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Marktbericht Dax tief im Minus aus Sorge vor Italien-Patt

Der Dax hat am Dienstag gegen Mittag fast 2 Prozent verloren. Besonders Aktien aus dem Bankensektor stehen auf der Verkaufsliste der Anleger. Nur die Titel von FMC und Fresenius stemmen sich mit Aufschlägen von 3 und 3,7 Prozent gegen das Marktumfeld.

© Natascha Vlahovic

Sorgen um ein Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise nach dem Wahlpatt in Italien haben am Dienstag den deutschen Aktienmarkt kräftig belastet. Der Dax schloss wieder unter der Marke von 7600 Punkten und gab seine Jahresgewinne komplett ab. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone blockieren sich die politischen Lager, da kein Parteienbündnis eine klare Mehrheit gewann. Zudem kehrte Silvio Berlusconi zurück, der den Italienern im Wahlkampf trotz der finanziell desaströsen Lage des Landes umfassende Steuererleichterungen versprochen hatte.

Mit einem Abschlag von 2,27 Prozent ging der Dax bei 7.597,11 Punkten aus dem Handel. Seit der Veröffentlichung der ersten Prognosen am Vortag beläuft sich das Minus auf 3,35 Prozent. Positive Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und eine Verteidigung der lockeren amerikanischen Geldpolitik durch Notenbankchef Ben Bernanke fanden keine Beachtung. Der M-Dax büßte am Dienstag 1,06 Prozent auf 13.002,89 Punkte ein und der Tec-Dax verlor 1,04 Prozent auf 903,38 Punkte. Der FAZ-Index gab um 1,94 Prozent auf 1649,32 Punkte nach. Am Devisenmarkt fiel der Euro nach zwischenzeitlicher Erholung wieder unter 1,31 Dollar.

Börsenbriefautor Hans Bernecker bezeichnet das Ergebnis von Italiens Wahl als „tipico italiano“. „Nach dem unklaren Wahlausgang drückt vor allem die Angst vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise auf die Stimmung“, pflichtet Investmentanalystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bei. Der drohende politische Stillstand war auch bei einer Versteigerung italienischer Schuldtitel spürbar: Zu erhöhten Zinskosten konnte das Land aber immerhin so viel Geld einsammeln wie geplant.

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Banken wegen Italien unter Druck

Am  Aktienmarkt wurden vor allem Banken und Konjunkturzykliker verkauft. Der Kurs der Bank Intesa Sanpaolo (-9,1 Prozent) geriet so heftig unter Druck, dass die italienische Börsenaufsicht ein zweitägiges Leerverkaufsverbot verhängte. Der Kurs von UniCredit verlor 8,5 Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Fresenius SE (+2,8 Prozent) und Fresenius Medical Care (+1,5 Prozent), die mit ihren Geschäftszahlen überzeugt hatten. Bayer (-1,3 Prozent) verringerte seine Verluste, nachdem das Unternehmen seine Dividende überraschend deutlich erhöht hatte.

Freundlichere Stimmung in Amerika

An Wall Street ist die Stimmung schon wieder freundlicher. Hier rücken amerikanische Themen wieder nach vorn. Nicht nur Ben Bernankes konjunkturfreundliche Aussagen stimmen die Aktionäre positiv, sondern auch von Unternehmens- und Konjunkturseite überwiegen die freundlichen Signale. Überraschend gute Quartalszahlen lassen Home Depot um knapp 6 Prozent zulegen. Offenbar haben die Amerikaner bei Farbe, Arbeitsplatten und Parkettdielen zugegriffen. Home Depot will Aktien im Umfang von 17 Milliarden Dollar zurückkaufen und die Dividende erhöhen.

Der Ölpreis notiert bei 92,79 Dollar je Barrel WTI-Öl und damit etwas niedriger als am Montag. Stärker bewegt sich der Goldpreis, der von Bernankes Aussagen profitiert. Wenn mehr Geld gedruckt wird, steigt in der Regel der Preis des Edelmetalls, weil es als inflationssicher gilt. Erstmals seit Mittwoch werden wieder mehr als 1600 Dollar für die Feinunze bezahlt.

Wenig Bewegung hingegen gibt es bei amerikanischen Anleihen, die am Montag noch begehrtes Objekt der verängstigten Anleger waren. Die Rendite der zehnjährigen Papiere steigt leicht auf 1,87 Prozent.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Dow Jones

 
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