Gewinnmitnahmen nach zuletzt acht freundlichen Handelstagen haben den Dax am Montag moderat im Minus schließen lassen. Der deutsche Leitindex konnte seine frühen Verluste aber zum Ende hin deutlich reduzieren und gab schließlich nur noch marginal um 0,05 Prozent auf 7154 Punkte nach. Stützend wirkten sich dabei Finanzwerte aus, die ihre anfänglichen Abgaben noch in deutliche Gewinne ummünzen konnten. Der M-Dax verblieb mit 0,3 Prozent im Minus bei 10.713 Punkten, während es der Tec-Dax mit 0,73 Prozent auf 797 Punkte ins Plus schaffte. Der marktbreite FAZ-Index nahm um leicht um 0,1 Prozent auf 1584 Punkte ab.
Rückenwind gab es nach den frühen Verlusten durch die Vereinbarung zur Abwicklung der Kreditausfallversicherungen auf griechische Anleihen. „Die Ergebnisse haben keine weiteren bösen Überraschungen mit sich gebracht und so macht sich bei den Anlegern etwas Erleichterung breit“, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade mit Blick auf die deutlich ins Plus gedrehten Finanzwerte. Zuvor wurden noch Gewinnmitnahmen für die deutlicheren Verluste verantwortlich gemacht, nachdem der Dax am Freitag bei knapp unter 7200 Punkten den höchsten Stand seit Anfang August 2011 erklommen hatte.
Bankentitel nach CDS-Abwicklung gefragt
Die Bankentitel profitierten davon, dass sich Anleger mit den sogenannten Credit Default Swaps (CDS) bei griechischen Anleihen weitgehend schadlos halten können. Im Schnitt sollen 78,5 Prozent des Nominalwerts der Papiere zurückerstattet werden, teilte der Derivateverband ISDA am Montag mit. Titel der Deutschen Bank notierten zu Handelsschluss 2,2 Prozent höher bei 39,5 Euro und waren damit der Spitzenreiter im Dax, nachdem sie am Morgen noch zu den größten Verlierern gezählt hatten. Commerzbank waren indes ebenfalls deutlich ins Plus gedreht: Sie legten am Ende 1,7 Prozent zu.
Ansonsten sprachen Händler von einer insgesamt dünnen Nachrichtenlage auf Unternehmensseite, so dass sich einige Analystenkommentare stärker bemerkbar machten. Die Aktien von BMW rutschten am Dax-Ende um 1,6 Prozent auf 71,8 Euro ab, nachdem Goldman Sachs die Titel von der „Conviction Buy“-Liste gestrichen hatte. Autowerte zeigten sich auch europaweit schwach. Die Volkswagen-Anteile büßten vor diesem Hintergrund 1,45 Prozent ein.
Post mit UPS-Gebot für TNT im Blick
Klare Gewinne gab es hingegen für die Aktien der Deutschen Post, die um rund 2 Prozent auf 14,4 Euro zulegten und dabei von optimistischen Analystenkommentaren profitierten. Sie standen jedoch auch mit einem Übernahme innerhalb der Branche im Fokus: Mit einem erhöhten Gebot für den niederländischen Rivalen TNT Express nahm der amerikanische Logistiker UPS die erste Hürde für einen Zukauf, der den europäischen Paketmarkt aufwühlen dürfte.
Auch im M-Dax sorgten Analystenstudien für eine größere Kursreaktion. Nach einer Hochstufung durch die Commerzbank und einer Kurszielerhöhung durch Equinet kletterten die Titel des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister an der Indexspitze um fast 5 Prozent in die Höhe. Knapp dahinter sprangen Sky Deutschland um gut 4,5 Prozent hoch. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte der Deutschen Telekom beim Kampf um die Bundesliga-Rechte juristisches Störfeuer drohen.
Wall Street eröffnet leicht im Minus
Die Wall Street hat am Montag nach anfänglichen Kursverlusten ins Plus gedreht. Händler erklärten die moderaten Abschläge zu Handelsbeginn nach der jüngsten Rallye mit Gewinnmitnahmen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legt um 0,3 Prozent zu auf 13.266 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,7 Prozent auf 1413 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq nahm 1 Prozent zu auf 3084 Punkte. Der Aktienkurs von Apple legt 2,2 Prozent zu. Das Unternehmen beteiligt erstmals seit 17 Jahren seine Aktionäre wieder über eine Dividende am Gewinn. Das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt kündigte an, regelmäßig eine Quartalsausschüttung in Höhe von 2,65 Dollar je Papier zu zahlen. Zugleich will der Hersteller von iPhones und iPads in den kommenden drei Jahren Aktien im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar zurückkaufen.
Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien des amerikanischen Paketriesen UPS mit einem Plus von knapp 3,8 Prozent. Der Konzern will mit der Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT Express einen Weltmarktführer schmieden und Wettbewerber wie die Deutsche Post auch in Europa verstärkt in die Schranken weisen. UPS will die 5,2 Milliarden Euro schwere Transaktion voraussichtlich noch im dritten Quartal 2012 abschließen.