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Marktbericht Dax setzt Erholung fort

 ·  Eine Flut von Quartalsergebnissen und die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius haben die deutschen Aktienanleger am Donnerstag in Atem gehalten. Für positive Stimmung sorgten überraschend starke Immobiliendaten aus den Vereinigten Staaten.

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Der Dax hat am Donnerstag seine zwischenzeitliche Schwäche überwunden. Neben guten Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt stützten auch gute Zahlen deutscher Unternehmen den Leitindex, den enttäuschende Wochendaten vom amerikanischen Arbeitsmarkt am frühen Nachmittag nur kurzzeitig gebremst hatten. Zum Handelsschluss stand er 0,5 Prozent höher bei 6740 Punkten und knüpfte damit an seine Erholungsbewegung der vergangenen beiden Tage an. Die deutlichen Verluste zum Wochenauftakt machte das Börsenbarometer so mittlerweile fast wieder wett. Für den Tec-Dax ging es am Donnerstag um 0,5 Prozent auf 787 Punkte hoch. Der M-Dax gewann - angetrieben von einer Übernahmeofferte für Rhön-Klinikum - deutlichere 1,2 Prozent auf 10.761 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index stieg um 0,6 Prozent auf 1498 Punkte.

„Der Aktienmarkt steht derzeit im Spannungsfeld überwiegend guter Unternehmenszahlen und der übergeordneten Störfeuer von der Schuldenkrise in Europa“, sagte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory. Nach den heftigen Kursverlusten vom Montag und der Erholung zur Wochenmitte hin versuche der Markt, ein Gleichgewicht zu finden.

Rhön-Klinikum schießen nach Offerte hoch

Die Aktien von Rhön-Klinikum schossen aufgrund eines Übernahmegebots von Fresenius um 43,9 Prozent auf 21,25 Euro hoch, blieben damit aber ein gutes Stück unter der Offerte von 22,50 Euro je Aktie. Gemeinsam mit der eigenen Tochter Helios will der Gesundheitskonzern den größten privaten Klinikkonzern Deutschlands schaffen. Die Fresenius-Aktien stiegen um 2,8 Prozent auf 76 Euro. Bei beiden Unternehmen traten die aktuellen Quartalszahlen in den Hintergrund.

Der Autobauer Volkswagen übertraf mit seinem Quartalsbericht alle Erwartungen, was die Vorzugsaktien um 8,7 Prozent auf 137,2 Euro und damit an die Dax-Spitze steigen ließ. Auch für die Titel des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer ging es dank guter Zahlen um 1,5 Prozent hoch. Dagegen sackten die Aktien der Deutschen Bank wegen schwacher Zahlen mit minus 2,7 Prozent an das Dax-Ende.

Zahlen belasten Vossloh und Aixtron

Im M-Dax verloren die Vossloh-Titel 1,3 Prozent, nachdem der Verkehrstechnikkonzern einen unerwartet schwachen Jahresstart berichtet hatte. Auch beim Modekonzern Hugo Boss reagierten die Aktien auf die Zahlenvorlage mit deutlichen Verlusten von 3,4 Prozent. Die Titel der Optikerkette Fielmann verteuerten sich indes dank guter Zahlen um knapp 1 Prozent.

Für die Aktien von Aixtron ging es ungeachtet tiefroter Zahlen um mehr als 6 Prozent hoch. Hier äußerten die Börsianer die Hoffnung, dass die Geschäftsentwicklung bei dem auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierten Maschinenbauer den Tiefpunkt nun erreicht haben dürften.

Arbeitsmarktdaten und Firmenzahlen belasten Wall Street

Nach der Vortagesrally haben enttäuschende Arbeitsmarktdaten am Donnerstag die Wall Street belastet. Börsenschwergewichte wie Exxon Mobil legten zudem Geschäftszahlen vor, die die Anleger nicht überzeugten. Der Dow-Jones-Index legte um 0,5 Prozent auf 13.154 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,2 Prozent auf 1393 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf 3036 Punkte.

Besonders die jüngsten Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt weckten bei den Anlegern neue Sorgen, dass die Konjunktur noch immer nicht rund läuft. Die Zahl der Arbeitslosenhilfe-Erstanträge ging in der vergangenen Woche nur wenig zurück und fiel mit 388.000 auch noch höher aus als erwartet. Der Analyst Joe Manimbo von Western Union Business Solutions sprach von enttäuschenden Zahlen, die ein erneuter Beleg dafür seien, dass der Jobmarkt weiter an Schwung verliere.

Amerikanische Ölwerte im Minus

Für schlechte Stimmung auf dem Parkett sorgte auch der Ölriese Exxon Mobil. Der Konzern verdiente im ersten Quartal trotz der höheren Ölpreise weniger als vor einem Jahr. Der europäische Rivale Royal Dutch Shell hatte für denselben Zeitraum einen Gewinnanstieg von 11 Prozent ausgewiesen. Exxon-Aktien tendierten 1,7 Prozent im Minus. Die Aktien des Chemieriesen Dow Chemical gaben 3,3 Prozent nach. Der BASF-Rivale erzielte im ersten Quartal einen Gewinn, der rund ein Drittel niedriger als vor einem Jahr ausfiel. Als Grund für den Rückgang nannte das Unternehmen Kosten für die Restrukturierung. Ebenfalls Abschläge verzeichnete das Papier von UPS, das 3,2 Prozent an Wert verlor. Der zunehmende Internethandel kurbelte das Geschäft des weltgrößten Paketdienstes zwar an. Auch der Umsatz kletterte um gut 4 Prozent. Das Wachstum des Konkurrenten der Deutschen Post blieb allerdings etwas hinter den Erwartungen von Branchenexperten zurück.

Anteilscheine des amerikanischen Getränkekonzerns Pepsi verloren 0,3 Prozent. Höhere Rohstoffkosten drückten auf den Gewinn im ersten Quartal. Die Aktien des Rivalen Coca-Cola stiegen um 0,9 Prozent. Am Mittwoch hatte das Zugpferd Apple an den amerikanischen Börsen Jubel ausgelöst und die positiven Überraschungen der laufenden Berichtssaison gekrönt. Der iPhone- und iPad-Hersteller schob die Technologiebörse Nasdaq so gut wie alleine um mehr als 2 Prozent an und bescherte ihr damit das bislang höchste Tagesplus in diesem Jahr. Am Donnerstag verloren Apple-Aktien dennoch um 0,9 Prozent.

Quelle: FAZ.NET mit dpa-AFX, Reuters
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