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