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Marktbericht Dax hält sich knapp über 7000 Punkten

 ·  Die deutschen Aktienmärkte haben am Mittwoch bis zur Schlussglocke leichte Gewinne verzeichnet und sind damit über 7000 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Kurs der Lufthansa-Aktie litt unter einem drohenden Streik der Flugbegleiter.

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Vor der Notenbank-Konferenz in Jackson Hole hat der Dax am Mittwoch minimal zugelegt und sich knapp über der Marke von 7000 Punkten gehalten. Die insgesamt positiven amerikanischen Konjunkturdaten an diesem Tag hatten dem Leitindex keine klare Richtung geben können. Nach einem insgesamt moderaten Auf und Ab schloss der Dax mit 0,1 Prozent im Plus bei 7011 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte gewann 0,6 Prozent auf 11.064 Punkte. Für den Tec-Dax ging es um 0,5 Prozent hoch auf 795 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index stieg um 0,1 Prozent auf 1508 Punkte.

„An den Börsen wird auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole gewartet“, kommentierte Thomas Gitzel, Ökonom bei der VP Bank, die Zurückhaltung der Anleger. „Die Augen richten sich auf Fed-Chef Ben Bernanke, von dem mehr Aussagen zu einer quantitativen geldpolitischen Lockerung erwartet werden. Bleiben diese aus, droht Enttäuschungspotenzial.“ Da allerdings der interessanteste Kandidat, Mario Draghi, dem Treffen fern bleibe, findet das „eigentliche Jackson Hole“ laut Gitzel zur EZB-Ratssitzung am 6. September statt. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade und sprach von einer „Lethargie“, in der der Dax aktuell gefangen sei. „Die Unsicherheit ist zu groß, was die Marktteilnehmer zum Wochenschluss noch erwartet, und positive Impulse sind derzeit rar.“

Lufthansa-Aktie wegen drohendem Streik bleibt abermals schwach

Unter den Einzelwerten standen nur wenige Titel im Fokus: Drohende Streiks bei Europas größter Fluggesellschaft belasteten abermals die Aktie der Lufthansa. Nachdem das Papier schon am Vortag mit knapp einem Prozent Abschlag darunter gelitten hatte, dass es in Kürze zu einem Ausstand der Flugbegleiter kommen könnte, sank es um weitere 1,3 Prozent auf 9,7 Euro. Damit war es zweitschwächster Dax-Wert nach Thyssen Krupp. Die Stahlaktie sank um 1,7 Prozent.

Das Fresenius-Papier gehörte mit plus 0,9 Prozent auf 84,5 Euro zu den Index-Favoriten. Händlern zufolge prüft der Medizinkonzern zwar offenbar ein zweites Übernahmeangebot für Rhön-Klinikum, scheint dabei aber nicht bedingungslos zugreifen zu wollen. Die Aktien des Klinikbetreibers Rhön machten mit einem Aufschlag von 4 Prozent ihre Vortagesverluste von knapp 5 Prozent zum Teil wieder wett.

Kurs der Pro Sieben-Aktie steigt

Der Aktienkurs von Pro Sieben Sat.1 stieg kurz vor Handelsschluss um 3,3 Prozent hoch. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge der TV-Konzern einen Interessenten für Geschäftsbereiche in Nordeuropa gefunden habe. Dass der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) im September aus dem Stoxx Europe 600 herausgenommen wird, veranlasste Anleger zum Ausstieg aus dem Titel. Er rutschte mit minus 2,7 Prozent auf 7,15 Euro auf den letzten Platz im M-Dax.

Die wichtigsten europäischen Börsen gaben nach: Der Euro Stoxx 50, der Leitindex der Eurozone, fiel um 0,3 Prozent auf 2434,2 Punkte. Der CAC-40-Index in Paris sank um 0,5 Prozent und der Londoner FTSE 100 gab um 0,6 Prozent nach. Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,05 (Dienstag: 1,09) Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,15 Prozent auf 135,02 Punkte. Der Bund Future büßte 0,20 Prozent auf 143,53 Punkte ein. Der Kurs des Euro geriet am Nachmittag nach robusten amerikanischen Konjunkturdaten zeitweise unter Druck und fiel bis auf 1,2519 Dollar. Zum europäischen Börsenschluss stand er bei 1,2545 Dollar und damit auf dem von der EZB festgesetzten Referenzkurs (Dienstag: 1,2548) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7971 (0,7969) Euro.

Kaum Bewegung an Wall Street trotz guter Konjunkturdaten

Trotz guter amerikanischer Wirtschaftsdaten haben sich die Indizes an den amerikanischen Börsen am Mittwoch nur unweit ihrer Vortagesstände bewegt. Nach einem Start mit moderaten Gewinnen drehte der Dow Jones Index im frühen Handel leicht in die Verlustzone und stand zuletzt nahezu unverändert bei 13.105,9 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500-Index stieg um 0,1 Prozent auf 1410,5 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq blieb der Composite Index nahezu unverändert bei 3077 Zählern.

Die amerikanische Wirtschaft war im zweiten Quartal etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen. Experten hatten den Anstieg um 1,7 Prozent statt um 1,5 Prozent im Schnitt allerdings genau so vorhergesagt. Dass in den Häusermarkt nach langer Flaute wieder Schwung kommt, unterstrichen die jüngsten Daten. So waren die noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe im Juli deutlich stärker als erwartet gestiegen. Im Laufe des Nachmittags wird noch der wöchentliche Ölbericht erwartet, der am Markt in der Regel aber nicht vorrangig als kursbewegend betrachtet wird. Vor dem Hintergrund möglicher Produktionsausfälle durch den Tropensturm „Isaac“ könnten Anleger aber genauer hinschauen. Mit großer Spannung erwartet wird am Abend zudem der monatliche Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), das „Beige Book“. Er dürfte in den Augen von IG-Markets-Analyst Cameron Peacock die Debatte innerhalb der Fed über eine weitere geldpolitische Lockerung bestimmen. An diesem Freitag steht zudem die Konferenz der Notenbanken in Jackson Hole an. Allerdings rechnen inzwischen viele Beobachter nicht mehr damit, dass die Fed neue konjunkturstimulierende Maßnahmen ankündigen wird.

Unter den Einzelwerten richteten Anleger ihre Blicke einmal mehr auf Apple. Die Titel des iPhone-Herstellers stiegen im frühen Handel um 0,3 Prozent, nachdem ein amerikanisches Gericht im Patenstreit mit Samsung mitgeteilt hat, über ein dauerhaftes Verkaufsverbot von Smartphones des koreanischen Rivalen frühestens erst Anfang Dezember zu entscheiden. Im Handelsverluaf gaben sie hingegen ihre Gewinne wieder ab. H.J. Heinz-Anteilsscheine verloren 2,3 Prozent, obwohl der Ketchup-Hersteller dank besserer Geschäfte in den Schwellenländern im ersten Quartal einen höheren Gewinn einfahren konnte. Auch bessere Ergebnisse in den Vereinigten Staaten und Australien sowie Preiserhöhungen und eine günstige Steuerquote kamen dem Unternehmen zugute, das 258 Millionen Dollar oder 80 Cent pro Aktie verdiente.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters
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