07.09.2010 · Neu aufgeflammte Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Dax sank nach den Gewinnen der vergangenen Tage um 0,60 Prozent auf 6.117,89 Punkte.
Den Dax belasteten vor allem die schwachen Finanzwerte und deutliche Abschläge bei der Infineon-Aktie. Für den MDax ging es um 0,53 Prozent auf 8.463,66 Punkte nach unten und der TecDax sank angesichts schwacher Solarwerte um 1,45 Prozent auf 758,49 Punkte.
Die allgemeine Unsicherheit sei wieder an die Märkte zurückgekehrt, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. So hätten sich die Risikoaufschläge für Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Portugal oder Griechenland erneut deutlich erhöht. Ein Börsianer begründete dies mit einem Medienbericht, wonach sich portugiesische Banken Rekordsummen bei der europäischen Zentralbank geliehen hätten.
In dieses trübe Bild passte Börsianern zufolge ein Artikel im „Wall Street Journal“, demzufolge in dem europäischen Bankenstresstest die möglichen Belastungen durch den Ausfall staatlicher Kreditnehmer nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden seien. Zudem hatte die deutsche Industrie im Juli einen überraschend deutlichen Auftragsrückgang verbuchen müssen.
Finanzwerte führen Verliererliste mit an
Im Sog dieser negativen Nachrichten mussten vor allem Finanzwerte Verluste hinnehmen. Deutsche-Bank-Papiere büßten 1,66 Prozent auf 49,325 Euro ein, die der Commerzbank verloren 2,12 Prozent auf 6,34 Euro. Postbank-Titel fielen im MDax um 1,61 Prozent. Die Finanzaktien litten auch darunter, dass sie laut „Zeit Online“ künftig mit harten Eigenkapitalregeln rechnen müssen.
Papiere von Infineon Technologies verloren nach einem Vorstandsinterview als Dax-Schlusslicht 3,56 Prozent auf 4,33 Euro. Der Halbleiterkonzern erwartet aus dem Verkauf seiner Mobilfunkchipsparte einen außerordentlichen dreistelligen Millionengewinn, plant aber entgegen der Hoffnungen etlicher Anleger keine Sonderausschüttung.
Titel der Software AG büßten 3,24 Prozent auf 81,81 Euro ein. Deutschlands zweitgrößter Softwareanbieter setzt auch nach der rund 487 Millionen Euro teuren Übernahme von IDS Scheer weiter auf Zukäufe. Im SDax ließen gute Verkehrszahlen und Übernahmefantasien die Aktien von Air Berlin um 1,16 Prozent auf 3,48 Euro steigen.
Unsicherheiten belasten auch den Euro
Der EuroStoxx 50 sank um 0,96 Prozent auf 2727,16 Punkte. In Paris und London ging es für die nationalen Leitindizes ebenfalls nach unten An der New Yorker Börse präsentierte sich der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss im Minus.
Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,95 (Vortag: 2,00) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 128,55 Punkte. Der Bund Future aber stieg um 0,71 Prozent auf 133,10 Punkte.
Die Sorge vor einem erhöhten Kapitalbedarf europäischer Banken belastete auch den Euro Die Gemeinschaftswährung gab nach und notierte zuletzt bei 1,2721 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2744 (Montag: 1,2874) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7847 (0,7768) Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |